Punktspiel, Pokalspiel, Freundschaftsspiel, Relegationsspiel. Alles bestens bekannt. Seit Freitagabend gibt es in Neubrunn nun noch eine weitere Kategorie: Geburtstagsspiel. Aber nicht das aufgrund eines Vereinsjubiläums. Zwei ganze Mannschaften hatte vielmehr Horst Derra auf das Sportgelände seines Heimatvereins FC eingeladen, um sein 50. Wiegenfest auch sportlich zu feiern. Darunter viele Weggefährten, mit denen der Fußballer in seiner aktiven Zeit unter anderem beim FC 05 Schweinfurt, beim FC Sand und natürlich seinem Heimatverein erfolgreich war.
Sein "Dream Team" verlor letztlich nur knapp mit 5:7 gegen die "Altstars" des 1. FC Nürnberg, in welcher er selbst seit sechs Jahren regelmäßig im Einsatz ist und für die er in Hälfte 2 selbst einen Treffer beisteuerte. Zwar standen Marek Mintal oder Dieter Eckstein nicht, wie von vielen erhofft, im Kader. Die Traditionself des Club war dennoch bestens bestückt: Größen wie Jörg Dittwar (192 Bundesligaspiele), Carlo Werner (227), Martin Schneider (386), der gleich vierfache Torschütze Christian Eigler (304), Stefan Reisch (189) oder der ehemalige Kapitän Andi Wolf (252) boten den knapp 300 Zuschauern eine kurzweilige Partie.
Daran hatte natürlich auch die Auswahl von Horst Derra ihren Anteil. Charly Götz, Gerd Köhler, Werner Köhler (alle FC Schweinfurt 05), die Brüder Stefan und Thorsten Seufert, Michael Weber, Stefan Wartha, Robert Tioka-Wirth (alle FC Sand) sowie Großcousin Manni, Bruder Uwe, Patenkind Moritz und Sohn Dennis Derra, sorgten in der fairen Begegnung dafür, dass Schiedsrichter Oskar Geuß (Haßfurt) wenig zu tun und die Besucher ihren Spaß hatten.


"Qualitativ relativ hochwertig"

"Das Spiel war offen auf beiden Seiten, qualitativ relativ hochwertig mit schönen Aktionen und herrlichen Kabinettstückchen", bilanzierte der Gastgeber zufrieden. "Die Zuschauer haben sicher ein gutes Fußballspiel gesehen." Das Ergebnis spielte freilich nur eine Nebenrolle, wenngleich das "Dream Team" durch Treffer von Thorsten Seufert, Charly Götz und zweimal Stefan Seufert einmal mit 4:2 in Führung lag und durchaus eine gute Figur abgab. Im Mittelpunkt stand vielmehr Horst Derra selbst. "Ich freue mich riesig", strahlte der Altmeister, der immer noch ab und an für den FC Neubrunn in der Kreisliga oder in der A-Klasse auf dem Platz steht, schon vor dem Anpfiff. Aber warum ein Geburtstagsspiel?
"Als ich den Ablauf meiner Feier geplant habe, ist die Idee einfach entstanden. Es ist doch mal was anderes", begründete der Mittelfeldakteur und fragte bei Traditionself-Trainer Dieter Nüssing (selbst 251 mal für den "Club" und Hertha BSC im Einsatz) sowie Thomas Ziemer (von 1997 bis 2000 55 Partien für Nürnberg) an. Die spontane Antwort aus Mittelfranken: Na klar!
Obwohl die Gäste aus der Frankenmetropole die "Heiligen Länder" aufgrund eines Staus erst mit einer dreiviertel Stunde Verspätung erreichten, war auch Andi Wolf, bis vor einigen Wochen noch Co-Trainer der U21 des "Club" in der Regionalliga, bestens gelaunt.


"Ein schönes Geschenk"

"Den ganzen Juli und August" ist der 35-Jährige, der sich laut eigener Aussage erst einmal eine Pause vom Profi-Fußball gönnt, mit der Traditionself unterwegs. Die Einladung von Horst Derra nahm er auch gerne an: "Das ist selbstverständlich. Ich denke schon, dass es ein schönes Geschenk für ihn ist." Seit der gebürtige Russe Teil der Traditionsmannschaft ist, hat diese indes immer gewonnen. Die Siegesserie hielt am Freitag an, wenn auch relativ knapp.
Die Torschützen für das "Dream-Team": Stefan Seufert (2), Thorsten Seufert, Charly Götz und Michael Weber; die Torschützen für die 1. FCN-Traditionself: Christian Eigler (4), Janos Pal, Steffen Mehl und Horst Derra.