Am Sonntagabend richtete sich der Blick so manchen Besuchers beim Altstadt-Weinfest in Zeil in den dunklen Himmel in Richtung Kapellenberg. Von da kam aber nichts. Keine Raketen stiegen auf. Das Feuerwerk fiel aus - erstmals beim Weinfest.

Erhöhte Anforderungen an die Sicherheit und damit auch erhöhte Kosten haben den Veranstalter, den Förderkreis in der Stadt (das ist die Gemeinschaft der Vereine), veranlasst, auf das Feuerwerk zu verzichten. Einige Besucher bedauerten das, andere bemerkten es gar nicht. Thomas Fensel, Geschäftsführer des Förderkreises, hat nach eigenen Angaben nur vereinzelt Kritik an dieser Maßnahme gehört.

Das Zeiler Weinfest ist in den vergangenen Jahren etwas kleiner geworden. Kein Feuerwerk mehr, weniger Tische und Bänke, der Innenhof des Finanzamtes wird nicht mehr in das Festgelände einbezogen. Die Wege zwischen den Sitzbereichen sind breiter geworden. Das bedeutet mehr Sicherheit. Die drangvolle Enge früherer Jahre ist vorbei. Wenngleich: Zu den Spitzenzeiten wird es an manchen Stellen trotzdem eng. Die Zahl der Besucher anzugeben, ist schwierig. Fensel geht davon aus, dass es zu Spitzenzeiten 7000 bis 8000 Gäste waren

Das Ambiente

Dass das Zeiler Weinfest etwas abgespeckt hat, tut ihm durchaus gut. Den Veranstaltern geht es, wie Thomas Fensel betont, nicht darum, möglichst viel Umsatz zu machen und immer größere Mengen an Getränken und Speisen abzusetzen. Die Zeiler wollen ein genussvolles Fest mit mit einem schönen Ambiente, und die besten Voraussetzungen hat die Stadt mit ihrem Ensemble an historischen Gebäuden im Stadtkern. Fensel spricht denn auch nicht von schönem Wetter, sondern von Genusswetter, das dem Weinfest 2015 den Erfolg mitbeschert hat.

Großen Wert haben die Veranstalter auf den Jugendschutz gelegt. Kontrollen wurden angekündigt und fanden auch statt. "Unser System hat geklappt", meint Fensel. Alle Eventualitäten kann man damit indes nicht ausschließen. Am letzten Weinfesttag, am Montag, griff die Polizei eine 15-Jährige mit 1,8 Promille auf. Gegen 20.30 Uhr wurde die Schülerin schwankend und stark alkoholisiert entdeckt. Der Vater des Mädchens wurde laut Polizeiangaben telefonisch verständigt und holte die Tochter ab. Woher sie den Alkohol hatte, wollte sie nicht angeben. Die Polizei wird das Jugendamt von dem Vorfall in Kenntnis setzen. Fensel bedauert dieses Vorkommnis. "Bei so vielen Menschen rutscht mal einer durch", weiß er, dass sich die Stadt nicht gegen alles wappnen kann.

Die Polizei spricht von einem insgesamt zufriedenstellenden Verlauf des Zeiler Weinfests. Sie musste mehrfach eingreifen. Gravierende Vorfälle gab es aber nicht. In den allermeisten Fällen spielte übermäßiger Alkoholgenuss eine Rolle. Der Polizei fiel auf, dass sich manche Betrunkene nicht helfen lassen wollen. Das kann auch schiefgehen.

Am letzten Weinfesttag, dem Montag, gab es noch einiges zu tun, wie aus dem Bericht der Polizei hervorgeht.
Eine böse Überraschung erlebte ein Besucher des Weinfestes kurz vor Mitternacht. Er hatte gegen 18.15 Uhr sein motorisiertes Zweirad am Stadtmauerweg abgestellt. Als er um 23 Uhr zu seinem Fahrzeug zurückkam, musste er feststellen, dass ein Unbekannter beide Spiegel seines Kleinkraftrades abgebrochen hatte.Der Schaden beträgt rund 100 Euro.

In der Karl-Link-Straße kontrollierte eine Streife gegen 1 Uhr einen 58 Jahre alten Radfahrer. Der Atemalkoholtest ergab 1,90 Promille.

Mit Drogen unterwegs

Ein 17- und ein 18-Jähriger machten sich gegen 2.15 Uhr zu Fuß auf den Nachhauseweg von Zeil in Richtung Sand. Am dortigen Ortseingang wurden sie einer Kontrolle unterzogen. Dabei entdeckte die Polizei im Geldbeutel des Jüngeren einen kleinen Brocken Haschisch.

Ein 47-Jähriger hat die Taxirechnung geprellt. Nachdem der Mann medizinisch von Sanitätern vor Ort versorgt worden war, wurde er von einem Taxifahrer gegen 0.30 Uhr zu seiner Wohnung im östlichen Schweinfurter Landkreis gefahren. Dort lief er nach dem Aussteigen auf und davon, ohne den Fahrtpreis in Höhe von 40 Euro zu entrichten. Die Personalien des Fahrgastes wurden dem Taxifahrer mitgeteilt.

Bereits am Samstag wurde, wie jetzt zu erfahren war, zwischen 23 und 23.30 Uhr einem 26 Jahre alten Mann aus dem Landkreis sein Handy von einem unbekannten Dieb entwendet. Die Beschreibung des Geräts: Marke Samsung, Typ S 5, Farbe schwarz, Wert rund 360 Euro.