"Leib und Seele, was willst du mehr?" Der Zusammenfassung von Pfarrer Volkmar Gregori in wenigen Worten ist eigentlich nichts hinzuzufügen: ein weiter Fernblick, angenehmes Wetter, Begegnungen, Gespräche, Brotzeit, Frühschoppen und natürlich die Kräuterweihe. Bei der von Ebelsbachs Urlaubspfarrer Professor Dr. Bogdan Ponizy zusammen mit dem Diakon Günter Kaim (Gerach) zelebrierten Bergmesse auf dem 362 Meter hohen Kirchberg nahe Schönbach freute sich der evangelische Pfarrer von Gleisenau ebenso wie die vielen Gläubigen über die einmal jährlich stattfindende Tradition.

Dass Gregori "im Rahmen der Möglichkeiten" den eindrucksvollen Gottesdienst am Feiertag der "Aufnahme Mariens in den Himmel" mitfeiern konnte, war, wie er bei seinen Gruß- und Dankesworten selbst sagte, "ungewöhnlich.
Dass das hier und heute so sein kann, freut mich sehr." Er bedauerte, dass die Frage nach Gott "in unserem Land für viele Menschen keine Bedeutung mehr" habe. Deshalb gerate auch immer mehr in Vergessenheit, was im Zentrum des Wirkens Jesu stehe: "Gottesliebe und Nächstenliebe". Es sei "bedeutsam, dass wir Christen unseren Glauben gemeinsam bezeugen, so wie wir es heute tun - in ökumenischer Verbundenheit und außerhalb von Kirchenmauern."

Im Mittelpunkt stand am Samstag die Weihe der Kräuterbüschel, die am Ende an die Besucher, darunter auch zahlreiche Wallfahrer aus Steinbach, eine Wandergruppe des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Neubrunn sowie Ebelsbachs Bürgermeister Walter Ziegler, verteilt wurden.

Ziegler nahm derweil Stellung zu der geplanten Notfallplan-Aufnahme von 40 Flüchtlingen im Schloss Gleisenau, die vermutlich ab Dienstag ankommen werden. Er appellierte, die Menschen willkommen zu heißen und ihnen das Gefühl von Gastfreundschaft zu vermitteln. Wer seine Unterstützung anbieten möchte, könne sich in der Verwaltungsgemeinschaft melden. Angedacht ist nach dem Vorbild anderer Kommunen und Städte eine Art Freundeskreis Asyl.

Für das leibliche Wohl nach dem Gottesdienst hatten der Schönbacher Obst- und Gartenbauverein mit der Vorsitzenden Ingrid Markert an der Spitze gesorgt. Sie und weitere zahlreiche fleißige Mitglieder kümmerten sich schon Tage zuvor um die knapp 300 gebundenen Büschel mit diesmal knapp 30 Kräutern, welche im Anschluss mit nach Hause genommen werden konnten. Für die musikalische Umrahmung während des Gottesdienstes sorgten die "Egerländer Musikanten" des Ebelsbacher Musikvereins "Harmonie" mit ihren Jungmusikern unter der Leitung von Werner Lehrieder.

Früher stand auf dem Kirchberg, besser bekannt als "Hünenhügel", ein weithin sichtbarer, markanter Birnbaum, den der Orkan "Wiebke" vor 25 Jahren zerstört hat. Der Obst- und Gartenbauverein ließ 2007 zu seinem 75. Jubiläum ein Denkmal errichten, eine von Bildhauer Michael Scholl (Limbach) gefertigte Stele, die vom damaligen Pfarrer Ottmar Pottler den Namen "Mutter Erde" erhielt. Bei schönem Wetter bietet sich den Besuchern eine gute Fernsicht über die "heiligen Länder" bis zu den Türmen von Kloster Banz. Eine Orientierungstafel nennt die Zielpunkte.