Mit einer knappen Mehrheit von 5:4 Stimmen hat sich der Gemeinderat für das Erstellen eines qualifizierten Kanalkatasters führt die Gemeinde Pfarrweisach ausgesprochen. Bei der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend ist Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) nochmals auf die Notwendigkeit eingegangen, das 12,6 Kilometer lange Abwasserkanalsystem in der Gemeinde Pfarrweisach digital zu erfassen.

120 000 Euro wird das die Gemeinde kosten, knapp 32 000 Euro davon sind Ingenieurkosten. Das Gremium beschloss, das Ingenieurbüro SRP aus Zeil mit den Arbeiten zu beauftragen. Mehrere Ratsmitglieder, voran Gemeinderat Werner Hauck, zweifelten den Sinn der digitalen Erfassung an. "Es sind doch von jedem Dorf die Zeichnungen der Abwasserleitungen vorhanden - wozu also der Aufstand?", fragte Hauck.
Außerdem sind das seiner Meinung nach "längst nicht alle Kosten, die dafür anfallen". Josef Müller vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern machte deutlich, dass ein solches Kataster mittlerweile Standard sei, und vor allem bei größeren Bauvorhaben, wenn es um öffentliche Zuschüsse geht, vorliegen müsse.


Frischer Asphalt

Die Altensteiner Straße in Junkersdorf erhält eine neue Asphaltschicht. 22 000 Euro kosten die Arbeiten für das 360 Meter lange Straßenstück, wofür sich der Gemeinderat für das günstigste Angebot der Firma Bitunova aus Krefeld bei einer Gegenstimme aussprach. Weil die Baumaßnahme als Reparatur eingestuft wird, müssen die Anwohner nach Aussage von Bürgermeister Nowak nichts bezahlen. Ein Vollausbau sei nach Nowaks Worten nicht finanzierbar und "den Anliegern nicht zu vermitteln".

Für die Außenrenovierung der Rabelsdorfer Kirche St. Bartholomäus wird die Firma Lösslein, Ebern, mit den Außenputz- und Malerarbeiten beauftragt. Mit 11 309 Euro hat sie das günstigste Angebot vorgelegt. Zum Vergleich: Von den acht anbietenden Betrieben lag das teuerste Angebot bei 24 000 Euro.

Bei einer Gegenstimme hat der Gemeinderat die Bauanfrage von Markus Oppelt über den Bau einer Werkstatt für Kfz-Lackierarbeiten und Unfallinstandsetzung genehmigt. Oppelt, der als Gemeinderat an der Beratung und am Beschluss nicht teilnehmen durfte, will das Gebäude auf einem Teil des ehemaligen Bahnhofs errichten. Weil es Gegenwind gegen das Vorhaben, vor allem von Nachbarn gibt, unterstützte Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn (CSU) das Bauvorhaben: die emmissionsrechtlichen Auflagen, wie Lärm und Schmutz, würden vom Landratsamt genauestens geprüft. Genau wie Bürgermeister Nowak ("Man freut sich über jedes Gewerbe, das sich ansiedeln will") sagte Kuhn, es wäre "unverantwortlich, Gewerbesteuer, die momentan in Ebern (von Oppelts Betrieb, d. Red.) gezahlt wird, nicht nach Pfarrweisach zu bekommen".

Der Naturpark Haßberge will unterhalb des Aurangens zwischen Pfarrweisach und Kraisdorf im Bereich des Wildland-Projektes eine 16 Quadratmeter große Plattform mit einer Höhe von vier Metern in Form einer Holzhütte errichten, damit die Besucher einen Überblick über das Projekt, die Fauna und Flora bekommen können. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.


Abschied vom "Weisachboten"

Das gemeindliche Mitteilungsblatt "Der Weisachbote" wird es in Zukunft nicht mehr geben, das Blatt - 1991 vom damaligen Bürgermeister Gerhard Hufnagel ins Leben gerufen - wird nach 25 Jahren "eingestampft". Einstimmig entschieden die Pfarrweisacher Räte, zusammen mit der Stadt Ebern und dem Markt Rentweinsdorf ein gemeinsames Mitteilungsblatt herauszugeben, das erstmals zum 1. Juli erscheint und alle zwei Wochen mit der Post ins Haus flattern wird. Für die Gemeinde Pfarrweisach ein finanzieller Nebeneffekt: Sie spart damit pro Jahr rund 3400 Euro ein. 6500 Euro fielen bisher jährlich für den Weisachboten an (einschließlich der Einnahmen von Anzeigen). Das neue Blatt kostet die Gemeinde den Angaben zufolge 3100 Euro.


Im Rat kurz notiert

Geplant ist eine Informationsveranstaltung in Lichtenstein mit den Dörfern Buch, Gereuth und Wüstenwelsberg, um über den geplanten Windpark mit vier Windrädern zu informieren. Ein Termin wird noch bekannt gegeben, versprach der Bürgermeister.
Er informierte, dass in der Gemeinde über sogenannte Hotspots das Internet über W-LAN empfangen werden kann: im Bereich des Rathauses in Pfarrweisach und im Bereich des Bürgerzentrums und des Schwimmbads in Kraisdorf.

Der Waldgang des Gemeinderates mit Förster Wolfgang Meiners findet am 7. Juli um 17 Uhr statt (Treffpunkt Rathaus), wozu auch die Bevölkerung eingeladen ist.
Am 14. Juli trifft sich der Gemeinderat im Rathaus, wo ein Interessent ein Konzept für einen Dorfladen im Rathaus präsentieren will.
Die Anfrage von Drittem Bürgermeister Klaus Dünisch (KUL) wegen eines Handlaufs vor der Kirche in Junkersdorf wurde dem Bauausschuss übergeben.
Die Kindergarten-Gebühren werden sich in diesem Jahr nicht erhöhen, beantwortete Nowak eine Anfrage von Dünisch. Eine Neuigkeit, die viele Eltern wohlwollend zur Kenntnis nehmen werden.