Das Beste zum Schluss? Auf alle Fälle war es ein Glanzlicht und ein krönender Abschluss einer erlebnisreichen Woche mit einer Premiere der besonderen Art. Nicht nur für die 18 jungen Gäste aus Israel: Bei der diesjährigen Jugendbegegnung zwischen dem Landkreis Haßberge und der Partnerstadt Kiryat Motzkin wirbelten nämlich die 15 bis 17-Jährigen Mädchen der israelischen Fol-kloretanzgruppe "Focus" sowie Gruppen der Ebelsbacher Rapid-Jazz-Dance-Company auf der Bühne im Bürgersaal.

Herausgekommen ist eine gemeinsame Tanzshow der Extraklasse, bei der das Motto des Abends nicht besser hätte sein können: Tanzen, "die älteste und schönste Weltsprache, die es gibt", verbindet. "Tanzen", betonten Gina Angebrand und Luisa Lehrrieder, welche die einzelnen Programmpunkte ankündigten, "führt Menschen zusammen. Tanzen verbindet Geschlechter. Tanzen verbindet die Generationen und Tanzen verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft."

Die Zuschauer bekamen verschiedene Tanzstile aus unterschiedlichen Tanzkulturen präsentiert, von der traditionellen deutschen Garde über traditionellen israelischen Tanz, Show-Tanz, Line Dance, Hip Hop und Jazz. Für die Tanzgruppen von Tali Hershkovitz (Focus) sowie Nicole Baum-Helbig aus Steinbach (Rapid-Jazz-Dance-Company) gab es von den begeisterten Gästen, darunter Landrat Wilhelm Schneider und seine Gattin sowie Ebelsbachs Bürgermeister Walter Ziegler, viel Lob und begeisterten Applaus.

Von einer "total gelungenen Veranstaltung" schwärmte Daniel Fischer, der die Vielfalt der Tänze als "perfekt" bezeichnete. "Das hat mir richtig gut gefallen", gab es vom Vorsitzenden des Kreisjugendrings (KJR) Haßberge für die Organisatoren sowie die beiden Haupt-Trainerinnen Tali Hershkovitz und Nicole Baum-Helbig ein Sonderlob. "Kurzweilig und schön. Es hätte auch noch länger gehen können", sagte der Hofheimer.


Viele Unternehmungen

Seit ihrer Ankunft vor einer Woche gab es für die israelischen Jugendlichen und ihre Betreuer Tali Hershkovitz und ihren Mann Moti gemeinsam mit den deutschen Austauschpartnern zahlreiche Ausflüge, Besichtigungen und Gespräche. Egal ob Jugendtreff "Dragon" und Bowling in Haßfurt, Museum für jüdisches Leben in Kleinsteinach mit der Mittelschule Hofheim, Burgruine in Altenstein, Synagoge in Memmelsdorf, Biertage in Eltmann, Freizeitpark in Geiselwind sowie Stadtbesichtigungen in Bamberg und Bayreuth, Gedenkstätte mit Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg oder ein Treffen im "Zelt der Religionen" in Bamberg - dies alles und noch mehr stand auf dem Programm.

Hauptverantwortlich dafür und zugleich ständige Begleiterin war Susanne Makowski, beim Kreisjugendring Haßberge (KJR) als Vorstandsmitglied zuständig für das Ressort "Internationale Jugendbegegnung". Ihrer Meinung nach ist der Austausch "super gelaufen." Und er war "wichtig, weil die Jugendlichen nur so lernen, wie es woanders ist", sagte die Ebelsbacherin von der Bayerischen Sportjugend (BSJ) im Bayerischen Landessportverband (BLSV). "Gerade für junge Israelis ist es wichtig zu erfahren, dass die Jugendlichen und Erwachsenen beider Länder keinen Greul gegeneinander hegen, weil wir nicht dafür verantwortlich sind, was früher passiert ist. Sondern wir arbeiten fest daran, ein verständnisvolles und friedvolles Verhältnis zu pflegen", hob Susanne Makowski hervor.


Lebendige Partnerschaft

Der Höhepunkt war auch für die 52-Jährige die Tanzshow. "Das war wirklich etwas ganz Besonderes. Das hat die Partnerschaft so richtig lebendig gemacht", sagte sie,

Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass die "Völkerverständigung vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte" der Motor und Kerngedanke der Begegnung der Jugendlichen beider Länder sei. "Die Erinnerung an den Holocaust, die damit verbundene Mahnung an zukünftige Generationen und die Verbindung junger Menschen aus Israel und Deutschland für eine friedliche und freundschaftliche Zukunft sind ein großes Ziel unserer Jugendbegegnung." Durch solche Events wie der gemeinsamen "Tanzshow" werde die seit 30 Jahren andauernde Verbindung und Freundschaft zwischen dem Kreis Haßberge und der Stadt Kiryat Motzkin "fester und stärker", unterstrich er.

Am Montag ging es für die israelischen Mädchen ab Frankfurt wieder in die Heimat.