Das langwierige Projekt Tierheimneubau im Kreis Haßberge nimmt konkretere Züge an. Im Bauausschuss stellten die Planer ihre Entwürfe vor. Das Schwierigste bei der Sache: die Einhaltung der Kostengrenze von 1,4 Millionen Euro.
Der "Deal" zwischen dem Landkreis Haßberge und den Kommunen schaut so aus: Eine Million Euro zahlen die Gemeinden, Städte sowie die Verwaltungsgemeinschaften, den Rest macht der Landkreis locker. Für den Bau des neuen Tierheims zur Fundtierbetreuung wurde der Kostenrahmen auf 1,4 Millionen Euro festgelegt.
Risiko liegt beim Landkreis
Das Hochbauamt im Landratsamt hatte nun die schwierige Aufgabe, einen vielseitig nutzbaren Gebäudekomplex nach neuesten tierschutzrechtlichen Anforderungen zu planen und das Budget einzuhalten. Denn: Das Risiko bei einer möglichen Verteuerung des Projekts trägt der Landkreis Haßberge. Kostet das Tierheim am Ende zwei Millionen Euro, der Landkreis hätte die Hälfte davon zu schultern. "Wir müssen natürlich schauen, dass die Kosten einigermaßen im Rahmen bleiben", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der Sitzung des Kreis-Bauauschusses am Donnerstag in Hofheim, bei der das Thema auf der Tagesordnung stand.
22 000 Quadratmeter
Angesichts der geplanten Anlagen auf dem 22 000 Quadratmeter großen Grundstück bei Zell am Ebersberg in der Gemeinde Knetzgau nahe der Autobahnzufahrt zur A70 standen die Planer im Hochbauamt vor einem Problem: Ein Verwaltungsgebäude sollte her, eine Tier-Krankenstation mit Quarantänebereich, acht lärmgeschützte Hundezwinger (Platz für zwölf Hunde), sieben Räume für 40 Katzen, zwei Räume für Kleintiere, weitere Räume etwa für Futter, Werkzeug und andere Ausstattung sowie der Außenbereich. "Diese 1,4 Millionen sind knackig", sagte Markus Fleischmann vom Hochbauamt im Landratsamt vor den Bauausschussmitgliedern.
Er präsentierte erste grafische Entwürfe zu dem Tierheimneubau. Darauf zu sehen sind zwei Gebäudeteile mit einer Bruttogrundfläche von insgesamt 930 Quadratmetern.
Der Schlüssel zu möglichst geringen Baukosten liegt nach Ansicht von Fleischmann in der Stahlhallenbauweise, nach der der Komplex aufgezogen werden soll. Diese Bauart habe sich in Industrie und Gewerbe bewährt und entsprechende Hallen werden heute "in großer Stückzahl gebaut", was zu relativ geringen Kosten führt. Bei der Ausgestaltung der Innenräume und deren Aufteilung bleibe man zudem flexibel und könne den Vorstellungen der Tierschutzinitiative Haßberge, die das Tierheim eines Tages betreiben soll, gerecht werden. Es ist laut Fleischmann "die einzige Möglichkeit, um mit den gesetzten 1,4 Millionen zurechtzukommen.
Tages- oder Kunstlicht?
Es wurden Überlegungen diskutiert, ob man das Dach mit einer Solaranlage ausstatten sollte (primär allerdings mit der Funktion, durch die Wärme absorbierenden Solarpanel ein Aufheizen des Halleninneren im Sommer zu verhindern) oder ob Tageslicht oder eine künstliche Beleuchtung in der Tierhalle eingesetzt werden sollen. So hatte etwa Kreisrat und Bauausschussmitglied Herbert Baum (SPD), der als Landwirt Erfahrung mit Tierhaltung hat, betont: "Über Tageslicht geht nichts." Letztlich werden solche Entscheidungen aber hintenangestellt. Der Bauausschuss empfahl bei seiner Sitzung lediglich dem Kreistag, dem Vorentwurf zum Neubau des Tierheims in Zell zuzustimmen.