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Tourismus

Erneuter Ansturm von "Corona-Urlaubern" in der Rhön erwartet - Polizei mit dringender Bitte

An den Ausflugsorten der Rhön und auch am Rennsteig ist bei winterlichen Wetterverhältnissen viel Besucherverkehr zu verzeichnen. Das Polizeipräsidium Unterfranken bittet für die Rhön um Einhaltung der Verkehrsregeln.
 
Auto an Auto: Der Wintertourismus ist derzeit auch am Berghaus Rhön sehr stark - obwohl die Menschen wegen der Corona-Pandemie gehalten sind, daheim zu bleiben.  Foto: Steffen Standke
Auto an Auto: Der Wintertourismus ist derzeit auch am Berghaus Rhön sehr stark - obwohl die Menschen wegen der Corona-Pandemie gehalten sind, daheim zu bleiben. Foto: Steffen Standke

Die winterlichen Wetterverhältnisse locken aktuell viele Besucher an die bekannten Ausflugsziele in der Rhön. Nach polizeilichen Feststellungen verursachten einige Verkehrsteilnehmer dabei zum Teil erhebliche Störungen. Für die Sicherheit aller und um unnötige Behinderungen zu vermeiden, bittet die Polizei um Beachtung der Park- und Durchfahrtsverbote, insbesondere auf den Rettungswegen und im Naturschutzgebiet.

Seit dem Neujahrswochenende stellen die Polizei-Inspektionen Bad Neustadt an der Saale, Bad Brückenau und Bad Kissingen fest, dass durchaus hoher Besucherverkehr an den Ausflugsorten zu verzeichnen ist, ähnlich wie auch an schönen Sommerwochenenden. Tatsache ist auch, dass sich die Meisten sowohl an die Verkehrsregeln als auch an die Bestimmungen des Infektionsschutzes halten. So sind in erster Linie Familien, augenscheinlich aus einem Hausstand, unterwegs, die Erholung und Spaß in der Natur suchen.

Erneuter Besucheransturm in der Rhön erwartet: Polizei bittet Regeln einzuhalten

Mit Schwerpunkt am Samstag (02.01.2021) wurden jedoch - auch nach Beschwerden von Anwohnern - mehrere Dutzend Verkehrsverstöße geahndet, nachdem sich einige nicht an die Verkehrsregeln gehalten oder auf naturgeschützten Flächen geparkt hatten. Dies war vor allem im Bereich der Wander- und Liftparkplätze, zum Beispiel in den "Schwarzen Bergen" (rund um das Berghaus Rhön) und am Kreuzberg bei Bischofsheim der Fall.

Wie wichtig das Freihalten der Rettungswege ist, belegen beispielhaft drei Rettungsdiensteinsätze am Montag, bei denen zwei Schlittenfahrer und ein Snowboardfahrer gestürzt waren. In derartigen Fällen ist es zwingend erforderlich, dass die Retter schnell und ohne Behinderungen zu den Verletzten gelangen und medizinische Hilfe leisten können.

Auch für den Dreikönigstag und das kommende Wochenende wünscht die Polizei allen Bürgern eine angenehme freie Zeit und gute Erholung. Verbunden ist dies mit der Bitte, sich auch weiterhin an die Infektionsschutzregeln zu halten und gegebenenfalls auf andere oder nahe liegende Erholungsgebiete auszuweichen.

Wichtiger Appell der Bürgermeister und Landräte der Rennsteigregion

Die Polizei wird in der bayerischen Rhön verstärkt präsent sein, Verstöße konsequent ahnden, aber auch gerne als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen.

Landrat Wilhelm Schneider schließt sich dem Appell an die Bürger an, den in der länderübergreifenden Region Sebastian Straubel, der Coburger Landrat, und Jürgen Köpper, Erster Beigeordneter des Landkreises Sonneberg, unterschrieben haben, ebenso der Coburger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig sowie der Hildburghäuser Landrat Thomas Müller, ferner der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Uwe Scheler (Neuhaus am Rennweg) und Ute Müller-Gothe, Bürgermeisterin der Gemeinde Frankenblick, Norbert Zitzmann (Bürgermeister Lauscha) und Ulrich Kurtz (Bürgermeister der Stadt Steinach). Sie alle bitten darum, auf Ausflüge zu verzichten, denn insbesondere in den Rennsteigorten kam es zu Situationen, die angesichts der Corona-Pandemie unverantwortlich und die Ursache für den Appell sind.

Die hohe Zahl von Tagesgästen in den Wintersportorten führte zu chaotischen Verhältnissen. So wurden stellenweise öffentliche Straßen und Verkehrsflächen, aber auch Privatgrundstücke zugeparkt.

Chaos an Wintersportorten: Rettungswege blockiert, Absperrungen missachtet

Die Durchfahrt war für den Rettungs- und Winterdienst zum Teil nicht mehr gewährleistet. Des Weiteren wurden Absperrungen missachtet und geschlossene Anlagen widerrechtlich betreten. Nicht zuletzt wurde vereinzelt die Notdurft zum Ärger von Anwohnern an Ort und Stelle verrichtet.

Ein solches Verhalten einiger weniger ist rücksichtslos, und deshalb bitten die Kommunalpolitiker dringend um die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sowie um die Achtung von Fremdeigentum - insbesondere, was das Betreten geschlossener Wintersport-Anlagen und -Flächen anbelangt.

Noch schwerer wiegt die teilweise Missachtung der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Insbesondere auf den Rodelhängen und Parkplätzen kam es zu unnötigen Kontakten von Menschen über den eigenen Haushalt hinaus. Dies ist riskant und konterkariert die gesamtgesellschaftlichen Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie, die schon viele Todesopfer forderte und das Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze führt.

Unnötige Kontakte vermeiden

Die Landräte und Bürgermeister beteuern, sie hätten Verständnis für alle, die sich an der frischen Luft bewegen wollen, insbesondere für Familien mit Kindern. Derzeit ist die Bewegung im Freien mit Mitgliedern des eigenen Hausstands erlaubt, zu Personen anderer Haushalte ist aber ausreichend Abstand zu halten.

Der Schutz der eigenen Gesundheit und die der Mitmenschen habe absoluten Vorrang. Die Krankenhäuser der Region seien kaum noch aufnahmefähig. Jeder, der Kontakte beschränkt und sich nicht infiziert, entlaste das überstrapazierte Gesundheitssystem und gebe somit schwer erkrankten oder verletzten Mitmenschen die Chance, behandelt zu werden.