41 Partien haben sie seit Anfang September 2018 bestritten. Dabei gingen die Kufenflitzer des ESC Haßfurt bei den 34 Pflichtspielen 22 Mal als Sieger vom Eis. 219 Mal trafen der interne Topscorer Jakub Sramek (er alleine war für 58 Tore verantwortlich) und Co. in die gegnerischen Gehäuse.

Das vor Saisonbeginn ausgegebene Zwischenziel "Aufstiegsrunde" haben die Hawks souverän erreicht, doch zum Aufstieg reichte es wieder nicht. Die Eishockey-Landesliga ist weiterhin die sportliche Heimat der Haßfurter.

Dazu wurde vor allem die Verzahnungsrunde bayernweit von der Ausländerregelungs-Diskussion überschattet, die den abtrünnigen Hawks bislang 13 negative 5:0-Spielwertungen seitens des Bayerischen Eissportverbandes (BEV) bescherten. Eine Klage seitens des ESC Haßfurt gegen die freiwillige Selbstverpflichtung, die der Verein ebenso wie die beiden Mitkläger Waldkirchen und Burgau von Anfang an nicht mitgetragen hat, ist seit Wochen am Laufen. Die rechtskräftige Entscheidung wird von allen Beteiligten erwartet, einen konkreten Termin dafür gibt es immer noch nicht.

Während sich die Fans im Vorjahr noch vor der letzten Partie bereits über die Weiterverpflichtung von Jakub Sramek, Daniel Hora, Jan Trübenekr und Michal Babkovic freuen durften, kann aktuell nur der Abgang des zweimaligen Topscorers Jakub Sramek nach Königsbrunn vermeldet werden (siehe unten). Ob und wie sich der Kader weiter verändert, ist noch nicht bekannt. Das bestätigen Vorstandssprecher Andreas Kurz und Trainer Martin Reichert. Welches Fazit ziehen die ESC-Verantwortlichen bezüglich der Saison 2018/2019? Martin Reichert: Es war eine schwierige Saison. Sportlich kann man mit dem Auftreten der Mannschaft aber durchaus zufrieden sein. Wir haben viele enge Spiele gewonnen. Zu keiner Zeit hatten wir das Gefühl, das sich irgendjemand hängen gelassen hat. Auch nicht bei Spielen, bei denen wir schon deutlich zurück lagen.

Andreas Kurz: Der ESC ist gerade im Umbruch. Die Mannschaft und auch alle Strukturen im Verein müssen angepasst werden. Wir sind die letzten Jahre deutlich gewachsen. Nicht nur die Anzahl der Mitglieder steigt, auch der Aufwand, den ganzen Verein in allen Bereichen so professionell wie möglich aufzustellen. Mit unserem neuen VIP-Raum, der Kabine für die U20 und Umbauten innerhalb der anderen Bereiche haben wir in der Infrastruktur wieder weitere Fortschritte gemacht. Jetzt gilt es, das Bestmögliche rauszuholen. Dafür brauchen wir aber dringend mehr Köpfe, um daraus für den ESC auch das notwendige Kapital zu schlagen. Aber genau da liegt das Problem. Was hat Sie in dieser Saison am meisten gefreut, was am meisten geärgert? Kurz: Das Abschneiden der Mannschaft war sportlich in Ordnung. Das hat mich gefreut. Ärgerlich ist natürlich die unterschiedliche Auffassung mit dem BEV bezüglich der transferkartenpflichtigen Spieler. Und obwohl die Rechtslage klar ist, weigert sich der BEV, diese anzuerkennen. Andererseits ärgerlich waren so einige Artikel in den Zeitungen, Internet oder auch in einigen Stadien selbst zu diesem Thema. Da hat sich mir gezeigt, wie schlecht teilweise andere Personen über dieses Thema informiert sind. Besonders geärgert hat mich ein Bericht, in dem uns vorgeworfen wurde, den Aufstieg in die Bayernliga einklagen zu wollen. Das war nie unser Anliegen.

Reichert: Das sportliche Abschneiden muss ich zweiteilen. Zum einen war das Erreichen der Verzahnungsrunde und das endgültige Sortieren der Mannschaft eine wichtige Phase für die anstehenden Veränderungen in der Zusammensetzung unserer Mannschaft. Das Abschneiden in der Verzahnungsrunde ist für mich immer noch ärgerlich. Mit drei Punkten mehr hätten wir Platz 3 erreicht und damit einige wichtige Dinge in Gang gesetzt. Zum einen, dass wir wieder gegen Schweinfurt und Bad Kissingen in der Bayernliga spielen. Zum anderen, dass der Druck auf den Verband erhöht wird, den begrenzten Alleingang in Bayern ändern zu müssen und sich der Vorgabe des DEB und allen anderen Bundesländern anzupassen. Wann ist mit einer Entscheidung in Sachen transferkartenpflichtiger Spieler zu rechnen? Kurz: Das wird sich wohl noch den Sommer über hinziehen. Ein Blick auf die neue Saison: Welche Spieler dürfen oder wollen weiter bei den Hawks spielen? Wer verlässt den Verein, wer kommt? Kurz: Da ist noch nichts entschieden, die Gespräche laufen. Die noch nicht geklärte Entscheidung zum Thema Transferkarten macht das Ganze nicht einfacher. Jedoch wird es einen Umbruch im Mannschaftsgefüge geben, so viel lässt sich jetzt schon sagen. Herr Reichert, stehen Sie dem Verein in anderer Funktion weiterhin zur Verfügung? Reichert: Ja, natürlich. Ich bleibe weiter im Vorstand und auch weiterhin sportlicher Leiter des ESC Haßfurt. Der Trainerposten war eine nicht geplante, zusätzliche Aufgabe. Wie lange ist für Sie persönlich jetzt Sommerpause und wann beginnt für Sie die Vorbereitung auf die neue Saison? Reichert: Für uns gibt es keine Pause. Gespräche mit potenziellen Spielern laufen seit Wochen. Zusätzlich stehen jetzt die Gespräche mit möglichen Trainern an. Wenn die neue Mannschaft 2019/2020 steht und alle Gespräche abgeschlossen sind, werden wir sicherlich auch in eine kurze Sommerpause gehen.

Die Saison des ESC Haßfurt in Zahlen

Spielbilanz: 34 Pflichtspiele, 21 Siege, 13 Niederlagen Torbilanz: 219: 157 Tore Strafminuten: 500 (durchschnittlich 15). Höchster Sieg: 13:2 gegen Freising Höchste Niederlage: 1:8 in Geretsried

Topscorer Pflichtspiele: Jakub Sramek: 33 Spiele, 116 Punkte (58 Tore/58 Assists); Daniel Hora: 34, 88 (20/68), Jan Trübenekr: 34, 84 (45/39);

Topverteidiger Pflichtspiele: Daniel Hora: 34, 88 (20/68); Max Hildenbrand: 32, 12 (0/12); Philipp Bates: 28, 9 (3/6).

Meiste Strafzeiten: Georg Lang (62), Alexander Stahl (53), Jan Trübenekr (52).

Effektivster Spieler: Jakub Sramek: 33 Spiele, durchschnittlich 3,52 Punkte.

Zuschauer gesamt: 8582 (durchschnittlich 409)