Eine Überraschung war es aufgrund der seit Wochen anhaltenden Talfahrt der Haßfurter "Hawks" sicher nicht, dass sie auch ihr Auswärtsspiel beim EHC Mitterteich mit 7:2 verloren.

EHC Mitterteich - ESC Haßfurt 7:2

Überraschend war für die treuen mitgereisten ESC-Fans, die der arg gebeulten Mannschaft nach wie vor die Treue halten, vor allem ein Neuzugang: David Franek nahm nach seinem Rückzug nach dem Vorbereitungsspiel in Lauterbach erstmals wieder die Kontingentstelle ein.

Der 28-jährige Tscheche, der seit Wochen bei den "Hawks" mittrainiert und sich fit hält, solle einfach Spielpraxis bekommen: "Ich will variabel bleiben", begründete Reichert den Wechsel. Der ESC-Trainer will laut eigener Aussage bis zur Abstiegsrunde "austesten", ob er die Ausländerposition mit Zoltan Revak oder David Franek besetzt. Revak habe die Entscheidung "als Sportsmann aufgenommen.
Ich habe ihm gesagt, dass es nichts mit ihm persönlich zu tun hat." Wer von beiden in den kommenden Begegnungen eingesetzt wird, entscheidet Martin Reichert erst kurzfristig.

Zwar war der ESC-Kader beim Mitaufsteiger nahezu vollständig, doch mit Beppi Eckmair, der sowohl Hüft- als auch Nackenprobleme hatte, und dem gesperrten Eugen Nold, fehlten zwei wichtige Spieler. Dennoch waren die "Hawks" lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner und lagen nach Mitterteicher Treffern von Ales Kreuzer (4.) und Simon Bogner (14.) sowie dem Ausgleich von Ales Stribny (7.), der zugleich sein erstes Pflichtspieltor erzielte, nur knapp mit 2:1 zurück.

Im zweiten Drittel gerieten die Unparteiischen unfreiwillig in den Mittelpunkt des Geschehens. "Ich schimpfe ungern auf die Schiedsrichter", hielt sich der sichtlich angefressene Martin Reichert mit lauter Kritik weitgehend zurück. Dennoch stellte der 49-jährige Hawks-Trainer vor allem die Entscheidung infrage, als Dennis Friedberger nach einem Check gegen die Bande mit ausgekugelter Schulter ins Krankenhaus gebracht werden musste. "Entweder es gibt gar keine Strafzeiten, wenn der Schiedsrichter das Foul nicht gesehen hat, oder aber eine Spieldauer-Disziplinarstrafe." Doch, so der Vorwurf der ESC-Verantwortlichen, der Unparteiische Schmid und seine Assistenten hätten das Foul sehen müssen.

Ebenso ärgerte sich Reichert über nicht geahndete Fouls an Friedbergers Verteidigerkollegen Pavel Weiß (musste nach der einem Check genäht werden) und Marcel Schorr, der blutend vom Eis fuhr und nicht wieder eingesetzt werden konnte. Ein Pfiff des Schiedsrichter blieb aus. Auf der anderen Seite kassierten die "Hawks" Strafzeiten, wenn Spieler der Oberpfälzer nur hinfielen. "Das war heute für mich mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen", äußerte Reichert seinen Unmut.

Die bis zur Rückkehr von Friedberger, der trotz starker Schmerzen auf die Zähne biss und nach dem Einrenken wieder mitspielte, erneut notwendige Umstellung der Reihen nutzen die "Stiftland Dragons" gnadenlos aus. Christopher Schönberger, Stephan Trolda und Sergej Hausauer schraubten das Ergebnis binnen zwei Minuten auf 5:1 in die Höhe (37./39.). Zwar gelang Rückkehrer David Franek, mit dessen Leistung Reichert zufrieden war, im Schlussabschnitt noch einmal der Anschluss (45.). Stephan Trolda (53.) und Teamkollege Boris Flamik (57.) machten alle Haßfurter Hoffnungen auf ein besseres Abschneiden im Duell der beiden Aufsteiger aber endgültig zunichte, was auch der zum ESC-Spieler des Abends gewählte Keeper Martin Hildenbrand nicht verhindern konnte.

"Dass die Mannschaft im letzten Drittel noch einmal zurückgekommen ist, war für mich ganz in Ordnung", sagte Reichert. "Sie hat gekämpft bis zur letzten Sekunde."