Kirchaich bekommt einen neuen Kindergarten. Gemeinderat und Kirchenstiftung stimmen darin überein, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist als eine Generalsanierung des vorhandenen Gebäudes. Sie rechnen damit, dass auch die Regierung von Unterfranken zu diesem Ergebnis kommt. Die Aufsichtsbehörde prüft gerade die Wirtschaftlichkeitsberechnung. Der Gemeinderat Oberaurach stellte sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus von Tretzendorf geschlossen hinter den Neubau und befasste sich bereits mit dem Bauantrag. Kirchaich ist einer von drei Kindergärten in Oberaurach (neben Oberschleichach und Tretzendorf).

Auch der Kindergarten in Kirchaich sollte eine Kinderkrippe erhalten. Als die Planungen für den Anbau im letzten Jahr begannen, zeichnete sich sehr schnell ab, dass das bestehende Gebäude dringenden Sanierungsbedarf hat. Nicht nur das Dach, vor allem auch der energetische Zustand von Fenstern und Fassade sind die Schwachpunkte.

Deshalb riet die Regierung von Unterfranken zu einer Generalsanierung. Als dafür die Schätzkosten vorlagen, kam der Gemeinderat schon in seiner Dezember-Sitzung zu der Überzeugung, dass ein Neubau vor allem im Hinblick auf die Betriebskosten wirtschaftlicher wäre als eine solche Sanierung. Allein die Auslagerung des Kindergartens während einer Sanierung würde 100 000 Euro kosten, die jedoch nicht in die geforderte Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen.

Ein Neubau bringt viele Vorteile: Das Gebäude wird ebenerdig angelegt, derzeit erstreckt sich der Kindergarten über zwei Etagen. Das Gebäude wäre energetisch auf modernstem Stand, die Heizkosten entsprechend niedrig. Und natürlich entspräche der Grundriss den modernen Anforderungen an eine Kindertagesstätte. Für den Gemeinderat war es also keine Frage, sich dem Entschluss der Kirchaicher Kirchenverwaltung anzuschließen und einen Neubau anzustreben. Das wird vor allem auch deshalb möglich, weil nach Auskunft des Bayerischen Gemeindetages der Koalitionsausschuss der Regierung in Berlin beschlossen hat, die Kinderkrippenförderung um ein Jahr bis Ende 2014 zu verlängern.

Architekt Bergmann erläuterte im Anschluss bereits den Bauantrag der Kirchenstiftung und die Planung für das Gebäude, das auf einem gemeindlichen Grundstück im Quellengrund im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Hinter der Quelle" entstehen soll. Dahinter wird sich die neue Siedlung von Kirchaich anschließen.
Die neue Kindertagesstätte erhält eine Kinderkrippe und zwei klassische Kindergartengruppen, dazu einen Turnraum, Räume für das Personal und einen Intensivierungsraum. Das gesamte Gebäude wird über eine Fußbodenheizung erwärmt, betrieben von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die könnte eventuell über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach den Großteil ihres Strombedarfs erhalten.

Die Kirchenstiftung hätte sich gern von der Baulast am Kindergarten befreit. Der Gemeinderat lehnte allerdings bei drei Gegenstimmen ab, dass die Gemeinde die Baulast übernimmt. Die Gemeinde unterstütze die Kirchenstiftung aber nach Kräften bei der Planung und Bauausführung, sicherte der Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) zu.

Die Kosten teilen sich insgesamt Staat, Gemeinde und Kirche. Für die Krippe gibt es fast 71 Prozent Zuschuss, den Rest teilen sich Gemeinde und Diözese mit 75 zu 25 Prozent. Die normale Kindergartenfinanzierung läuft nach der Drittel-Finanzierung. Die Gesamtkosten für den Neubau sind auf 1,5 Millionen Euro geschätzt.
Sobald die Rückmeldung aus Würzburg eintrifft, soll das Projekt ausgeschrieben und umgehend umgesetzt werden.