Der Baron hält Wort. Trotz des eher enttäuschenden Ansturms beim ersten Musikfest im Schloss-Areal im September gibt es ein Dakapo im nächsten Jahr. Und im Juli marschieren Hochkaräter auf. In Zusammenarbeit mit Gaby Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg, die seit Jahrzehnten auch die Schlossplatz-Konzerte in Coburg organisiert, hat Hermann Freiherr von Rotenhan ein fünftägiges Programm zusammengestellt, das unterschiedliche Zielgruppen anspricht und zweifelsohne auch anlocken wird. Am Donnerstag wurde das Konzept vorgestellt

Seit fast 700 Jahren steht das einstige Wasserschloss derer von Rotenhan, aber das alte Gemäuer dürfte so einen Ansturm noch nicht "erlebt" haben. Fünf Tage lang kommen Musikfreunde auf ihre Kosten - Klassik- ebenso wie Rockfans .

Klangvolle Namen geben sich ein Stelldichein: Ex-Deep-Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore steht mit seinem Mittelalter-Projekt ebenso auf der Bühne wie Reamon-Mastermind und Voice-of-germany-Juror Rea Garvey oder das Fürther Comedy-Duo Volker Heissmann und und Martin Rassau. Die Mischung, die sich bei den Bamberger Domplatz-Konzerten schon bewährt hat, komplettiert die Aufführung von Verdis Oper Nabucco mit 120 Akteuren ebenso wie eine Verbeugung vor dem Schaffenswerk von Pink Floyd, da eine der weltweit besten Tribute-Bands namens "Echoes", benannt nach dem Opus und Meisterwerk auf der LP "Meddle", mit Original-Equipment und Lasershow für den Abschluss sorgt.

Wie kam's zu dieser Symbiose aus Denkmal, Schlossherr und Konzertveranstalterin aus der Domstadt? "Ich bin es von meinem Elternhaus her gewöhnt, Künstler, die man liebt, einzuladen", verweist Hermann Freiherr von Rotenhan auf seine Wurzeln, die aktuell in ein Musikfest münden, jährlich klassische Konzert umfassen, aber bis zur Ur-Urgroßmutter Marianne von Mumm (die mit dem Sekt!) zurückreichen, die die Tradition mit perlenden Konzerten begründete.

Jetzt wird's zwei Nummern größer: Der Gutshof wird nicht mehr reichen bei einem Star wie Rea Garvey, der mit seinem aktuellen Soloalbum Hits wie "Can't say no" oder "Oh my love" hervorbrachte. "Wir ziehen in den Schlosshof um und nutzen die malerische Kulisse des Prachtbaus als Hintergrund für die Bühne, die größer ausfallen wird als beim Musikfest zuletzt, da beispielsweise für die Verdi-Oper Platz für 120 Mitwirkende (Orchester, Chor und Schauspieler) benötigt wird.

1500 Sitzplätze sieht der Bestuhlungsplan im Schlosshof vor. Der gilt für alle Abende, auch für die Pink-Floyd-Laser- und Musikshow, bis auf Rea Garvey, wo die Veranstalter mit 3000 Besuchern, alles Stehplätze, rechnen.

"Das ist eine interessante Location, wo die Infrastruktur passt, wie sich bei den Gartenfesten schon zeigte", schwärmt Gaby Heyder, die auch schon ein Michael-Jackson-Konzert (im Bayreuther Stadion) veranstaltet hat. "Die Infrastruktur mit Parkplätzen und Räumlichkeiten bietet beste Bedingungen. Vom Gelände her und der Super-Partnerschaft ist das eine ideale Konstellation."

Weiter Einzugsbereich

Und von Rotenhan und Heyder träumen schon weiter: "Wir wollen in den nächsten Jahren hier in Festival aufbauen." Für den Baron gehen damit Jugendträume in Erfüllung: "Es ist doch toll, wenn man sich seine Lieblingsmusiker ins Haus holt." Und dann fallen Namen wie Jamie McCullum oder Elton John. "Den nähme ich gerne."

Beworben wird das Eyrichshof-open-air über die Mediengruppe Oberfranken/Fränkischer Tag, aber auch im weiten Umkreis darüber hinaus. "Wir planen mit einem Einzugsbereich wie beim Gartenfest zu Pfingsten, also bis nach Nürnberg, Würzburg und Thüringen", so der Schlossherr.

Da der Kartenvorverkauf bereits begonnen hat, hat Herrmann von Rotenhan schon ein gutes Gefühl: "Wir merken durch die Anfragen, dass unser Schloss und das Festival eine große Sogkraft ausstrahlen. Ich bin schon in München darauf angesprochen worden."

Er wolle die fränkische Region damit beleben, weswegen er sich schon freut, dass auch fränkische Comedians auftreten werden. "Wir decken ein unheimlich breites Spektrum ab", so Gaby Heyder.

Das Programm:

Mittwoch, 15. Juli; Nabucco

Donnerstag, 16 Juli: Ritchie Blackmore's Night

Freitag, 17. Juli: Heißmann & Rassau

Samstag, 18. Juli: Rea Garvey

Sonntag, 19. Juli: Pink-Floyd-Tributeband Echoes