Mitten in der Siedlung am "Obstberg" in Rentweinsdorf befindet sich eine "Ökozelle" von 4000 Quadratmetern, die als geschützter Landschaftsteil eingestuft und mit zahlreichen Bäumen bewachsen ist. Für die einen ist es eine "grüne Lunge", die man weitgehend belassen sollte, für andere ist sie anscheinend oftmals auch ein Ärgernis. So lag dem Gemeinderat ein Antrag mit Unterschriften verschiedener Grundstückseigentümer auf "Durchforstung des gemeindlichen Grundstücks" vor.

Ganz so dramatisch wie es beantragt ist, sei die Sache aber nicht, betonte Zweiter Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG). "Es geht vor allem um die vordere Eiche, die schon krank ist." Förster Wolfgang Gnannt sei vor Ort gewesen und habe sich mit den Antragstellern die Sache angeschaut. Dabei seien nun viele Akazien mit Farbe gekennzeichnet worden, die vorrangig als kranke Bäume eingestuft wurden. Bei manchen Bäumen müsse man auch dürre Äste entfernen oder die große Eiche auslichten, die teilweise zu einer Gefährdung werden könnte.

Natürlich werde es nach dieser vorgesehenen Ausholzung schon etwas "lichter" werden, aber es sei auch das Ziel, gesunden Bäumen mehr Licht zu geben und ihren Wuchs zu fördern. Darunter sei auch mit dem Bergahorn ein sehr seltener Baum, den es zu fördern gelte.

Diese Maßnahme sei aber erst möglich, wenn das Laub ganz weg ist. Es habe auch schon Gespräche mit dem Bauhof Ebern gegeben, der die betreffenden Bäume fällen könnte. Die Stadt suche nämlich solches Holz für ihre Spielplätze. Aber auch die Gemeinde sollte überlegen, ob sie nicht selbst Verwendung dafür hat.

Naturschutzbehörde hinzuziehen

Einen Beschluss wolle man heute noch nicht fassen. Kurt Weißheimer schlug vor, die Fläche am "Obstberg" am Freitag 26. Oktober, vor der Waldbegehung mit dem Gemeinderat erst einmal einzusehen. Hier sei auch Förster Gnannt dabei.

Marktgemeinderat Willi Andres (CSU) erinnerte daran, dass der "Obstberg" seit 40 Jahren vom Wanderverein Rentweinsdorf gepflegt werde. Er vertrat die Meinung, dass das Gebiet unter Naturschutz stehe und man deswegen auch erst einmal der Unteren Naturschutzbehörde Einsicht geben sollte. "Die Sicherheit muss zwar vorgehen, aber vor einem Eingriff sollte es die Naturschutzbehörde beurteilen. Schließlich steht dort eine riesengroße Eiche mit einem Alter von fast 300 Jahren."

Auch Marktgemeinderat Ludwig Bock (ÜWG) hielt diesen Vorschlag für richtig. Man könne das zwar mit dem Förster anschauen, aber die Sache dann wieder in den Gemeinderat einbringen.

Marktgemeinderat Mathias Sperber (SPD) sah es ähnlich. Man wolle Förster Gnannt nicht die entsprechende Fähigkeit zur richtigen Beurteilung aberkennen. Kranke Bäume müssten ohne Zweifel heraus, aber eine weitere Meinungseinholung zu dieser Durchforstung könne nur positiv sein.

Marktgemeinderätin Petra Haubner (ÜWG) erinnerte in diesem Zusammenhang an den schon lange geforderten Baumkataster der Gemeinde.

Zweiter Bürgermeister Kurt Weiheimer gab zu, dass diesem Gebiet schon eine exponierte Bedeutung zukomme. "Es steht jedoch nicht unter Naturschutz, sondern gilt nur als geschützter Landschaftsbestandteil. Das ist schon eine andere Gewichtung."

So kam es nicht zur Beschlussfassung. Als nächsten Schritt wird der Marktgemeinderat vor seiner Waldbegehung diese "grüne Lunge" in der Siedlung unter die Lupe nehmen.

"Bankettfräsen" befürwortet

Das "Bankettfräsen" war dann ein weiterer Tagesordnungspunkt, zu dem die "Baunach-Allianz" angefragt hatte, ob sich der Markt Rentweinsdorf daran beteiligen wolle. Die "Baunach-Allianz" will diese Maßnahme nämlich am liebsten für das ganze Gebiet ausschreiben und damit einen guten und wirtschaftlichen Preis erzielen. Im Gemeindebereich kämen dafür die Strecken zwischen Gräfenholz und Treinfeld sowie ein Stück zwischen Treinfeld und Lind mit einer Gesamtlänge von etwa 2500 Metern infrage.

Diese Maßnahme wurde für gut befunden, zumal auf die Gemeinde nur Kosten von 600 bis 1000 Euro zukommen.

"Nicht auf die Bürger abschieben"

Mathias Sperber wies darauf hin, dass beim letzten starken Regen einige Keller von Häusern im Neubaugebiet und in der Vorstadt kurz vor dem Überlaufen gestanden hätten. Ähnlich sei es vorne am Busparkplatz gewesen. "Wir kriegen mit einem neuen Baugebiet Schwierigkeiten, wenn wir weiterhin Abwasser auf die alten Leitungen anschließen", sagte Sperber.

Zweiter Bürgermeister Weißheimer meinte, dass man die Anwohner darauf hinweisen müsse, dass sie eben auch Rückstauklappen einbauen müssten. Im Gremium kam dabei aber auch Unmut darüber auf, dies auf die Anlieger abzuschieben. Vielmehr sollte man dies bei der Planung bedenken und auch entsprechende Gräben und Rückhaltungen besser ausbaggern. "Wenn der alte Kanal es nicht mehr fasst, kann man es nicht einfach auf die Bürger abschieben", war die Meinung von Mathias Sperber.

Physiotherapie-Praxis geplant

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde einigen interessanten Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Dabei ging es um eine Bauvoranfrage auf Neubau einer Physiotherapie-Praxis in Rentweinsdorf, Bergstraße/Eichelberger Weg, und um die Errichtung einer Weinprobierstube "Am Kalkofen" in Rentweinsdorf. Auch gegen die Aufstellung einer Photovoltaikfreiflächenanlage im Stadtteil Fischbach der Stadt Ebern gab es keine Einwände.