Große Enttäuschung war nach der Schlusssirene sicher vorherrschend unter den meisten der 637 Zuschauer. Lediglich die gut 30 Amberger Fans feierten lautstark. Doch auch die Zufriedenheit über die Leistung der Haßfurter Hawks war nach der knappen 2:3-Niederlage gegen die Wild Lions aus Amberg zu spüren. Ihr Versprechen, Kampf, Einsatz und unbändigen Wille zu zeigen, um die Partie zu gewinnen, hatten sie schließlich eingehalten.

ESC Haßfurt - ERSC Amberg 2:3 (1:1, 1:0, 0:2)

Deshalb war trotz der Enttäuschung über die bereits vierte Nullausbeute im fünften Aufstiegsrundenspiel am Freitagabend auch Haßfurts Trainer Volker Hartmann "stolz auf die Jungs. Wir hätten uns zumindest einen Teilerfolg verdient gehabt". Hätte, wäre, könnte nutzt im Nachhinein freilich aber nichts.

Tatsache ist, dass die Hawks, wie schon seit Wochen, erneut auf wichtige Spieler verzichten mussten. Diesmal konnten die verletzten David Franek (Rippenprellung) und Georg Lang (Bänder) sowie der kurzfristig erkrankte Christian Masel nicht dabei sein. "Damit sind mir wieder drei wichtige Leute weggebrochen", musste Hartmann feststellen.

Die restlichen Haßfurter Puckjäger legten sich mächtig ins Zeug und lieferten den Oberpfälzern bis zum Ende einen packenden Kampf. So glich Daniel Hora in der 14. Minute den Führungstreffer der Amberger (Torschütze war Kevin Schmitt, 8.) im ersten Abschnitt aus, ehe Lukas Kratschmer den Puck bei einer undurchsichtigen Situation vor ERSC-Schlussmann Oliver Engmann in dessen Gehäuse zum 2:1 unterbrachte (32.). Den Vorsprung aber auszubauen, schafften er und eine Teamkollegen trotz einer fünfminütigen Überzahl - Ambergs Felix Köbele bekam eine Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt - nicht.

Ein Gegentreffer bis zu diesem Zeitpunkt. Die in dieser Saison schon oftmals sehr toranfällige ESC-Hintermannschaft, bei der nach einigen Wochen Zwangspause Alexander Stahl sein Comeback feierte, hielt dem Druck bislang stand. Ebenso erwies sich Timo Jung erneut als enorm sicherer Rückhalt. "Wir haben stark nach hinten gearbeitet", lobte Hartmann, der sich aufgrund der starken Leistung bis dato ebenso wie die Zuschauer mit dem dritten Saisonsieg gegen die Wild Lions trotz des Auslassens zahlreicher Möglichkeiten anfreunden durfte.

Hawks-Fehler leitet Wende ein

Ein vermeidbarer Fehler war es, der die Kehrtwende einläutete: Als sowohl jeweils fünf Spieler der beiden Teams sowie die Unparteiischen gerade das letzte Drittel eröffnen wollten, kam noch Jan Trübenekr leicht verspätet aus der Kabine und wollte zur Spielerbank fahren. Und damit standen - regelwidrig - sechs Haßfurter Feldspieler auf dem Eis, was - regelkonform - sofort eine zweiminütige Bankstrafe nach sich zog. Die Gäste ließen sich diese Überzahl nicht entgehen und Topscorer Martin Brabec glich bereits nach 40 Sekunden zum 2:2 aus (41.).

"Das war einfach naiv. Eine ganz dumme Strafzeit. Das geht gar nicht", ärgerte sich Hartmann. Er steckte zudem das Foul von Lukas-Andreas Thebus, der aufgrund seines Einsatzes insgesamt aber "gar keinen Vorwurf" bekam, in der 53. Minute in diese Kategorie.

Tatsache ist, dass sich die Amberger auch diese 5:4-Überlegenheit nicht entgehen ließen und Daniel Vlach das 3:2 erzielte. Zwar versuchten die Hausherren alles, um zum Ausgleich zu kommen und sich somit zumindest in die Verlängerung zu retten. Selbst die Herausnahme von Timo Jung für einen weiteren Feldspieler eineinhalb Minuten vor dem Ende brachte nicht mehr den erhofften Effekt. Die zweite Heimniederlage war besiegelt.

Die Chancen waren da

"Wir hatten genug Chancen. Wir hätten einfach mehr Tore machen müssen. Aber gut: Amberg war ein sehr starker Gegner und das es eng wird, war eigentlich von Beginn an klar", machte der ESC-Trainer, der am Freitagabend mit zwei Gefühlswelten fertig werden musste, deutlich.Dass sich die sportliche Situation für die Hawks bezüglich dem Erreichen der "Top 4" nicht gebessert hat, ist klar. Aufgeben kommt für die Mannschaft allerdings nicht infrage. "Wir haben noch neun Spiele, da ist noch alles drin", gab sich ESC-Angreifer Timo Zürcher, zum "Spieler des Abends" gewählt, kämpferisch. "Jeder kann gegen jeden gewinnen. Jetzt müssen wir aber langsam mal eine Serie starten. Ich jedenfalls glaub noch dran."

Statistik des Spiels

ESC Haßfurt: Jung, Dietz - Hora, Thebus, Stahl, Marx, Breyer - Hornak, Stach, Persch, Kohl, Trübenekr, Babkovic, Dietrich, Zürcher, Kratschmer / Zuschauer: 637 / Schiedsrichter: M. Reitz - C. Reitz/Graf / Tore: 0:1 (8.) Schitt (Huber, Vlach) 4-5, 1:1 (14.) Hora (Trübenekr, Hornak), 2:1 (32.) Kratschmer (Stach), 2:2 (41.) Brabec (Hemmerich, Hampl) 4-5, 2:3 (53.) Vlach 4-5 / Strafzeiten: Haßfurt 16 / Amberg 23 + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Köbele.