Auch Geschenke, die auf Anhieb nicht gefielen oder Verwunderung auslösten, könnten zur Auseinandersetzung auffordern und Veränderung in das Leben bringen.
"Solche Geschenke bringen Licht in die Dunkelheit und lassen erkennen, wie vielfältig das Leben ist", sagte er und appellierte, im Gebet der Menschen in anderen Teilen der Welt zu gedenken, die verfolgt werden.
Den musikalischen Rahmen für diesen katholischen Weihnachtsgottesdienst lieferte Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner "Missa brevis G-Dur" KV 140.

Neue Tradition

"Eine schöne Tradition" solle es werden, die Aufführung von Orchestermessen an Feiertagen quasi zum Markenzeichen von St. Laurentius werden zu lassen, hatte Kantor Wolfgang Schneider im Vorgespräch mit unserer Zeitung erklärt.

Der Anfang ist gemacht, mit einem gelungenen und viel versprechenden Experiment.
Den Besuchern gefiel es offensichtlich, denn dem Hinweis des Paters, es dürfe geklatscht werden, folgte viel Beifall. Mit Anna Bauer (Sopran), Ulrike Zeidler (Alt), Gerhard Zeidler (Bass) und Julian Freibott (Tenor), die alle in Ebern leben oder aus Ebern stammen, hatte Schneider ein überzeugendes Solistenquartett besetzt.

Freibott, der aufstrebende junge Tenor, der in seiner Heimatgemeinde mehrfach mit eigenen Benefizkonzerten zugunsten der katholischen Jugendarbeit glänzte und nach Regensburg und Würzburg gerade erfolgreich in Düsseldorf an seiner akademischen Gesangskarriere arbeitet, fügte sich genauso wie die anderen drei Solisten in die Sängergruppe ein. Aus den Reihen der Chorsänger erklangen die Soli und waren dank der Akustik des imposanten Gotteshauses und der gesanglichen Souveränität aller vier Sänger auch im letzten Winkel genussvoll zu hören.

"Etwas Anspruchsvolles" wollte der Kirchenmusiker den Ebernern an Weihnachten bieten und seinem Amt, das er seit August bekleidet, mit dieser Mozart-Neueinstudierung eine Visitenkarte geben.

Er hat in kurzer Zeit aus 20 Sängerinnen und Sängern einen Chor geformt, der in schöner Harmonie die eingängigen, teils liedhaften Mozart-Melodien der Messe darbot.

Dazu hatte Schneider die Instrumentalisten Felix Eichler aus Ebensfeld (erste Violine), Gerd von Wechmar aus Coburg (zweite Violine), Ulrike Gossel aus Kronach (Cello) und Gudrun Brückner aus Pfarrweisach (Truhenorgel) verpflichtet.

Michael Wicklein, ein Schüler des Eberner Gymnasiums, spielte die große Orgel, während sein Orgellehrer, der Kantor, im Altarraum agierte.

"Von oben" trug er sozusagen zur festlich musikalischen Gestaltung des weihnachtlichen Gottesdienstes bei.
Und als am Ende Freibotts strahlender Tenor, dann vom Kantor begleitet, von der Empore über den Gemeindegesang "Kommt, lasset uns anbeten" schwebte, da reckten sich Hälse - und vielsagende Blicke sagten: "Ist das schön..."

Und als Aktive meinte Angela Eckert: "Das war unser erster großer Gottesdienst mit unserem neuen Kirchenmusiker. Die Feier war beeindruckend, es hat Freude gemacht, im Chor zu singen, und mit diesen Solisten war es besonders schön. Ich bin begeistert, was Kantor Schneider in der kurzen Zeit aus uns herausgeholt. Wenn wir so weiter machen, wird bestimmt wieder ein kleiner, aber feiner Chor aus uns."