Gut voran schreitet die DSL-Erschließung in Wonfurt. Aktuell wird Glasfaser von der Hauptstraße ins Gewerbegebiet verlegt. Das erfolgt im Geh- und Radweg, der anschließend ordentlich asphaltiert werden soll, erfuhr der Gemeinderat von Wonfurt bei seiner Sitzung am Montagabend. Bürgermeister Holger Baunacher (JL) schlug mehrere Straßenverbesserungen vor in Bereichen, wo jetzt DSL-Baustellen waren.
In diesem Zusammenhang sprach Cäcilie Werner die Bäume in der Hauptstraße an. "Linden sind hier der falsche Baum, die sind mittlerweile viel zu groß", gab sie die Kritik der Anwohner weiter. Tatsächlich reichen viele der Baumkronen inzwischen direkt bis an die Fenster heran, verdunkeln ganze Zimmer und verschmutzen Fassaden mit dem klebrigen Saft, den Linden absondern.

Über die Bäume müsse man ohnehin reden müssen, wenn die Kanalsanierung in der Hauptstraße läuft, vielleicht auch das
Nahwärmenetz verlegt, kündigte Bürgermeister Baunacher an. Dann werde es eine große Baustelle geben, die Bäume stehen auf der Kanaltrasse und daher müssten sie dann erst einmal weg.
Welche Art Baum dann geeignet wäre, das habe er die Kreisfachberater bereits gefragt. Dass die Wonfurter Ortsdurchfahrt ihr in der Dorferneuerung erhaltenes typisches Bild mit dem Allee-Charakter beibehalten soll, darüber herrschte Einigkeit im Gremium.


Reges Bauinteresse

Wenn möglich, will die Gemeinde die Erschließung des Baugebiets "Ploochweg III" in Dampfach vorziehen, da es mittlerweile fünf konkrete Reservierungen und zwei weitere Bauinteressenten aus Dampfach gebe, berichtete Holger Baunacher. Eigentlich war die Erschließung in der Finanzplanung erst für 2018/19 vorgesehen, aber mit Vorausleistungen könnte die Finanzierung vielleicht doch gelingen, hieß es. Demnächst werde die Planung mit Kostenschätzung vorgelegt.

Die Ausschreibung der Kanalsanierung Seestraße, BA II, in Dampfach läuft, informierte der Bürgermeister. Anfang November sollen die Arbeiten beginnen und Ende März 2017 abgeschlossen sein. Erneuert werden 135 Meter Hauptkanal und 164 Meter Wasserleitung mit jeweils zwölf Hausanschlüssen, am Ende sind 1000 Quadratmeter Asphaltdeckschicht aufzubringen. Die Endabrechnung der gesamten Kanalsanierung in der Seestraße sei für 2018 geplant, kündigte Baunacher an.


Rad- und Flurweg kombiniert?

Als "schöne Nachricht" bezeichnete Holger Baunacher die Information des Staatlichen Bauamtes, wonach der Radweg von Steinsfeld nach Donnersdorf entlang der Staatsstraße gebaut wird. Er zeigte dem Gremium die Planung und stellte zur Diskussion, ob anstelle eines reinen Radweges ein kombinierter Rad- und Flurweg gebaut werden sollte. Dieser würde es ermöglichen, drei Feld-Zufahrten an relativ unübersichtlichen Stellen der Staatsstraße zu schließen. Natürlich müsste sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen. Im Gremium waren die Meinungen geteilt, vor allem auch wegen der vorprogrammierten Konflikte auf einem Flur- und Radweg. Wenn der Eigenanteil der Gemeinde berechnet ist, wird sich der Gemeinderat nochmal mit dem Thema beschäftigen.

Mit den Möglichkeiten, in Wonfurt ein Nahwärmenetz aufzubauen, beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag ausführlich. Als Basis der Diskussion dienten die Berechnungen und Datenerhebungen des Instituts für Energietechnik (IfE) der Hochschule Amberg-Weiden, die von Anton Riedmayr vorgestellt wurden.
Geboren wurde die Idee einer zentralen Heizanlage aus der Notwendigkeit, verschiedene öffentliche Gebäude mit neuen Heizungen auszustatten. Eine zentrale Lösung für die gemeindlichen Gebäude wäre die günstigste, das war von vorneherein klar. Auch möchte Bürgermeister Holger Baunacher (JL) weitgehend weg von fossilen Brennstoffen. Ob es auch wirtschaftlich ist, Privathäuser in der Hauptstraße und im Speyersbaumer Weg sowie in den angrenzenden Stichstraßen zu versorgen, das eruierte das Institut im Rahmen des Teil-Energienutzungsplans der Gemeinde.


Konkretes Interesse

Die Abfrage für das so genannte Netz1, an das auf jeden Fall das Rathaus, die Sporthalle, das Pfarrzentrum, der Kindergarten und das Schloss Wonfurt angeschlossen würden, ergab bei weiteren 35 Hausbesitzern konkretes Interesse. Die Erfahrung zeigt, dass von den übrigen Interessenten im Laufe der Zeit weitere 40 Prozent der Anwohner der Wärmeleitung anschließen. Auf dieser Basis rechneten die Fachleute.


Verschiedene Energieträger

Berechnet wurden außerdem verschiedene Energieträger vom Heizöl-Brennwertkessel über Hackgutkessen, Holzvergaser bis Gas mit Solarthermie. Für die Spitzenlast ist in jedem Konzept ein zweites Aggregat in Form einer Gastherme vorgesehen. Bei allen Varianten gleich sind die Kosten für die Herstellung des Netzes von 1,3 Millionen Euro.

"Wir haben sehr konservativ gerechnet, mit dem momentan eher niedrigen Heizölpreis und beim Hackgut ohne eigenes Material der Gemeinde", so Riedmayr. Die Öl-Variante und der Hackgutkessel bringen in etwa die gleichen Energie-Gestellungskosten, wie sich das im Fachjargon nennt. Aufgrund dieser Art der Berechnung fielen die Gestehungskosten bei den zentralen Lösungen auch etwas höher aus als die des Einfamilienhauses mit beispielsweise Gas-, Öl- oder Pelletsheizung.

Holger Baunacher ist jedoch überzeugt, dass die Heizölpreise nicht so günstig bleiben, zudem werde die Gemeinde zwischen 40 und Prozent des Hackgutes aus dem eigenen Wald einbringen. Das kostet zwar auch Arbeit der Gemeindearbeiter, ist aber günstiger als der Einkauf. Natürlich habe der Anschluss an ein solches Netz für Hausbesitzer auch Vorteile.


Zu breit gestreut

Trotz allem zeigte die Berechnung, dass dieses Netz zu breit gestreut ist, die Wärmeverluste drücken die Wirtschaftlichkeit, so dass Straßen mit wenig Anschlussbereitschaft herausgenommen werden sollen. Grundsätzlich war die Mehrheit im Gemeinderat für das zentrale Heizwerk, wobei über den Standort (Sporthalle oder Nähe Rathaus) noch gesprochen werden müsse.

Anton Riedmayr nahm den Auftrag mit, ein reduziertes Netz zu rechnen. Die Ergebnisse sollen dann bei einer Informationsveranstaltung am 12. Oktober allen interessierten Wonfurtern und vor allem den Anwohnern vorgestellt werden.


Am Ratstisch kurz notiert

WLan-Hotspots Wohin mit den beiden Hotspots im Rahmen des Programms "Bayern WLan"? Diese Frage ist nach wie vor ungeklärt. Die beiden vom Freistaat geförderten Hotspots sollen nach dem Willen des Gemeinderates in Dampfach und Steinsfeld eingerichtet werden, wenn eine sinnvolle Lösung gefunden wird. Erstes Ziel war es, die Feuerwehrhäuser einzubinden, das gelinge jedoch nicht, erklärte Holger Baunacher die Ergebnisse der "Ausleuchtung".

Neuer Kastenwagen
15 000 Euro stehen für ein neues Bauhof-Fahrzeug im Haushalt. Nun sei es so weit, dass ein neuer Kastenwagen benötigt wird, erklärte der Bürgermeister am Montag. Da es ein Elektrofahrzeug sein soll, kämen nur ein Citroen Berlingo oder ein Citroen Kangoo infrage. Es sei mit dem Bauhof abgesprochen, dass die Reichweite der Elektrofahrzeuge genügen werde, außerdem können sie in der Mittagspause zusätzlich an die Steckdose und mit Solarstrom vom Bauhof-Dach gespeist werden. Der Bürgermeister wurde vom Gemeinderat beauftragt, ein entsprechendes Fahrzeug zu suchen, außerdem will er einige mögliche Sponsoren ansprechen, die an Werbung auf dem Elektro-Bauhoffahrzeug interessiert wären.

Hochkreuz Bei der Sitzung informierte Bürgermeister Baunacher das Gremium darüber, dass, wie beschlossen, das Flurkreuz in Richtung Haßfurt mittlerweile für die Restaurierung abgebaut wurde. Der neue Standort werde etwas von der Straße beziehungsweise dem Graben abgerückt, kündigte er an.