279 Mitglieder zählt die Schlossberggemeinde Königsberg zurzeit. Knapp 40 davon nahmen am Sonntagnachmittag an der Jahresversammlung in der Schlossberg-Gaststätte teil. Schließlich waren auch Neuwahlen angesagt. Aber bei dem Verein, der sich um Erhalt und Aufbau der alten Stauferburg kümmert, geht es dementsprechend konservativ zu, im besten Wortsinne: Alle zwei Jahre wird der Vorstand bestätigt.


Das Vorstandsgremium

Dabei steht der Schlossberggemeinde ein "Roter" vor, Burgvogt Eddi Klug gehört für die SPD dem Königsberger Stadtrat an. Mit ihm steuern die Geschicke der Schlossberggemeinde weiter Zweiter Burgvogt Heinz-Dieter Schmidt, Gemeindeschreiber Walter Schneider, Säckelwart Gerd Kost und die Gemeinderäte Inge Schneider, Ewald Fischer, Udo Grieser, Erich Schulz, Gerold Sturm und Herbert Sinner. Wolfgang Frantzen und Uwe Bätz werden weiterhin die Kasse prüfen.

Bevor es zu diesen reibungslosen Neuwahlen kam, berichtete Eddi Klug, heuer erstmals mit Bildern, über die Arbeiten 2016. Die Aktiven widmeten sich dem Zurückschneiden der Bäume und Sträucher rund um die Schlossbergruine. Schwerpunkt des Freischneidens rund um die Mauern waren die Böschungen links von der "Schönen Aussicht" bis zur "Altershäuser Aussicht". Es ging zur Sache: Am steilen Berghang bis fast zur unteren Weinbergsmauer wurde das mannshohe Gestrüpp mit Motorsensen und Motorsägen Stück für Stück bodennah abgeschlagen.

Im April starteten die Maurerarbeiten. Es galt, nach und nach unterschiedliche Mauern und Eisenabsperrungen zu erhöhen. Damit setzte die Schlossberggemeinde Punkte eines Sicherheitskonzepts des Architektenbüros Bergmann um, welches die Stadt Königsberg, nach einem Todessturz von der Brücke am Schlossberg 2015, in Auftrag gegeben hatte.


Mauern erhöht

Zuerst wurde die Mauer der Freilichtbühne in Richtung Parkplatz erhöht. Auch ein Stück Mauer der Kemenaten wurde auf etwa vier Meter Länge auf die gewünschte Höhe von 1,10 Meter gebracht. Anfang Juli begannen die Helfer mit der Umsetzung des Sicherheitskonzeptes im Wallgraben: Alle drei Meter wurde dort die Mauer auf einer Länge von einem Meter erhöht, um vom Fußweg zum Wallgraben eine Brüstungshöhe von über 1,10 Meter zu bekommen. In die Zwischenräume wurden je zwei Eisenrohre als Absperrung eingesetzt. In diesem Zusammenhang bedankte sich Klug bei der Stadt Königsberg, die für die Sicherungsmaßnahmen die Kosten übernahm.

Dazu kamen noch viele "kleinere" Projekte, wie der Neubau einer Bratwurstbude und die Elektro- und Wasserinstallation im Werkzeugturm.

Viele Arbeiten erledigten die Mitglieder der Schlossberggemeinde selbst, erklärte Klug, nur weniges lief über Fremdfirmen. Der Burgvogt dankte den Helfern, die sich mächtig ins Zeug legten, damit sich die Gäste, Mitglieder und Freunde auf dem Schlossberg wohl fühlen. Er hofft, dass auch jetzt wiederum viele bei den Aktionen dabei sind. Klug würdigte die Fachoberschule Coburg: 2016 kamen von dort an zwei Tagen jeweils rund 20 Studenten und arbeiteten an der Burgruine mit. Nicht wegzudenken auch der Reinigungstrupp "Besenweiber", der sich nicht nur einmal im Jahr um Sauberkeit und Ordnung auf dem gesamten Schloßbergareal kümmert.


Gelungene Veranstaltungen

Dass die Mitglieder der Schlossberggemeinde nicht nur arbeiten, sondern auch feiern können, zeigte Burgvogt Eddi Klug im Blick auf Veranstaltungen: Als besonderes Ereignis wertete er die 50. Coburgwanderung im September. Über 80 Wanderer waren dabei. Wanderwart Erich Schulz zeigte sich mit dem Ablauf voll und ganz zufrieden.

Der Bürgermeister der Stadt Königsberg ist gleichzeitig immer der Ehrenvorsitzende der Schlossberggemeinde. Claus Bittenbrünn wandte sich kurz an die Verantwortlichen. Die Schlossberggemeinde vollbringe eine tolle Leistung, die die Stadt in diesem Ausmaß nicht schultern könne und die viel für die Schönheit der Stadt bewirke. Der Schlossberg sei ein Aushängeschild, das der Stadt am Herzen läge. Die Umsetzung der Sicherungsmaßnahmen seien durch die Gemeinde tadellos und für die Stadt kostengünstig umgesetzt worden.

Die Ausgaben und Einnahmen beschrieb Säckelwart Gerd Kost. Seit 1978 hat er dieses Amt inne und schon so manches Auf und Ab im Säckel der Schlossberggemeinde erlebt. Diesmal konnte er aber mit beruhigenden Zahlen aufwarten.

Seit 1971 werden die freiwillig zum Erhalt der Burgruine erbrachten Arbeitsstunden bei der Schlossberggemeinde aufgelistet. 73 586 Stunden sind seitdem zusammen gekommen. 1051 waren es 2016 - nicht gezählt Botengänge, Büroarbeiten, Organisation.

Keine finanziellen Zuwendungen aber das große Burgbild für über 100 Stunden unentgeltlichen Einsatz ist die Anerkennung für eine solche Leistung durch die Schlossberggemeinde. Diese Richtschnur hat 2016 Traudel Sauer aus Königsberg als Mitglied der "Besenweiber" erreicht. Dafür überreichte ihr Burgvogt Klug das Burgbild.


Medaillen der Stadt überreicht

Die Stadt ehrt Bürger, die besonders viele Stunden für die Restaurierung der Burgruine aufbringen, mit Silber- oder Goldmünzen. Bürgermeister Bittenbrünn überreichte Medaillen an Heinz-Dieter Schmidt (1025,5 Stunden), Erich Schulz (552) und Brigitte Kost (500).

Im Ausblick wurde angesprochen, dass es am Basteiturm weiter gehen soll; ferner liegt weiter das Hauptaugenmerk auf Absicherungsmaßnahmen an verschiedenen Stellen der Burg. Lisbeth Baier trug dann ein Gedicht über den Schlossberg von Karl Eisentraut vor, und Michael Klug sprach noch über "Die Gründerjahre der Schlossberggemeinde".