Nach vier Jahren in der A-Klasse ist die SpVgg Untersteinbach wieder dort, wo sie hingehört: in der Kreisklasse Schweinfurt 3. Das sagt zumindest Trainer Kari Reyr Jonsson-Beck, der das Team wieder eine Etage höher führte.

Die Art und Weise, wie das geschehen ist, war an Dramatik nicht zu überbieten. Im Relegationsspiel gegen die SG Traustadt brauchte es 122 Minuten auf dem Sportgelände des FC Knetzgau, bis die Untersteinbacher ihrem Trainer die obligatorische Bierdusche verpassten. In der 120. Minute traf Marco Behringer per Foulelfmeter zum Ausgleich, in der Nachspielzeit der Verlängerung köpfte Kevin Marschall die Untersteinbacher in die Kreisklasse und den halben Steigerwald in die Ekstase. Mehr als die Hälfte dieser Kreisklassenrunde ist bereits gespielt, die Teams in der Winterpause. Jonsson-Beck über den Klassenunterschied, Derbys und die bisherige Saison.

War die Feier nach dem Relegationsspiel gegen Traustadt die beste ihrer Fußballerkarriere, Herr Jonsson-Beck?

Kari Reyr Jonsson-Beck: Das ist schwer zu sagen. Aber in meiner Karriere als Trainer auf jeden Fall!

Untersteinbach hat acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Als Aufsteiger dürften Sie also zufrieden sein?

Ja, bislang sind wir ziemlich zufrieden. Wir haben nur einen kleinen Kader, aber dafür mit 18 Punkten recht viel geholt. Als Aufsteiger waren wir für viele in der Liga der Abstiegskandidat Nummer 1. Wir können mit der jetzigen Situation leben und wollen darauf aufbauen.

In der vergangenen Saison ging es gegen Teams wie Koppenwind und Roßstadt, in diesem Jahr stehen Hermannsberg und Kirchaich auf dem Programm. Wie groß ist der Unterschied zwischen A-Klasse und Kreisklasse?

Natürlich ist die Kreisklasse ein bisschen stärker als die A-Klasse. Alles andere wäre ja Quatsch. Aber für mich und meine Jungs ist das immer noch Fußball. Nur haben wir stärkere Gegner und dafür mehr Derbys. Und das ist etwas besonderes. Je mehr Derbys, desto besser.

Welches Derby muss ein Untersteinbacher unbedingt gewinnen?

Die wichtigsten Spiele sind gegen Geusfeld und Fatschenbrunn. Ich will außerdem unbedingt Kirchaich schlagen. Das Hinspiel, das wir 1:7 verloren haben, war von uns das schlechteste Spiel, seit ich hier in Untersteinbach Trainer bin.

Stichwort kleiner Kader: Was tut sich in Untersteinbach personell in der Winterpause?

Abgänge haben wir im eigentlichen Sinn keine. Michael Herkert wird in dieser Saison leider nicht mehr spielen können, er hat einen Kreuzbandriss. Julian Rügemer wird wegen seines Studiums in München nur ein paar Spiele machen können. Fabian Behringer wird nach seiner langen Verletzungspause hoffentlich wieder angreifen können. Verstärken wird uns Simon Bühl. Er ist ein A-Jugendspieler, der ab sofort spielberechtigt ist.

Blick nach oben: Wie beurteilen Sie die Sportfreunde Unterhohenried? Holen sie den Titel?

Unterhohenried hat eine super Hinrunde gespielt. Die haben sehr gute Einzelspieler und funktionieren auch als Team klasse. Wenn die in den ersten zwei, drei Spielen nach der Winterpause gut punkten, wird es schwer, die noch einzuholen. Aber im Fußball ist nichts unmöglich.

Ist die Trainerfrage in Untersteinbach schon geklärt? Stehen Sie auch in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie?

Wie es bei mir als Trainer weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Aber für die kommenden Wochen sind Gespräche mit den Verantwortlichen geplant.

Was muss Untersteinbach nach der Winterpause besser machen?

Wir müssen unbedingt unsere Torchancen besser nutzen und die einfachen, teilweise blöden Gegentore verhindern. Aber mit der Einstellung, mit der wir die Hinrunde bestritten haben, bin ich mir sicher, dass wir uns in diesen beiden Punkten verbessern werden.

Die SpVgg Untersteinbach bleibt also in der Kreisklasse? Unser Saisonziel war und ist es, die Klasse zu halten. Und da sind wir auf einem guten Weg. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir die fehlenden Punkte noch holen werden und auch nächstes Jahr in der Kreisklasse spielen. Weil da gehört die SpVgg Untersteinbach hin.