Zwischen den Anschlussstellen Knetzgau und Haßfurt/ Theres rammte ein Sattelzug ein Auto. Der Lastwagen kam von der Fahrbahn ab, kippte auf die Seite und blieb vor einem Wald liegen. Die Aufräumarbeiten gestalteten sich schwierig und dauerten die ganze Nacht.

Gegen 17.50 Uhr befuhr ein 56-jähriger Fernfahrer einer deutschen Spedition die Autobahn in Fahrtrichtung Schweinfurt. Etwa 500 Meter vor der Anschlussstelle Haßfurt kam der Mann mit seinem 40-Tonner aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von seiner Fahrspur ab und prallte auf ein auf dem Standstreifen stehendes Auto. Die Kollision war so heftig, dass der Opel nach rechts gegen die Leitplanke gedrückt wurde. Dabei wurde die hintere linke Rücksitzbank komplett zusammengeschoben. Auch ein Wegweiser wurde bei dem Aufprall zerstört. Anschließend walzte der Lastwagen die Leitplanke auf rund 100 Metern nieder, bevor er eine circa drei Meter tiefe Böschung hinabfuhr und am Waldrand nach rechts auf die Beifahrerseite kippte.

Nach ersten Erkenntnissen der Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck hatte der 25-jährige Autofahrer mit seinem Opel vermutlich wegen einer Panne auf dem Standstreifen angehalten. Der rumänische Staatsbürger blieb in seinem Fahrzeug sitzen, ohne offenbar Warnblinklicht und Standlicht einzuschalten. Ebenso hatte er das Pannenfahrzeug nicht mit einem Warndreieck abgesichert.

Beide Fahrer, die jeweils alleine unterwegs waren, konnten sich selbstständig aus den Wracks befreien. Nach der Erstversorgung durch die Teams zweier Rettungswagen des Roten Kreuzes und eines Notarztes wurden die beiden Verletzten in ein Schweinfurter Krankenhaus eingeliefert. Zunächst hatte es den Anschein, dass der Autofahrer wie auch der Lastwagenfahrer offenbar wie durch ein Wunder nur leicht verletzt wurden. Aufgrund des Unfallgeschehens und des hohen Zerstörungsgrades seines Autos wurde der 25-Jährige nach entsprechenden medizinischen Trauma-Richtlinien aber wie ein Schwerverletzter behandelt und in einen Schockraum eingeliefert, wie das Rote Kreuz dazu erläuterte.

A 70 nach Unfall bis in die Morgenstunden gesperrt

Die Feuerwehr Knetzgau war mit 25 Kräften im Einsatz, sperrte die rechte Fahrspur, leuchtete die Unfallstelle aus und sorgte für den Brandschutz . Die Autobahnmeisterei Knetzgau kümmerte sich um die beschädigten Einrichtungen der Bundesautobahn . Zunächst wurde der Verkehr einspurig am Unglücksort vorbeigeleitet, ehe gegen 21 Uhr die Autobahn bis in die frühen Morgenstunden komplett in Fahrtrichtung Schweinfurt gesperrt wurde. Mit schwerem Gerät rückte ein Bergungsunternehmen an, um den Unfallort zu räumen. Vorher musste die Ladung des Sattelzuges, die aus Waschmittel und Desinfektionsmittel in Pulverform bestand, auf einen anderen Lastwagen umgeladen werden. Der entstandene Sachschaden konnte vor Ort noch nicht beziffert werden.

Der jetzige Unfall weckt schlimme Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall im September vergangenen Jahres. Damals war ein Sattelzug auf einen auf dem Standstreifen stehenden Kleinlaster aufgefahren und beide Fahrzeuge wurden in den Wald geschleudert. Die Unfallstelle lag damals auf der gleichen Strecke, nur 2,5 Kilometer vor dem jetzigen Unfallort .

Aufgrund dieses erneuten Unfalls gibt die Verkehrspolizei den dringenden Rat, bei einer Panne auf der Autobahn das Fahrzeug zu verlassen. Polizeikommissar René Kuritka sagte am Unfallort : "Nach dem Absichern mit Warndreieck und Warnblinklicht sollten die Insassen hinter der Außenleitplanke möglichst viel Abstand zur Autobahn suchen und so für ihre eigene Sicherheit sorgen."