Die aktuelle Saison ist für die Haßfurter Hawks vorbei und Lukas Kratschmer blickt bereits wieder nach vorne. Der Senkrechtstarter, dem im vergangenen September auf Anhieb der Sprung aus der eigenen Nachwuchsabteilung in die erste Mannschaft gelang, ist trotz des wiederholt verpassten Bayernligaaufstiegs mit der Spielzeit 2019/2020 "im Großen und Ganzen" zufrieden.

Natürlich wäre das "i-Tüpfelchen", das Erreichen der Halbfinal-Play-offs, und somit eine Verlängerung der Saison über den Februar hinaus, nicht nur für ihn wünschenswert gewesen. "Nach unserer starken Vorrunde ist man natürlich enttäuscht, dass es am Schluss nicht gereicht hat", sagt der 19-Jährige, dessen Premierenbilanz sich sehen lassen kann: In 40 von 41 möglichen Partien erzielte er 18 Scorerpunkte (elf Tore). "Aber", räumt er sportlich fair ein, "man muss auch anerkennen, dass die anderen Mannschaften konstanter gespielt haben und so verdient auf den ersten vier Plätzen stehen."

Mangelnde Chancenverwertung der Hawks

Nach der knappen 3:4-Niederlage gegen den ESC Kempten war das vorzeitige "Aus" besiegelt und auch der letzte Rechenschieber konnte in die Ecke gestellt werden. Die Hauptursachen sieht Kratschmer, der einzig beim abschließenden Auswärtsspiel in Bad Aibling aufgrund einer Krankheit nicht auflaufen konnte, anhand von zwei Tatsachen: "Zum einen unsere mangelnde Chancenverwertung, speziell in Powerplay-Situationen. Zum anderen unser Defensivverhalten zu Beginn der Aufstiegsrunde."

Schwacher Start in Aufstiegsrunde

Recht hat er, denn die Hawks starteten als "Meister der Vorrunde " sprichwörtlich katastrophal in die zweite Saisonhälfte. Drei Punkte in den ersten sechs Partien, darunter auch die höchste Saisonpleite - ein 3:10 in Buchloe. Eigentlich war das Thema Bayernliga am 26. Januar beendet. "Nach dem missglückten Start in die Aufstiegsrunde war es natürlich schwer zurückzukommen. Nach den ersten vier Spielen fanden wir zwar zu unserer Form zurück, doch die verschenkten Punkte fehlten uns am Schluss", meint der Angreifer, der mit der anschließenden Aufholjagd einverstanden war: Sechs Siege in Serie hielten den Traum zunächst am Leben. Letztlich entpuppten sich die Sharks aus dem Allgäu als Spielverderber.

Was ihm persönlich etwas sauer aufstieß: "Es gab sicherlich den ein oder anderen Zwischenfall, der für Unruhe sorgte. Das war sicherlich nicht förderlich für die gesamte Leistung der Mannschaft", hofft Kratschmer, dessen Vater Oliver selbst jahrelang für den damaligen ERC Haßfurt aktiv war, auf ruhigeres Fahrwasser in der nächsten Saison. Dass er dann wieder ein Hawk ist, daran besteht zumindest für ihn kein Zweifel. "Mein Ziel ist es, mich mit dem Team weiterzuentwickeln. Und für den Verein und die Mannschaft muss es wieder Ziel sein, in die Bayernliga aufzusteigen.

Ach ja: Mit der ersten Hälfte der Saison war er mit sich "weniger zufrieden, da mir noch etwas das Selbstvertrauen fehlte". Dieses Manko habe sich "ab Dezember von Woche zu Woche" verbessert und mit ein paar Toren kam das Selbstvertrauen sowie die Sicherheit wieder zurück. "Ich bin mit meiner Entwicklung über die Saison letztlich zufrieden. Und will natürlich nächstes Jahr wieder einen Schritt nach vorne machen."

ESC Haßfurt steigert sich gegenüber Vorjahr leicht

Zwei Tage eher als im Vorjahr haben die Haßfurter Hawks die Saison am Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Bad Aibling also beendet. 41 Partien - ebenso viele wie 2018/2019 - haben sie seit dem 7. September 2019 bestritten. Und die Ausbeute hat sich dabei leicht verbessert.

Neben den fünf Erfolgen in den sieben Vorbereitungsspielen - darunter wieder zwei Derbysiege gegen die Schweinfurter Mighty Dogs - erzielte die Mannschaft um Trainer Volker Hartmann in den 34 Pflichtpartien - 20 in der Vorrunde, 14 in der Aufstiegsrunde - tolle Ergebnisse. 26 Mal ging sie als Sieger vom Eis. Und im Jahr 1 nach Jakub Sramek übernahm Michal Babkovic die Rolle des Topscorers: In 33 Partien erzielte der Slowake 90 Punkte (49 Tore). Insgesamt erzielten Babkovic und seine Teamkollegen 217 Tore, kassierten aber auch 152 Gegentreffer.

Nachdem die "Krönung" erneut verpasst wurde, ist die Landesliga weiter die sportliche Heimat der Kreisstädter. Für Martin Reichert ebenso enttäuschend wie für Kratschmer. Den Sportlichen Leiter freut vielmehr "am meisten, dass bestimmte Dinge so eingetreten sind wie geplant, und die Mannschaft in diesem Jahr noch ein ganzes Stück besser war als in der letzten Saison. Für die Zuschauer war es der erste Platz in der Vorrunde", sagt der 56-Jährige, der sich nicht weiter mit dem wiederholten Nichtaufstieg beschäftigen will.

Reichert kündigt Kaderänderungen an

"Geärgert, oder ich würde eher sagen enttäuscht, haben mich vielmehr verschiedene Ereignisse und Verhaltensweisen mancher Menschen", betont Reichert, ohne über Einzelheiten sprechen zu wollen.

Für die Saison 2020/2021 kündigt er Veränderungen im Kader an. "Dies ist extrem wichtig und nötig. Nicht alle Spieler haben den Fokus auf die, nach unserer Ansicht, richtigen und wichtigen Dinge gelegt, welche den Erfolg einer Mannschaft voraussetzen. Was wir sagen können, ist, dass wir mit großer Sicherheit nicht alle Spieler dieser Saison wiedersehen werden."

Das betont auch Andreas Kurz, mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden ist. "Ich kann, so glaube ich, feststellen, dass wir in den wichtigen Bereichen wie Sponsoring, Zuschauerschnitt oder auch Mitgliederanzahl, um nur einige Bereiche zu nennen, wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht haben", bedankt sich Kurz bei der Familie Porada, die nach dem Ausfall eines Sponsors finanziell tatkräftig unterstützt hat. Im Sommer würden "wieder einige Investitionen in die Infrastruktur" anstehen.