Dass es "mit Sicherheit keine einfache Aufgabe" wird, darüber ist sich Lubos Thür im Klaren. Doch der Trainer des ESC Haßfurt ist "fest davon überzeugt", in der Gruppe D der Abstiegsrunde in der Eishockey-Landesliga am Ende auf einem der ersten vier Plätze zu stehen, die den Klassenerhalt sichern. Schon beim ersten Auftritt am Sonntag beim EC Bad Tölz 1b (18 Uhr) sollen die ersten Punkte eingefahren werden.

Das scheint angesichts der Bilanz der zweiten Garnitur der "Löwen" auch möglich, denn die Mannschaft von Trainer "Floppo" Zeller landete von den zehn Mannschaften in der Gruppe 2 nach der Vorrunde mit nur acht Punkten auf dem zehnten und somit letzten Platz.
Lediglich drei ihrer 18 Partien gewannen die Oberbayern, stellten dabei außerdem einen weiteren Negativrekord auf: Nur 45 Mal trafen sie "ins Schwarze". Auch bei den Gegentreffern war nur der DEC Inzell (122) schlechter als Bad Tölz (113).


Am "Grünen Tisch" verloren

Ihre Erfolge (5:4- und 6:4-Siege gegen Trostberg sowie 6:5 nach Penaltyschießen in Reichersbeuren) haben die Tölzer dabei erst am Ende der Vorrunde erzielt. Doch könnten sie noch vier Punkte mehr auf ihrem Guthabenkonto haben. In den Partien gegen Inzell (9:5) und der SG Schliersee/Miesbach (6:7 nach Penaltyschießen) haben sie einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt und deshalb am "Grünen Tisch" verloren.

Blanke Zahlen interessieren Lubos Thür in diesem Zusammenhang freilich weniger. "Das hat nicht diese Aussagekraft", meint er. Auch für Bad Tölz gehe es wieder bei Null an. Außerdem sei fraglich, welche Spieler nun zum Einsatz kommen. "Die Vereinsverantwortlichen wollen ihre 1b sicher in der Liga halten. Wenn es darauf ankommt, dann bekommen sie sicher auch Verstärkung von der Ersten", glaubt der ESC-Coach an Unterstützung aus der Oberligamannschaf, die aktuell den vierten Tabellenplatz belegt.

Für Thür aber spielt der Kader der Hausherren nur eine Nebenrolle. "Am wichtigsten ist, dass meine Mannschaft den Schwung und das zuletzt wieder gestiegene Selbstvertrauen mit auf das Eis bringt. Wenn sie wieder mit Willen, Leidenschaft und Geschlossenheit auftritt, dann werden wir nicht mit leeren Händen nach Haßfurt zurückfahren", sagt er. "Wir sind gut gerüstet", machte auch Verteidiger Marco Hildenbrand, Siegtorschütze beim packenden Derby im Schweinfurter "Icedome" vor wenigen Tagen, deutlich und blickt hoffnungsvoll auf den ersten Einsatz in der Abstiegsrunde.


Slivka für Kovacic

Personell gibt es beim ESC wieder einige Änderungen. Nach seiner Spieldauerstrafe muss Max Hildenbrand einmal pausieren, und anstelle von Enriko Kovacic wird Jan Slivka die Kontingentstelle besetzen. Dagegen steht Eugen Nold gar nicht mehr im Kader. "Er wechselt zum EC Bad Kissingen", bestätigte Sportlicher Leiter Martin Reichert. Grund ist eine Anfrage des Ligarivalen bei Nold selbst, worüber Reichert "sehr enttäuscht" ist. "Normalerweise sprechen erst die Vereine untereinander, wenn sie einen Spieler verpflichten oder abgeben wollen. Erst recht als Nachbarverein." Kissinger Verantwortliche unterhielt sich zunächst jedoch erst mit dem Haßfurter Angreifer, der nach der Partie in Schweinfurt dann Reichert über seine Absichten informierte. Dieser sprach zum einen von einer "sportlichen Schwächung" und zum andern von "Enttäuschung, auch innerhalb der Mannschaft".

Ob rein sportliche Gründe für die Entscheidung ausschlaggebend waren (Kissingen spielt um den Aufstieg in die Bayernliga) oder auch finanzielle, sei dahingestellt. Ob der Haßfurter Eugen Nold, der bereits in der Saison 2012/2013 14 Mal das Trikot der "Wölfe" trug, nochmals für seinen Heimatverein spielt, ist zumindest sehr ungewiss. Reichert wollte sich diesbezüglich nicht weiter äußern.