Mit einem Ortstermin an der Kläranlage in Junkersdorf begann die Sitzung des Abwasserzweckverbandes "Mittlerer Weisachgrund" am Mittwoch. Diplomingenieur Harald Güthler gab den Mitgliedern Informationen zum Sachstand nach dem Umbau der Kläranlage. Verbandsvorsitzender Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) sagte, dass man am Ende der Bauphase angekommen sei, nachdem letzte Nachbesserungen an der Kläranlage vorgenommen wurden.

An etlichen Stellen habe man, so Thein, nachgebessert. "Nun erreicht die Anlage Werte, die wir uns erhofft haben, auch wenn einige Schwierigkeiten zu überwinden waren, aber nun hat alles zum Ziel und Erfolg geführt", so der Vorsitzende. Mit Blick auf das abfließende Wasser sagte Ingenieur Güthler: "Die Maßnahmen, die wir in den letzten sechs Wochen ergriffen haben, wo noch an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden musste, haben gegriffen." Für den Betrieb der Anlage sei eine "hohe Sensibilität" nötig. Er erfordere ein waches und fachkundiges Auge des Betreibers, bzw. des Klärwärters", so Güthler. Es müsse ein Auge auf alles geworfen werden, was die Biologie beeinträchtigen könne. "Wir haben hier traumhafte Werte der Abwasserklärung gemessen", so der Planer. Dies müsse noch durch ein Gutachten bestätigt werden. Danach ergehe der wasserrechtliche Bescheid für die Anlage. "Unser Ziel ist erreicht", so der Diplomingenieur, wenngleich noch einige Nachbesserungen erfolgen müssten.

Laut Klärwärter Kurt Schleicher fallen pro Jahr um die 70 000 Kubikmeter Klärwasser an, welche von 980 Wohneinheiten, dem Schwimmbad und der Gastronomie ankommen. Bürgermeister Wolfram Thein zeigte sich insgesamt zufrieden, merkte aber an, dass in Laufe der Bauphase und wegen Nachbesserungen einige "deutliche Gespräche" mit Firmen geführt werden mussten. René Schäd, Geschäftsführer der Marktgemeinde Maroldsweisach wies darauf hin, dass die Anlage im kommenden Jahr bei einem "Tag der offenen Tür" der Öffentlichkeit vorgestellt und erläutert werden soll.

Beklagt wurde vom Klärwärter, dass viele Fremdstoffe an der Anlage ankämen, was den ordentlichen Betrieb beeinträchtige. Deshalb ruft das Gremium die Bürger eindringlich auf, der Anlage keine Fremdstoffe zuzuführen, damit es zu keinen Störungen kommt. Verbandsmitglied Arnold Deringer sagte, dass das Abwasser, welches von der Kläranlage dem Bach Weisach zugeführt wird, eine bessere Wasserqualität habe, als das Wasser im Bach selbst.


Beiträge falsch berechnet

Die Sitzung des Gremiums wurde im Schützenhaus in Junkersdorf fortgesetzt, wo Kämmerer Arno Welz die letzte Sitzung in Erinnerung brachte, bei der auch die Haushaltssatzung beschlossen worden war. Bei der Kalkulation der Beiträge habe sich ein "Fehlerteufel" eingeschlichen, musste Verbandsvorsitzender Wolfram Thein einräumen. Nach Erläuterungen durch Geschäftsführer René Schäd, wurden die Beiträge für Geschossflächen mit 4,79 Euro zu hoch angesetzt, tatsächlich seien es 4,25 Euro. Auch der Beitrag für die Grundstücksfläche verringere sich von 0,63 auf 0,62 Euro. "Das wollen wir anpassen, weil wir unseren Bürgern nicht zu viel abverlangen wollen, sondern das, was richtig ist", so Wolfram Thein.


Letzte Beitragsrate wird fällig

Weiter stellte der Vorsitzende fest, dass die Baumaßnahme Kläranlage nun abgeschlossen sei und dass dies ohne Kostenmehrung möglich war. "Es ist nichts teurer geworden", so Thein. Nun könne die letzte Beitragsrate eingezogen werden, was ab 6. November passieren werde. Das Gesamtvolumen der letzten Rate für den Zweckverband beläuft sich nach den Worten von Kämmerer Welz auf etwa 200 000 Euro. "Da kommt noch kurz vor Weihnachten ein ganz schöner Happen auf unsere Bürger zu", sagte Verbandsmitglied Hans Wagner und regte an, die letzte Rate erst im kommenden Jahr zu erheben. Das sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, sagte Geschäftsleiter Schäd, dem Kämmerer Arno Welz recht gab. "Wir müssen die letzte Rate nun einheben", sagten beide unisono.

Melanie Gräbner (CSU) aus dem Gremium des Abwasserzweckverbandes will eine "Verärgerung" bei Beitragspflichtigen erkannt haben, die Sorge hätten, dass alles teurer wird, als geplant war, was aber nach den Worten des Vorsitzenden nicht der Fall sein wird. Bürgermeister Ralf Nowak aus Pfarrweisach sprach sich dafür aus, die Beitragsrate wie besprochen ab 6. November zu erheben. "Da haben die Leute vielleicht ihr Weihnachtsgeld noch nicht ausgegeben", mutmaßte er. Der Beschluss über die Anpassung der Beiträge für Geschoss- und Grundstücksflächen und der Erhebung der letzten Rate wurde einstimmig gefasst.

"Wir werden die Beiträge und die Gebührensatzung anpassen müssen", sagte Vorsitzender Wolfram Thein. GeschäftsleiterSchäd und Kämmerer Welz erläuterten die Neukalkulation der Abwassergebühren. Nach den Worten des Geschäftsführers müsse der Verband kostendeckend arbeiten. Steigende Personalkosten und ein höherer Verwaltungsaufwand sowie eine zusätzliche Investition von 20 000 Euro für Geländer an der Kläranlage, die nicht durch Baukosten gedeckt ist, erforderten eine neue Kalkulation. Der Verwaltungsaufwand sei zum Beispiel von 3500 auf 6100 Jahr gestiegen, was Hans Wagner als "ziemlich happig" bezeichnete.


Zuschlag von 25 Cent

Kalkuliert werde im Jahr 2018, wie auch im Jahr 2017 mit 78 000 Euro Einnahmen, und bei tatsächlichen Einnahmen von etwa 60 000 Euro sei deshalb eine Unterdeckung vorhanden, die ausgeglichen werden muss. Die Berechnungen seien auf eine Wasserverkaufsmenge von 40 000 Kubikmetern ausgelegt, so Schäd. Der Preis für einen Kubikmeter Abwasser muss um 25 Cent von 1,50 Euro auf 1,75 Euro erhöht werden, um die vorgeschriebene Kostendeckung zu erreichen. "Dazu sind wir verpflichtet, auch wenn das hart klingt", sagte Wolfram Thein. Der Beschluss wurde bei der Gegenstimme von Hans Wagner so gefasst. Die Erhöhung gilt ab den Abrechnungszeitraum 15. November 2017.

Gedanken machte man sich im Gremium auch, weil vermutlich im Gemeindegebiet "einige schwarze Schafe" unzulässigerweise Regenwasser zur WC-Spülung nutzen. Das wirke sich auf einen geringeren Wasserverbrauch und somit auf weniger Einnahmen für den Verband aus. "Solche inoffizielle Anlagen darf es nicht geben", stellte Wolfram Thein klar. Falls jemand erwischt werde, müsse er mit einer Beitragsnachberechnung und Nachforderung rechnen, ergänzte hierzu Geschäftsführer René Schäd.