Ein altbekanntes Thema beschäftigte den Stettfelder Gemeinderat in der ersten Sitzung nach der Sommerpause: Die Neugestaltung des Dorfsees in der Ortsmitte. Der See soll durch die Maßnahme aufgewertet und ein Treffpunkt für Jung und Alt werden. Neben einem Themenspielplatz mit Planschmöglichkeit für die Kinder ist auch eine Seebühne geplant, die von den Vereinen genutzt werden kann, wie aus zwei Entwürfen des Planungsbüros Brugger hervorgeht, die Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) vorstellte. Badebetrieb im eigentlichen Sinn sei nicht geplant, erklärte Hartlieb auf Nachfrage von Nicole Meyer.

Hinsichtlich einer Bademöglichkeit regte Siegfried Wilhelm an, ob nicht eventuell im Bereich der Baggerseen Raum dafür geschaffen werden könnte: "Vielleicht ist über die Flurbereinigung was möglich, bevor wir dort draußen ganz und gar ‚vernaturschutzt‘ werden!"

Nichts übers Knie brechen

Zur Kostenfrage berichtete der Bürgermeister, das es "eine mündliche Zusage der Direktion für ländliche Entwicklung für einen Zuschuss von 70 Prozent" gebe. Allerdings solle nichts übers Knie gebrochen werden. "Wir werden die Bevölkerung dazu ins Boot holen und wenn die Mehrheit der Stettfelder sagt, das brauchen wir nicht, wird auch nichts gemacht", machte Hartlieb deutlich. Zunächst soll nun von den Ortsvereinen Meinungen und Ideen abgefragt werden. Anschließend wird sich der Gemeinderat mit den Planungsbüro vor Ort treffen und ein Konzept ausarbeiten, dass dann zur öffentlichen Diskussion gestellt wird.

Nägel mit Köpfen machte der Gemeinderat allerdings bereits in Sachen Altkleider-Container. Dieser wander vom See neben die Trafostation am "Säumarkt" und damit aus dem direkten Blickfeld. Trotzdem soll er gut zu erreichen sein. Die Pacht von 250 Euro, die die Gemeinde erhält, soll einem karitativen Zweck zukommen.

Adrian Pflaum verwies darauf, dass der See derzeit extrem verschlammt sei. Dessen sei man sich bewusst und natürlich müsste er im Zuge der Maßnahme auch entschlammt werden. Der erhöhte Pflegeaufwand war ebenfalls Thema der Diskussion. Doris Simon vertrat die Meinung, dass dieser durch die Vorteile aufgewogen würde. Sowohl als Spielmöglichkeit für Kinder, als auch als Spazier- und Naherholungsmöglichkeit für Ältere, die durch die ebenen Flächen auch mit Rollatoren gut genutzt werden könnte, sei das Projekt ideal. "Den Wert für unsere Bevölkerung kann uns doch niemand bezahlen."

Neu in der Geschäftsordnung

Mit der neuen Amtsperiode hat sich der Stettfelder Gemeinderat auch eine neue Geschäftsordnung gegeben. Vieles blieb dabei beim Alten, nur einige Änderungen waren nötig geworden. Die Verwaltung hatte angeregt, einen Vorschlag des bayerischen Gemeindetages aufzugreifen und den finanziellen Entscheidungsspielraum des Bürgermeisters, in dessen Rahmen er ohne den Gemeinderat entscheiden kann, auf einen Betrag zwischen 3600 und 4800 Euro festzulegen. Dies entspräche einem Satz von drei bzw. vier Euro pro Einwohner. Auf Wunsch des Bürgermeisters bleibt der alte Wert von 1000 Euro jedoch bestehen.

Bei überplanmäßigen Ausgaben und außerplanmäßigen Ausgaben hatte der Stettfelder Bürgermeister bisher keinen Handlungsspielraum. Mit der neuen Geschäftsordnung kann er nun im Notfall, festgelegte Beträge um bis zu 500 bzw. 300 Euro überschreiten. Gleiches gilt künftig, sollten notwendige Verträge geschlossen werden müssen. Hier liegt die maximale Summe bei 1000 Euro.

Neu ist, das die Entscheidung über die Einstellung von Beamten und tariflich Beschäftigten nun komplett beim Gemeinderat lag. Bisher war dessen Zustimmung erst ab der Entgeltgruppe 5 nach Tarifvertrag öffentlicher Dienst nötig.

Die Änderungen wurden einstimmig genehmigt.

Sitzsteine bei der Annakapelle

Einstimmig entschied sich der Gemeinderat, im Bereich der Annakapelle 16 laufende Meter Sandstein als Sitzmöglichkeit anzuschaffen. Otto Fößel hatte sich bereiterklärt für die Steine eine hölzerne Sitzauflage anzufertigen. Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich auf gut 1600 Euro.

Biber stören Wasserabfluss

Bürgermeister Hartlieb informierte seine Ratskollegen über ein Problem, das der Sendelbach derzeit mit sich bringt. Wegen zwei Biberbauten läuft dort derzeit fast kein Wasser. "Da bringt man in einer Viertelstunde keinen Gießer voll", schilderte er die Situation. Die Bauten dürfen nicht entfernt werden, lösen allerdings ein Problem am Weg aus. Das gestaute Wasser läuft nun nicht mehr im Graben des Bachs sondern auf den Wirtschaftsweg daneben und weicht diesen völlig auf. Problematisch kann dies werden, da der Weg als Zugang für Rettungsfahrzeuge für die Bahntrasse fungiert.
Das Landratsamt wurde bereits im August informiert. Kuriose Besitzverhältnisse sorgen nun allerdings für verschobene Zuständigkeiten, für die sich niemand in der Pflicht sieht. Der Oberlauf bis zur Staffelbacher Straße gehört der Gemeinde Stettfeld. Der untere Teil des Bachs, verteilt sich auf das Straßenbauamt, die Deutsche Bahn und die Bundesrepublik Deutschland. Diese wiederum will die Verantwortung nun wieder an Stettfeld abtreten. "Wenn im Grundbuch Bundesrepublik Deutschland steht, dann ist es die Bundesrepublik und nicht die Gemeinde Stettfeld", vertrat Hartlieb seinen Standpunkt. Mit einem Federstrich sollte der Besitz nun an Stettfeld zurückgehen. "Ich denke das sollten wir uns nicht antun."

Dank für Unterstützung

Doris Simon bedankte sich im Namen der Kinder- und Jugendlichen beim Bürgermeister und allen Gemeinderäten, die das Ferienprogramm unterstützt hatten. Besonders freute sie sich darüber, das dass Korbtheater für die Kinder und die Senioren so gut angenommen wurde und für beide Seiten zu einem erfolgreichen Nachmittag geworden war. "Das werden wir in Zukunft weiterverfolgen", kündigte sie an.