Tiere sind schlau: Da, wo der Tisch gedeckt ist, lassen sie sich nieder. In Sand zum Beispiel. Dort haben sich Gänse, die eigentlich auf der Durchreise sind (weil sie Zugvögel sind), häuslich eingerichtet. Im Maintal mit seinen vielen Gewässern finden die Kanadagänse und andere Arten reichlich Nahrung. Sehr zum Leidwesen vieler Sander. Vor allem der Bauernverband beklagt, dass Felder reihenweise vom Federvieh kahl gefressen werden.

Zahlreiche Initiativen haben die Sander gestartet, um das Problem in den Griff zu bekommen. Selbst Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) war schon vor Ort. Das Problem besteht aber nach wie vor, wie auch die Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend im Rathaus deutlich machte.

Gemeinderat Schmitt ist enttäscht vom Landwirtschaftsminister

Der Gemeinderat Heinrich Schmitt (Freie Sander Bürger) sprach im Zusammenhang mit der um sich greifenden Vogelgrippe das Wildgänse-Problem an. Die Wildgänse als Überträger der Vogelgrippe würden sich im Sander Flur immer mehr breit machen, schilderte er. Heinrich Schmitt: "Ich bin enttäuscht vom Landwirtschaftsminister Brunner, der vor drei Jahren vollmundig verkündete, bezüglich Eindämmung der Wildgänse in Sand ein Pilotprojekt zu starten. Bis zum heutigen Tag hat sich jedoch nichts getan. Will unsere Obrigkeit warten, bis Sand von 15.000 Gänsen eingenommen wird?"

Dem widersprach Gemeinderat Gerhard Zösch (CSU), der darauf verwies, dass von der Staatsregierung das Projekt bereits angeschoben wurde. Seiner Meinung nach könnte eine Eindämmung der Wildgänseplage nur erreicht werden, wenn in die Population eingegriffen wird. Zur Lösung des Problems forderte er einen "runden Tisch" an dem das Landratsamt, die Regierung von Unterfranken sowie die Staatsministerien für Landwirtschaft und für Umwelt und die Gemeinde Sand ihre Meinungen austauschen.

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) fasste zusammen: "Alle schauen sich das Wildgänse-Problem in Sand an. Aber es passiert nichts", bedauert er. ab/ks