Tradition und Zusammenhalt prägen den Radfahrverein in Sand, für den heute die Kunstradfahrer das Aushängeschild sind. Doch die Ursprünge lagen bei der Gründung im Jahr 1924 woanders. Als die Motorisierung noch in den Kinderschuhen steckte, gründeten im Jahre 1924 junge Männer und Frauen, die vorher dem Freundschaftsbund angehörten, den Radfahrverein "Adler" Sand. Radtouren in die nähere und weitere Umgebung sowie Teilnahme an Korso- und Preis-Radfahren bei anderen Radsportvereinen war das Ziel der Vereinsgründung.

"90 Jahre bei guter Gesundheit ist für jeden Menschen ein wünschenswertes Alter. Wird ein Verein 90 Jahre alt, so spricht man von einem Traditionsverein.
Wir können auf eine 90-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken und beides miteinander verknüpfen: Gesunde Vereinsverhältnisse und Tradition". Dies sagte, die die Vorsitzende Antonie Bergmann beim Fest- und Ehrenabend in der Sander Turnhalle, dem ein feierlich gestalteter Gottesdienst in der Pfarrkirche vorausgegangen war. In ihrer Festrede führte sie aus, dass Zusammenhalt beim RV Adler schon immer groß geschrieben wurde. "Nur so ist es den Gründungsmitgliedern in der schwierigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg gelungen, den Verein aus der Taufe zu haben und in den Jahren danach am Leben zu erhalten" so die Vorsitzende.

Unter Bayerns Besten

Die Vereinschronik zeigt auf, dass nach dem zweiten Weltkrieg der Radsport in Sand in den 50-er Jahren eine Wiederbelebung erfuhr. Ausfahrten und Teilnahme an Korso-Fahrten waren erste Aktivitäten. Anfang der 60er Jahre wurde unter den rührigen Vorständen Manfred Linke und Helmut Barthelmeß erste Schritte im Saalradsport unter- und das Kunstradfahren beim RV Adler Sand aufgenommen. Die Kunstradfahrer-Staffel ist seither bayernweit das sportliche Aushängeschild des Sander Radfahrvereins.

Einen guten Namen in ganz Unterfranken, ganz besonders im Karlstadter Raum, habe sich der RV Adler jedoch auch bei den vielen Korso-Wertungen gemacht, wo oftmals erste Preise errungen wurden. Selbst richtete man ebenfalls Vereinsfeste mit Korsofahren, Straßenradrennen, Volksradfahren und Volkswanderungen, sowie mehrtägige Vereinsausflüge aus. Mit Hochrad, Sechser-Tandem und mehr war man darüber hinaus stets eine Attraktion bei Festzügen, berichtete de Vorsitzende.

In den letzten Jahren wurde auch Mountain-Bike-Fahren in das sportliche Angebot mit aufgenommen.
Antonie Bergmann sprach auch die Bedeutung der Vereine für eine funktionierende Dorfgemeinschaft an: "Menschen in Vereinen sind ausgeglichener und toleranter und tragen wesentlich dazu bei, dass das dörfliche Leben nicht verödet." Allerdings brauche man auch ehrenamtlich tätige Menschen, die ihre Freizeit opfern, sodass Sport, Tradition und Geselligkeit ausgeübt und gepflegt werden können. "Das wichtigste Kapital eines Vereins sind jedoch seine Mitglieder. Deshalb stehen die Mitglieder, die für ihre langjährige treue Mitgliedschaft zur Ehrung anstehen im Mittelpunkt des Fest-und Ehrenabends", so Vorsitzende Antonie Bergmann.

Auch mit 90 noch jung

In einem Grußwort führte Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) aus dass der RV Adler Sand trotz seiner 90 Jahre ein junggebliebener Verein ist. Als Beispiel dafür nannte er das im Verein betriebene Kunstradfahren, das immer wieder junge Menschen anzieht, diesen schönen Sport zu betreiben. Auch die Gemeinde Sand habe einen Anteil daran, in dem sie die Turnhalle kostengünstig zur Verfügung stellt.

Den RV Adler bezeichnete Ruß darüber hinaus als eine "lebendige Gemeinschaft", in der die sportliche Betätigung im Mittelpunkt steht, die Geselligkeit jedoch nicht zu kurz kommt. "Der RV Adler hat durch seine sportlichen Erfolge und durch sein öffentliches Auftreten mit dazu beigetragen, dass der Name der Gemeinde Sand im weiten Umkreis einen guten Klang hat", so Bürgermeister Bernhard Ruß.

Weitere Grußworte sprachen Vertreter der Patenvereine des RV Adler Sand, für den Rad- und Sportverein Unterschleichach Vorsitzender Klaus Arnold und für den Rad-und Motorsportverein "Vikoria" 1912 Dampfach Vorsitzender Klaus Pfeifer. Iris Beuerlein-Gehring gratulierte als Sprecherin der Sander Ortsvereine. Ddie Kunstradfahrer begeisterten die Festbesucher mit einer Schau-Vorführung, bei der sie vom Beifall begleitete Kostproben ihres großartigen Könnens auf und mit dem Fahrrad zeigten.

Ehrungen

Für langjährige Mitgliedschaft beim RV Adler Sand wurden geehrt:

Für 60 Jahre Mitgliedschaft besonders geehrt wurde:
Frau Erika Kraus

Für 55 Jahre:
Gerold Beuerlein, Heinz Beuerlein, Gerhard Zösch, Alfons Beuerlein, Adelbert Hofmann, Alfred Krines, Ingbert Krines, Gerd Mahr, Edgar Ruß, Rudi Ruß.

Für 50 Jahre:
Gerda Beuerlein, Alfred Klauer, Ernst Albert, Günter Coufal, Franz Hofmann, Wolfgang Linke, Gudrun Schneider,

Für 45 bzw. 40 Jahre:
Ilse Mahr, Georg Klug, Albin Ankenbrand, Ottmar Neider, Udo Beuerlein, Eberhard Mühlfelder, Manfred Schuhmann, Sigrid Ankenbrand, Heinz Harzmann, Otto Schroll, Christiane Böhm, Margot Hofmann, Franz-Josef Zösch, Jürgen Neeb,.

Für 35, 30 und 25 Jahre:
Antonie Bergmann, Georg Bleymann, Mathias Krines, Karin Albert, Annette Schmitt, Tanja Krines, Inge Schnitzer, Anette Fella, Arthur Schneider, Stefan Rippstein, Mathias Rottmann, Jochen Hofmann, Anita Rußwurm und Maria Rußwurm.