Eine anstrengende und unterhaltsame Woche liegt hinter den Kirchaichern und besonders denjenigen, die im Oberauracher Gemeindeteil die Kirchweih mitgestaltet haben. Zum Programm gehörten unter anderem das Bierkastenstapeln am Freitag und das Maßkrug-Schieben zur Vorbereitung auf den Strohbärentanz am Montag, einem Höhepunkt der Kerwa.

Der Strohbärentanz zieht alljährlich viele Gäste aus der Umgebung von Kirchaich an. Das Spektakel am Lindenplatz war auch in diesem Jahr der unumstrittene Höhepunkt der Kirchaicher Kerwa. Einige junge Damen wurden zum Tanz aufgefordert, andere wurden zu Boden geworfen, alle aber hatten ihren Spaß. Artig und wohlerzogen zeigten sich die Strohbären gegenüber vier älteren Damen, die mitten auf dem Lindenplatz ihren Sitzplatz gewählt hatten. Und auch gegenüber Kindern benahmen sich die wilden Gesellen ganz zahm.

Der Strohbärentanz hat in Kirchaich eine lange Tradition. Ursprünglich ein Brauch, um den Winter zu vertreiben, wurde der wilde Tanz bei der Wiederbelebung in den 70er Jahren auf die Kerwa "verlegt". Seitdem hat die Kirchweih ihren weit und breit einmaligen Glanzpunkt.

Fünf Strohbären ziehen jedes Jahr auf den Lindenplatz. An festen Ketten halten sie ihre Bärenführer, denn die Strohbären haben es auf freche Kinder und junge Frauen abgesehen. Die greifen sie sich und reißen sie zu Boden - natürlich so, dass der Strohbär als Polster unten liegt. Die einzigen, die die Strohbären richtig im Griff haben, sind die Musiker der Blaskapelle. Wenn die den Walzer anstimmen, werden die Bären ganz zahm und bitten die Damen zum Tanz.

Weitere Attraktionen

Die Kirchaicher Kerwa zeichnet sich durch ganz unterschiedliche Aktivitäten aus. So maß sich die örtliche Jugend am Freitagabend im Bierkastenstapeln. Körperbeherrschung und Gleichgewichtssinn sind dabei gefordert - und schwindelfrei müssen die Aspiranten ebenfalls sein. Gesichert über einen Kran einer ortsansässigen Firma, stiegen die jungen Männer auf ihren Kästen empor - immer vier blaue, dann einen grünen Kasten, für die bessere Zählbarkeit.

Obwohl viele Teilnehmer deutlich über 20 Kästen schafften, hielt der Kerwa-Rekord von Hannes Engert, der vor einigen Jahren 39 Kästen schaffte - das bedeutet einen Turm von immerhin fast zehn Metern Höhe.