Dabei behielt die Mannschaft von Trainer Lubos Thür verdient die Oberhand - und das nach einem 0:2-Rückstand. In den ersten zehn Minuten schien sich das Wort "Angstgegner" zu bewahrheiten, denn die Oberfranken lagen durch Treffer von Sebastian Lück (4.) und Florian Lüdtke (9.) recht früh in Führung und stießen dabei auf wenig Gegenwehr. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die erneut dezimierten "Hawks" - es fehlten unter anderem Max Zösch und Stefan Ankenbrand - noch nicht auf Betriebstemperatur. Zumindest gelang Jan Slivka dreieinhalb Minuten vor der ersten Pausensirene noch der 1:2-Anschluss (17.), während Schlussmann Martin Hildenbrand keinen weiteren Gegentreffer einstecken musste.

Welche deutlichen Worte hat ESC-Trainer Lubos Thür in der Kabine gefunden? "Ich habe nichts gesagt", so der Deutsch-Tscheche, der die Begründung gleich anfügte: "Ich habe gewusst, dass wir das Spiel gewinnen.
Ich wollte deshalb nicht wieder gleich laut werden." Er räumte ein, dass seine Mannschaft "das erste Drittel etwas verschlafen" hat. "Aber ich habe gewusst, dass die Jungs wollen. Und das haben sie dann gezeigt."


Die Post geht ab

Recht hat er, denn in den restlichen 40 Minuten ging "die Post ab". Nachdem erst Frederic Rambacher mit einem Schlagschuss bei eigener Überzahl den 2:2-Ausgleich erzielt hatte (22.), drehten David Franek mit einem Bauerntrick-Tor in Unterzahl (23.), Max HiIdenbrand (32.) und Manuel Kurz mit seinem ersten Treffer im ESC-Dress (35.) die Partie vollends.

Dabei spielten die nun haushoch überlegenen Kreisstädter gegen immer mehr nachlassende sowie überfordert und resigniert wirkende Selber teilweise Katz und Maus. Ebenso einseitig dann der Schlussabschnitt, als sich eine tolle Kombination an die nächste reihte. Kapitän Phillip Bates (44.), Eugen Nold (47., 55.), Max Hildenbrand (52.), Jan Slivka (53.) sowie erneut Manuel Kurz (60.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

"Wir habe schöne Tore gesehen, schöne Aktionen. Bis auf die ersten zehn Minuten und die zwei Gegentore haben wir ziemlich gut gespielt", lobte Lubos Thür. Zwölf Punkte bei 32:11 Toren in den letzten vier Partien: Die "Hawks" haben es nun in den eigenen Händen, den eroberten Zwischenrundenplatz zu festigen. Am kommenden Sonntag beim Rückspiel in Selb sollen weitere Zähler eingefahren werden.