Siegmund Kerker ist "mein politisches Vorbild", und ihm will Thomas Sechser nacheifern. Knapp sechs Jahre hat der 50-Jährige aus Oberaurach das bereits tun können, denn seit 2008 ist Sechser der Bürgermeister der Gemeinde Oberaurach. Um weiter im Amt bleiben zu können, nominierte ihn seine Partei, die CSU, am Dienstagabend einstimmig zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahl Mitte März 2014. Er war der einzige Bewerber für die Kandidatur bei der Nominierungsversammlung im Vereinsheim des RSV Unterschleichach.

Bei der Bürgermeisterwahl indes wird Sechser nicht der einzige Kandidat sein, der sich um den Chefposten im Rathaus von Tretzendorf bewirbt. Die Freien Wähler haben bereits die Journalistin Sabine Weinbeer aufgestellt, und die SPD wird noch Thomas Karg ins Rennen schicken. Damit ergäbe sich, wenn nicht noch ein weiterer Kandidat auftaucht, die gleiche Konstellation wie 2008.
Damals traten auch Sechser, Weinbeer und Karg an, und Sechser gewann gleich im ersten Wahlgang.


"Oberaurach lebt"

Sein Vorgänger war Siegmund Kerker. 30 Jahre, von 1978 bis 2008, stand der Unterthereser an der Spitze der Gemeinde Oberaurach, die zuvor bei der Gebietsreform aus acht kleinen Gemeinden gebildet worden war. Siegmund Kerker habe Oberaurach "auf einen guten Weg gebracht", beschrieb Manfred Eichhorn, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Schleichach-Fatschenbrunn, die Leistung Kerkers. Oberaurach habe eine sehr erfolgreiche Entwicklung genommen. "Oberaurach lebt", betonte Eichhorn, und damit das so bleibt, wollen die vier Ortsverbände Schleichach-Fatschenbrunn, Dankenfeld sowie Kirchaich und Trossenfurt-Tretzendorf weiterhin Kerkers Nachfolger Thomas Sechser als Bürgermeister von Oberaurach haben. Die 34 Stimmberechtigten gaben ihm ihr einstimmiges Votum als Kandidaten. Ebenso einmütig billigten sie die Vorschlagsliste der vier CSU-Ortsverbände für die gleichzeitige Gemeinderatswahl.

In einer über einstündigen Präsentation blickte Thomas Sechser auf das in den knapp sechs Jahren seit 2008 Erreichte, auf laufende Projekte und die weiteren Planungen. Sein Fazit: "In sechs Jahren wurde einiges gemacht." Und es gebe noch viele Aufgaben und Herausforderungen. "Wir haben noch viel zu tun", sagte der 50-Jährige und bat um Unterstützung in seiner Partei, dass die Zukunftsaufgaben in Oberaurach unter seiner Regie angepackt werden können.

In seiner Bilanz für die ablaufende Legislaturperiode zählte Sechser Erfolge auf dem Gebiet der Wirtschaft auf (Ansiedlung und Erweiterung der Firma Ritz in Kirchaich, weitere Flächen in Oberschleichach), bei den Baugebieten (neue Bauplätze in Tretzendorf, Kirchaich und Neuschleichach), beim Leerstandsmanagement, das mit einem Förderprogramm läuft, und vor allem bei den Dorferneuerungen. Er blickte auf abgeschlossene Maßnahmen in Fatschenbrunn, Dankenfeld, in Trossenfurt, Neuschleichach sowie Kirchaich. Im größten Ort der Gemeinde geht es ebenso wie im kleinen Hummelmarter laut Sechser jetzt mit mehreren Projekten weiter. Die Dorferneuerung Kirchaich "wird ein Investitionsschwerpunkt", kündigte er an. Dort entsteht derzeit außerdem mit einem Kostenaufwand von 1,7 Millionen Euro der neue Kindergarten mit einer Krippe.


Neue Trassen für Autos und Radler

Sechser zählte den Ausbau von Staatsstraßen auf sowie die Übergabe von Radwegen. Neue Trassen sowohl für die Autos als auch für die Radler sollen entstehen, ging aus seinem Bericht hervor. Und Sechser ist zuversichtlich, dass auch der seit vielen Jahren gewünschte und umstrittene Radweg entlang der Staatsstraße zwischen Tretzendorf und Unterschleichach durch das Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" errichtet werden kann. "Wir sind ziemlich weit", informierte er zum Stand. Die geforderten Gutachten "sind auf dem Weg".

Als Herausforderungen der Zukunft führte Sechser, der auch Kreisvorsitzender der Lebenshilfe Haßberge ist, die Dorferneuerungen, energetische Einsparungen an den gemeindlichen Liegenschaften, den Hochwasserschutz, das weitere Eintreten gegen einen Nationalpark im Steigerwald, niedrige Schulden und vor allem die Breitbrandversorgung an. Das schnelle Internet habe Priorität, sagte er, und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ("wir sind leider ein gebranntes Kind") setze Oberaurach allein auf die Glasfaser-Technik.

Eine funktionierende Breitbrandversorgung hält Sechser unabdingbar, um als Gemeinde attraktiv zu bleiben und junge Menschen in den Orten zu halten. "Die Landflucht muss gestoppt werden", forderte er und liegt damit auf einer Linie mit dem Landratskandidaten der CSU, dem Maroldsweisacher Bürgermeister Wilhelm Schneider, der bei der Nominierungsversammlung in Unterschleichach mitwirkte. "Wir müssen werben" um junge Leute, sagte Schneider. Damit das gelinge, seien Arbeitsplätze vor Ort oder in der Nähe ebenso erforderlich wie gut ausgebaute Straßen und das schnelle Internet.

Der Gemeinde Oberaurach bescheinigte Schneider, in den vergangenen Jahren die Weichen richtig gestellt zu haben. Oberaurach sei Vorreiter in der Dorferneuerung, habe die Innenentwicklung der Orte angepackt, halte seine Finanzen in Ordnung und tue etwas für junge Familien, sagte er. Die Präsentation Thomas Sechsers für die vergangenen Jahre lobte Schneider als eine "sehr beachtliche Bilanz".


Die Gemeinderatskandidaten der CSU Oberaurach

Einstimmig nominierte die CSU in Oberaurach die Kandidaten für die Gemeinderatswahl im März 2014. Es treten an (in der Reihenfolge auf der Liste): Klaus Thomas (Danken-feld), Dietmar Hofmann (Kirchaich), Hans Albert (Tretzendorf), Manfred Eichhorn (Hummelmarter), Wolfgang Albert (Tretzendorf), Ewald Bühl (Unterschleichach), Jürgen Schneider (Dankenfeld), Dieter Dümmler (Neuschleichach), Norbert Hartmann (Trossenfurt), René Steinmann (Tretzendorf), Hermann Hümmer (Fatschenbrunn), Peter Ullrich (Unterschleichach), Klaus Nußbaum (Trossenfurt), Stefan Dütsch (Kirchaich), Karl-Heinz Wirth (Oberschleichach) und Berthold Graser (Danken-feld). Ersatzleute sind Franz Klein (Unterschleichach) und Ulrich Dietz (Trossenfurt).