Das letzte Spiel des Jahres war für den FC Sand zunächst eine klare Angelegenheit. Von Beginn an übte die Eigner-Truppe großen Druck aus. Mit vielen Ballkontakten hatten die Sander das Heft fest in der Hand, so dass die Heimelf nur sporadisch aus ihrer eigenen Spielhälfte herauskam. In der 13. Minute hatten die Unterfranken eine erste gute Gelegenheit, doch das Zuspiel von Daniel Rinbergas auf Florian Gundelsheimer blieb in der BSV-Abwehr hängen. Zwei Minuten später setzte sich Peter Heyer gegen zwei Baiersdorfer durch, doch sein Schuss vom linken Strafraumeck ging um Zentimeter am Pfosten vorbei.

In der 18. Minute kam es nach einem Eckstoß von Daniel Rinbergas zu einer Kopfball-Stafette. Den letzten Kopfball von Florian Gundelsheimer lenkte Torwart Oertelt mit den Fingerspitzen gerade noch über das Gebälk.
Die Hausherren, die durch viele Fouls das Sander Spiel zu stören versuchten und damit beim äußerst schwachen Schiedsrichter durchkamen, verteidigten teilweise mit allen Mann ihren eigenen Strafraum.

Heyer wird in voller Geschwindigkeit gefällt

In der 30. Minute dann die Schlüsselszene: Nach einem Steilpass von Sebastian Götz in den Lauf von Peter Heyer war dieser frei Richtung Tor unterwegs. Das Leder hatte er bereits an entgegenkommenden Oertelt vorbei gelegt. Doch dieser brachte Heyer vier Meter außerhalb seines Strafraumes mit einem wuchtigen Tritt zu Fall. Der FC-Torjäger wurde dabei so schwer verletzt, dass er fast 20 Minuten lang auf dem Platz behandelt werden musste. Der Sander Anhang war über das grobe Foul derart erbost, dass er vom Trainer Bernd Eigner beruhigt werden musste.

Wie sich herausstellte, erlitt Heyer einen doppelten Schienbeinbruch und einen Bruch des Wadenbeines. Oertelt wurde mit Roter Karte vom Platz gestellt. Für ihn ging Feldspieler Enrico Cescutti zwischen die Pfosten. Als das Spiel fortgesetzt wurde, folgte die nächste Strafe für den Baiersdorfer SV auf dem Fuß. Den Freistoß zirkelte Dominik Rippstein mit viel Gefühl zum 0:1 in den Torwinkel.

Der in der Folgezeit total überlegene FC Sand hatte nach 34. Minuten reiner Spielzeit durch Sebastian Götz die nächste Großchance. Vier Minuten später beging Neu-Torhüter Enrico Cescutti ein nahezu identisches Foul wie vorher Oertelt an Heyer und säbelte den durchgebrochen Stefan Wasser im Strafraum um. Dafür wurde er nur mit "Gelb" bestraft. Den Elfmeter verwertete Daniel Rinbergas sicher zum 0:2.

Der Schock wirkt nach

Nach der Pause merkte man beiden Mannschaften an, dass der Schock über das Vorausgegangene nachwirkte. Angesichts der Leistung des Schiedsrichtergespannes gingen besonders die Sander fast jedem Zweikampf aus dem Weg. Die Partie plätscherte nur noch vor sich hin.

Spielbestimmend waren jedoch weiterhin die Unterfranken, die sich durch Thorsten Schlereth (50. Minute), Lucas Wirth (65.) und Sebastian Götz (68.) weitere gute Möglichkeiten herausspielten. In der 75. Minute sorgte Thorsten Schlereth schließlich für das 0:3, als er nach einem Zuspiel von Daniel Rinbergas das Leder über den Torwart hinweg ins Netz schaufelte. In der 81. Minute erhöhte wiederum Thorsten Schlereth nach einem Abwehrfehler und der folgenden Vorlage von Sebastian Götz auf 0:4. Den Schlusspunkt unter den teuer erkauften Sieg des FC Sand setzte in der 87. Minute Lucas Wirth, der nach einem schönen Spielzug über Tobias Krines und Thorsten Schlereth aus kurzer Distanz zum 0:5 einnetzte.

Trainer Eigner widmet den Sieg seinem schwer verletzten Torjäger

Bernd Eigner, der Trainer des FC Sand, sagte: "Der Sieg hat einen bitteren Geschmack. Ich bin immer noch geschockt und muss das Ganze erst einmal verarbeiten. Nicht nur von der sportlichen Seite, sondern auch von der menschlichen Seite her. Unsere Gedanken sind alle bei Peter Heyer. Der Sieg ist Nebensache. Wir alle hätten lieber eine Niederlage in Kauf genommen. Der Sieg ist einzig und allein Peter Heyer gewidmet."