Sabine Weinbeer will Bürgermeisterin in Oberaurach werden. Sie geht nächstes Jahr für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) als Spitzenkandidatin ins Rennen. Die 48-Jährige aus Unterschleichach wurde auf der Nominierungsversammlung am Dienstagabend in Trossenfurt einstimmig gewählt.

"Gerade in Oberaurach ist es wichtig, Alternativen zur CSU zu bieten", sagt Weinbeer. Bei der letzten Kommunalwahl 2008 waren die Freien Wähler zweitstärkste Kraft hinter der CSU, die in Oberaurach traditionell den Bürgermeister stellt. Damals war Sabine Weinbeer bereits die Spitzenkandidatin der FWG. Jetzt will sie es im zweiten Anlauf schaffen.

Gemeinschaftsleben besonders wichtig


Besonders wichtig im Wahlkampf ist für die gelernte Zeitungsredakteurin das Gemeinschaftsleben im Ort. Das sei in der Vergangenheit vernachlässigt worden.
"Es ist die Pflicht eines Bürgermeisters, sich einzuschalten und den Vereinen Rückhalt zu geben", sagt sie. Weinbeer wirbt für Bürgernähe. Sie fordert regelmäßige Bürgerversammlungen und regelmäßige Absprachen mit den Vereinen, Kindergärten und Freiwilligen Feuerwehren. "Bürger, die sich sachlich informiert und angesprochen fühlen, sind auch bereit, sich in die Gemeinschaft einzubringen", begründet sie.

Die Kandidatin kritisiert, dass 2011 kein Geld für die Reparatur von Gemeindestraßen ausgegeben wurde. Bislang fehle es an einem klaren Konzept, wie die Gemeindestraßen, aber auch die 60er- und 70er-Jahre-Siedlungen der Gemeinde zu sanieren sind. "Wir müssen das pflegen, was wir haben", fordert sie.

Ohnehin hält Weinbeer Amtsinhaber Thomas Sechser (CSU) vor, keine klare Linie zu verfolgen. Neben einem Plan, um die Infrastruktur in Stand zu halten, fehlten Energiebilanzen, um öffentliche Gebäude energetisch zu sanieren. Darauf hätten die Freien Wählern im Gemeinderat mehrfach gedrängt. "Inzwischen ist das alte Rathaus in Kirchaich fertig und in Fatschenbrunn beginnt die Sanierung des Mehrzweckgebäudes", sagt sie.

Amphibientunnel ohne Rücksicht auf Radwegeplanung


Besonders ärgerlich ist nach Weinbeers Worten das Verhalten des Bürgermeisters beim Dauerthema Radweg von Tretzendorf nach Unterschleichach. "Es ist für mich ein klares Versäumnis des Bürgermeisters, dass das Straßenbauamt die Amphibientunnel ohne Rücksicht auf unsere Radwegeplanung bauen konnte", schimpft sie.

Weil der Radweg durch das Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" führt, müsse der Weg entweder an Flurwege oder an die Staatsstraße angebunden werden. Es existiere ein Gemeinderatsbeschluss, wonach der Weg entlang der Straße verlaufen soll. Das Projekt hätte, so Weinbeer, parallel zum Bau der Amphibientunnel umgesetzt werden können. Stattdessen habe es Sechser versäumt den Gemeinderat rechtzeitig über die Tierschutzmaßnahmen zu informieren. Das Gremium wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. "Die Rücksicht auf den Radweg wäre nur eine Kleinigkeit gewesen. Stattdessen wurde unser Einwand weggewischt", rügt sie.

Weinbeer zeigt sich zu Beginn des Wahlkampfs selbstbewusst und kämpferisch. Kein Wunder: Anfang November wurde sie bereits als Vorsitzende der FWG im Amt bestätigt. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen stellen sich die Freien Wähler geschlossen hinter die langjährige Gemeinde- und Kreisrätin.