Das gibt es in den Dörfern des östlichen Landkreis Haßberge selten. Breitbrunn ist als Wohnort so gefragt, dass ein neues Wohngebiet ausgewiesen wird. Familien, die sich dort niederlassen möchten, sollen auch die Möglichkeit dazu erhalten, befand der Gemeinderat. In vielen anderen Orten im Landkreis sinken die Einwohnerzahlen und es werden keine neuen Baugebiete ausgewiesen, damit bevorzugt bereits vorhandene, aber leer stehende Gebäude reaktiviert werden.

In einer vorangegangen Sitzung hatte Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) mit den Ratsherren schon darüber beraten. Auch eine Begehung vor Ort fand statt. Nun also beschloss der Rat offiziell das Verfahren für einen neuen Bebauungsplan einzuleiten.

Das neue Planungsgebiet umfasst eine Fläche von 7122 Quadratmeter und soll Platz für neun Wohngebäude bieten. Die Zufahrt, die sich bei den ersten Überlegungen als schwierig erwiesen hatte, weil es zwischen Kirche und der zu bebauenden Fläche eng ist, wurde geregelt, indem der Umgriff des Bebauungsplanes vergrößert wurde. Dank des Entgegenkommens der Kirchenverwaltung und einer Anliegerfamilie im Kirchweg habe man die geplante Baufläche um Teilstücke erweitern können, berichtete die Bürgermeisterin. Der Bebauung "Nordöstlich der Kirche" steht damit nichts mehr im Wege. Sie kann, wie es hieß, im beschleunigten Verfahren in Angriff genommen werden.

Die Bürger werden Gelegenheit erhalten, sich zu informieren und Stellung zu beziehen. Dafür wird es Bekanntmachungen und eine Auslegung seitens der Verwaltung geben.
Diskutiert wurde im Rat über die Fahrbahnbreite, die nun auf vier Meter plus 50 Zentimeter Rinne, zwei Meter Mehrzweckstreifen und jeweils knapp 10 Zentimeter Rabatte als Abgrenzung zu den Grundstücken festgelegt wurde.

Digitalfunk für die Feuerwehr

Mit zwei Gegenstimmen beschloss das Ratsgremium die Erstbeschaffung digitaler Endgeräte für die Feuerwehr. Voraussetzung ist ein Rahmenvertrag, den der Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken nach Ausschreibung mit dem günstigsten Anbieter abschließt. Hintergrund ist der Beginn eines sechsmonatigen Digitalfunk-Probebetriebs im Landkreis Haßberge.

Nach dem Konzept des Landratsamtes entstehen für die Gemeinde Breitbrunn Kosten in Höhe von 13 650 Euro, davon 3250 Euro für den Einbau der Geräte. Für die Anschaffung der Handfunk- und Mobilgeräte gibt es 80 Prozent Zuschuss, die Kosten für den Einbau in Fahrzeuge muss die Gemeinde voll tragen.

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass "der Kauf einheitlicher Gerätetypen von Vorteil ist". Die Kosten für Ausbildung und Unterweisung zur Wartung sowie Programmier-Aufwendungen bei Updates würden sich verringern. Außerdem sei das zu beschaffende Zubehör möglicherweise kompatibel mit anderen, baugleichen Handsprechfunkgeräten (HRT), hieß es.

Ratsmitglied Richard Kuchenmeister (CSU) fragte an, "wie weit das Vorhaben Erneuerung der Staatsstraße Breitbrunn - Gleisenau" gediehen ist. Gertrud Bühl wusste nach Rücksprache mit Manfred Rott vom Staatlichen Straßenbauamt Schweinfurt, dass "zwar Probebohrungen gezogen worden sind, aber die endgültige Planung der Maßnahme noch nicht erstellt wurde".

Laut Auskunft des Ingenieurbüros "ProTerra" sollten noch weitere Probebohrungen durchgeführt werden. Sie informierte auch darüber, dass "der Grundstückseigentümer Groß von Trockau auf Gespräche bezüglich der Grundstücksverhandlungen für diese Maßnahme" warte.