Er ist zweifelsohne das Gesicht des FC Neubrunn, auch wenn er aktuell gar nicht für den Kreisligisten spielt. Fabian "Fabser" Schmitt steht seit dieser Saison für den FSV Krum in der Fußball-Bezirksliga auf dem Rasen. Aber nicht mehr lange: Das aschblonde 173 Zentimeter große Energiebündel kehrt nach einem Jahr zurück in die Heiligen Länder. Künftig führt der 29-jährige Mittelfeldspieler seinen FC als Spielertrainer aufs Feld - und öffnet damit das nächste Kapitel in seiner Beziehung zu seinem Heimatverein FC Neubrunn.

Nach nur einem Jahr geht es im Sommer aus der Bezirksliga zurück zum FC Neubrunn - als Spielertrainer. Wie kam es zu diesem Wechsel?

Fabian Schmitt: Naja, die Neubrunner Jungs haben schon ein paar Mal gefragt: "Ey Fabser, kommst du als Spielertrainer irgendwann zurück?" Ich habe dann immer gesagt: "Abwarten Jungs, noch bin ich in Krum und möchte da auch noch ein bisschen bleiben." An Silvester kam dann der zweite Vorsitzende Thomas Eckstein auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte. Ich war nicht abgeneigt, wollte aber noch einmal darüber nachdenken. Als Neubrunner habe ich natürlich mitbekommen, dass es aktuell sportlich nicht so läuft. Jetzt habe ich zugesagt.

Wären Sie auch ohne das Angebot als Spielertrainer zurück zum FC Neubrunn?

Mein Plan war eigentlich, dass ich noch länger in Krum bleibe und höherklassig spiele. Ob ich ohne das Angebot als Spielertrainer zurückgekommen wäre? Ich denke nicht.

Sie haben bislang immer für den Heimatverein gespielt. Was gab den Ausschlag zum Wechsel nach Krum?

Ja, das stimmt. Ich kenne sehr viele Spieler aus Auswahl- und Stützpunktzeiten. Die haben in der Jugend bei Vereinen gespielt, bei denen die Ausbildung besser war und die Spielklasse höher. Das hatte ich nie. Und ich wollte mir selbst beweisen, dass ich dazu auch in der Lage bin. Da war ich mir zwar sicher, aber ich wollte es zeigen. Ich hätte auch zu anderen Vereinen wechseln können, die höherklassig spielen. Da gab es schon interessante Angebote. Aber ich habe mich für meine zweite Heimat entschieden. Mein Vater kommt aus Krum.

Bereuen Sie es, den FC Neubrunn vor einem Jahr verlassen zu haben?

Nein, auf keinen Fall. Ich habe aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Wenn Neubrunn die Klasse hält, dann sowieso nicht. Falls sie absteigen, habe ich schon ein schlechtes Gewissen.

Ist es etwas anderes, für den Heimatverein zu spielen?

Na klar. Es ist etwas komplett anderes, wenn man für den Verein spielt, für den man von Kindheit an Fußball spielt und einen jeder kennt. Außerdem fallen die ständigen Fahrten weg. In Krum fühle ich mich aber auch sehr heimisch. Und sobald ich auf dem Platz stehe, ist es egal für welchen Verein. Dann will ich einfach nur gewinnen.

Nach einem Jahr in der Bezirksliga - was sind die Unterschiede zur Kreisliga?

Der Fußball ist viel schneller und zweikampfbetonter. Fehler, die in der Kreisliga verziehen werden, werden sofort bestraft.

Was ist reizvoller: Das höhere Niveau in der Bezirksliga oder die vielen Derbys in der Kreisliga?

In beiden Ligen gibt es heiße Duelle. Mit Dampfach und Forst haben wir in Krum auch Derbys, bei denen es richtig zur Sache geht. Aber so richtig vergleichen kann man das mit den Derbys zwischen Neubrunn und Ebelsbach oder Steinbach nicht. Da geht es nicht nur auf dem Rasen, sondern auch neben dem Platz zur Sache.

Das Team, das Sie als Spielertrainer übernehmen werden, ist voller ehemaliger Teamkollegen. Haben Sie Angst, in der neuen Position nicht ernst genommen zu werden?

Da habe ich überhaupt keine Bedenken. Als Spieler war ich in Neubrunn schon der Leitwolf und habe gesagt, wie wir spielen. Da habe ich schon gemerkt, dass meine Jungs auf mich hören und auch taktische Dinge ändern, wenn ich das vorgebe.

Kann man sich bei einem alten Haudegen wie Krums Trainer Manfred Fehlbaum etwas für das künftige Trainerdasein abschauen?

Ja, definitiv. Er ist sehr ehrgeizig und möchte, dass alle Spieler an die Belastungsgrenze gehen und voll dabei sind. Außerdem merkst du einfach, wie viel Erfahrung er hat. Das ist schon beeindruckend.

Gilt der neue Vertrag nur für die Kreisliga oder gehen Sie auch im Falle eines Abstiegs nach Neubrunn?

Der Vertrag gilt auch für die Kreisklasse. Wichtig war für mich, dass der jetzige Kader zusammenbleibt. Mit Spielern wie Daniel Hümmer, Robert Nagy, Jonas Sauer - da könnte ich jetzt noch mehr aufzählen - ist die Truppe definitiv kreisligatauglich. Zur neuen Saison kommen auch einige sehr talentierte Jugendspieler dazu, die man sehr gut in den bestehenden Kader einbauen kann.

Warum schafft der FC Neubrunn den Klassenerhalt?

Die Qualität ist da. An Kampfgeist mangelt es Neubrunn sowieso nie. Es ist noch alles möglich, Neubrunn muss nur gegen die anderen Kellerkinder gewinnen. So einfach ist das.

Was sind Ihre Ziele mit dem FSV Krum bis zum Sommer?

Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt! Aber das schaffen wir mit dieser geilen Truppe, da bin ich mir sicher.