Im Vollausbau wird die Sander Straße in Zeil in den kommenden zwei Jahren saniert. Über die Einschränkungen, die in dieser Zeit auf die Anwohner und die Straßenverkehrsteilnehmer zukommen, informierte Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) zusammen mit Fachleuten am Mittwochabend in einer speziell für dieses Thema anberaumten Bürgerversammlung. Rund 80 Anwohner und Interessierte kamen dazu in das Rudolf-Winkler-Haus.

Schon 2008 habe es erste Überlegungen zur Sanierung dieser Kreisstraße gegeben, erklärte Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge. Im letzten Jahr wollte man dann nach den umfangreichen Vorplanungen eigentlich mit dem Bau beginnen. Der Markt in der Baubranche war seinerzeit aber so erhitzt, dass man sich entschloss, die Ausschreibungen um ein Jahr zu verlegen. Im vergangenen Herbst wurde dann der Zuschlag an die Firmen Krumpholz Rohrbau in Kronach und Hart Bau (Hartlieb) in Stettfeld erteilt.

Neben dem Kanal, der noch aus den 1950er Jahren stammt, werden auch alle anderen unterirdischen Leitungen wie zum Beispiel Strom und Telefon erneuert. Eine besondere Herausforderung stellt hierbei der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden müssen, ohne den Bahnverkehr zu behindern. Die zukünftige Straße wird von einer momentanen Breite von 7,5 Meter auf 6,5 Meter reduziert, was auch einer Entschleunigung des Verkehrs dienen soll. Die Bushaltestelle wird behindertengerecht gestaltet und die Radwegeinbindung in der Nähe der Ampelkreuzung optimiert. Mit einem Flaschenhalsbereich sollen sich hier die Radfahrer künftig gefahrloser in den Straßenverkehr einfügen können.

Die Ausführung wird in zwei Bauabschnitten erfolgen. Begonnen wird in diesem Jahr südlich der Bahnlinie. Der nördliche Teil wird 2021 folgen. Ab 10. Februar wird zuerst der Bereich zwischen der Zufahrt zum "Allmilmö"-Gelände und dem Marken-Outlet als Baustelle eingerichtet und für den Verkehr gesperrt. Bis Ende Juli sollen hier alle unterirdischen Arbeiten beendet sein und nach dem Zeiler Weinfest die Straßenbauarbeiten beginnen. Der Einmündungsbereich zur Zuckerstraße/In der Au und auf der anderen Seite der Bereich beim Discounter Lidl werden zum Schluss des ersten Bauabschnitts folgen. Voraussichtlich Ende November 2020 soll dieser voraussichtlich abgeschlossen sein. Ende Januar oder Anfang Februar ist dann der Bereich von den Bahngleisen bis zur Sparkasse an der Reihe. Hierzu wird es noch eine Bürgerversammlung geben, die sich speziell mit diesem Abschnitt befasst.

Bürgermeister Thomas Stadelmann stellte klar, dass zu jedem Zeitpunkt die Zufahrt zu den Unternehmen im Umfeld der Baustelle gewährleistet werden soll. Auf dem "Allmilmö"-Gelände wird von der offiziellen Zufahrt bis zum Marken-Outlet ein provisorischer Weg entstehen, damit das Geschäft erreicht werden kann. Je nach Baufortschritt ist die Zufahrt jeweils nur von einer Seite aus möglich, so dass es quasi eine Sackgasse ist. "Als Schleichweg ist der Weg nicht nutzbar", sagte Stadelmann. Die Anwohner der Sander Straße können den "Allmilmö"-Parkplatz benutzen und bekommen dafür von der Stadt Parkausweise. Die Zufahrt der Anlieger zu ihren Häusern ist im Einvernehmen mit den ausführenden Firmen auch in der Regel gewährleistet. Selbstverständlich werde es auch für den Notfall eine Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienst geben, so der Bürgermeister. Ausdrücklich bat Stadelmann, im Falle von auftauchenden Problemen jeder Art sofort auf die Stadt zuzukommen, die sich dann um eine entsprechende Lösung zeitnah bemühen wolle.

Von Sand aus ist Zeil während der Bauarbeiten über die Umgehungsstraße und dann entweder über die ehemalige B 26 oder durch die Ortsdurchfahrt Ziegelanger zu erreichen. Die beliebte Abkürzung von der Umgehungsstraße über die Eisenbahnbrücke direkt nach Ziegelanger, die eigentlich jetzt schon gesperrt ist, wird nicht befahrbar sein. "Diese Straße sperren wir konsequent, um ein erhöhtes Unfallrisiko mit dem Abbiegeverkehr zu vermeiden", betonte Stadelmann. Für Fahrradfahrer und Fußgänger wird die Sander Straße immer passierbar sein.

Die Bauleitung hat das Zeiler Ingenieurbüro SRP Schneider & Partner übernommen. Hier zeichnen Robert Männling und Lothar Schwemmlein für das Projekt verantwortlich. Auf Seiten der Bauverwaltung wird Tiefbau-Leiter Alfons Schanz unterstützt von seinem Mitarbeiter Hubert Schramm. Für die Straße trägt der Landkreis die Baulast, während die Stadt Zeil die Kosten für alle unterirdischen Arbeiten sowie die Gehsteige übernimmt. Gerade noch in letzter Sekunde konnte für den Straßenbau ein staatlicher Zuschuss in Höhe von 70 Prozent gesichert werden. Davon wird auch die Stadt Zeil bei den Gehsteigen profitieren. Wäre das Vorhaben später in Angriff genommen worden, hätte es nur 60 Prozent Zuschuss gegeben, so Schanz.

Viele Fragen kamen von den Zuhörern, die alle fachmännisch beantwortet wurden. So wollte zum Beispiel ein Besucher der Bürgerversammlung wissen, inwieweit die Kanalkosten auf die Nutzer umgelegt werden. "Hier ist noch nichts entschieden", erklärte Bürgermeister Stadelmann. Prinzipiell sei es möglich, Beitragsbescheide zu erlassen oder die Kosten auf den Abwasserpreis umzulegen.