Genau 100 Jahre oder 1200 Monate hat der Obst- und Gartenbauverein (OGV) nun hinter sich gebracht. Aus diesem Grund fand am Wochenende eine Jubiläumsfeier im Haus der Vereine statt.

Erster Vorsitzender Joachim Klebrig hatte sich die Mühe gemacht und in den Unterlagen das Wichtigste herausgesucht, das den OGV kennzeichnet. Mitten in den Kriegsjahren gründete demnach der damalige Pfarrer Grünewald 1915 mit 30 weiteren Gemeinfeldern den Verein im Gasthaus Ott. Ziel war das Ziehen von Obstbäumen, denn der Kauf von Bäumen kostete bis zu 42 Mark, eine horrende Summe in der damaligen Zeit. Die Anschaffung einer Baumspritze und einer Obstpresse waren weitere wichtige Angelegenheiten im OGV. Nach dem Wegzug von Pfarrer Grünewald übernahm erst Willibald Greß die Führung des Vereins, 1929 dann Malermeister Valentin Ott.
Schon damals wurden die Obst- und Gartnbauvereine aufgefordert, Weinreben und Blumen an den Häusern zur Verschönerung zu pflanzen und den Friedhof in Ordnung zu halten. Von 1939 bis 1945 ruhte der OGV.

Denkmäler und Feldkreuze

1946 gab dann die amerikanische Militärregierung grünes Licht zur Weiterführung des Vereins. Eugen Wohlfart und Hans Puritscher waren nach dem Krieg die treibenden Kräfte im Verein. Auf Initiative des OGV wurden ein Kinderspielplatz und das Leichenhaus errichtet. Nicht nur im Dorf wurde der Verein bei Denkmälern aktiv, auch außerhalb standen Feldkreuze aller Art im Fokus des OGV. Bei der Gestaltung des Dorfplatzes oder Neuerstellung des "Käppele" zeigten sich die Mitglieder als Aktivposten im Geschehen des Burgpreppacher Gemeindeteiles. Neben den genannten Aktivitäten kümmerte sich der OGV auch um zahlreiche andere Aktivitäten wie örtliche Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder.

"Deutschland wäre ärmer"

Seitens des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege sprach Peter Kirchner, der auf die Geschichte des Obstbaus einging. Er bemängelte, dass die Leute heute viele Steinwüsten in den Vorgärten hätten. Kirchner lobte den Gemeinfelder OGV für dessen Beitrag zur Landespflege. Ohne die Obst- und Gartenbauvereine wäre
Deutschland ein Stück ärmer, erklärte der Vertreter des Kreisverbandes, der dem Verein zur Würdigung seiner Verdienste eine Ehrenurkunde sowie einen Baumscheck über 75 Euro mitgebracht brachte.

Bürgermeister Hermann Niediek sah die Gründung 1915 mitten im Krieg als besondere Leistung und würdigt die Leistung des Vereins für die Allgemeinheit. Mit dem Ehrenteller der Marktgemeinde Burgpreppach soll künftig das Vereinszimmer geschmückt werden.

Am Schluss des offiziellen Teils wurden noch Ehrungen durchgeführt. Joachim Klebrig, seit 1991 im Verein und viele Jahre Erter Vorsitzender, konnte viel Lob von seiner Stellvertreterin Petra Schuler entgegennehmen. Unter seiner Führung wurde unter anderem die Kinderabteilung aktiviert und der Spielplatz gestaltet. Die Silbernadel des Kreisverbandes ging an Magdalena Kraus, die 25 Jahre dem OGV Gemeinfeld angehört und in dieser Zeit auch als Beisitzerin in der Vorstandschaft tätig war. Auch sonst ist sie dem OGV wohl gesonnen, pflegt den Brunnenbereich und stellt ihre Scheune als Lager zur Verfügung. Brigitte Büttner schließlich ist seit über 30 Jahre Schriftführerin im OGV.