Dem Beschuldigten legt die Staatsanwaltschaft zur Last, Mitte Januar in einem Waldstück bei Zeil im Zustand der Schuldunfähigkeit seine schwer demente Mutter, die er zuvor aus einem Bamberger Pflegeheim abgeholt hatte, durch Schläge und Strangulation vorsätzlich getötet zu haben. Der Prozess wird am Mittwoch, 6. August, fortgesetzt.

Der 45-Jährige ist offenbar krank, wie aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft in Bamberg hervorgeht. Wohl auch wegen seines Drogenkonsums, den er im Dezember 2014 wieder begonnen habe, sei er in einem psychotischen Zustand gewesen. Der 45-Jährige soll unter Wahnvorstellungen leiden und vor der Tat Stimmen vernommen haben, die ihm auftrugen, seine Mutter zu töten.

Nach den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft war der Mann am 15. Januar von seinem Wohnort Gochsheim nach Bamberg gefahren. Er holte dort gegen 13.15 Uhr seine Mutter im Pflegeheim ab. Seine Mutter litt an schwerer Demenz und war gehbehindert.

Statt mit der alten Frau, die im Rollstuhl saß, im Garten des Seniorenheims spazieren zu gehen, wie er gegenüber dem Pflegepersonal angegeben hatte, hob er seine Mutter auf den Beifahrersitz seines Opels und fuhr mit ihr in Richtung Westen. Bei Eltmann verließ er die Autobahn.

In der Gemarkung von Zeil in der Nähe des Ebelsbacher Gemeindeteils Schönbach tötete er die Frau. Über Ebern und Memmelsdorf (Untermerzbach) fuhr der 45-Jährige mit seinem Opfer im Kofferraum zurück nach Bamberg. Dort stoppte ihn die Polizei und entdeckte die Leiche im Wagen des Mannes.