Immerhin: Fünf Motivwagen, mehrere Fußgruppen und eine Musikkapelle (die Gereuther) zogen durch die Hauptstraße. Vorneweg: der Bürgermeister Helmut Dietz als Landvogt, der sich Unterstützung aus dem Gemeinderat an die Seite geholt hat,wobei die "schwarze Schwester", CSU-Vorsitzende Birgit Finzel, ausgerechnet als Rothaut daher kam. "Aus Sympathie zum 'roten Bürgermeister'", wie sie bekannte. Die Haarpracht, das Skalp, blieb aber tief schwarz.

Ohne Zweifel den Höhepunkt im Zug bildete der Gesangverein, als Zirkustruppe, der Wildkatzen und Elefanten bändigte, und sogar mit einer Drahtseilnummer (auf einer Bierbank) aufwartete, was nicht immer gut ging.

Die Jugend-Feuerwehr buhlte um Verstärkung, die Fußballer um Punkte, weil sie den Klassenerhalt noch immer im Blickfeld haben. Das Rote Kreuz kokettierte mit den Facebook-Wahn, während die Feuerwehr an die fast ein Jahr dauernde Umleitungsstrecke erinnerte. Als Gegenleistung für das erhöhte Verkehrsaufkommen erwartet man nun zumindest eine neue Ortsbeleuchtung als Entschädigung. Da dürfte dem Gemeinderat ein Licht aufgegangen sein.

Die Wüste lebt

Die Wüstenwelsberger gaben auch ein Lebenszeichen: "Die Wüste lebt", tönten sie in Bezug auf einen legendären Naturfilm und wiesen damit auf den Babyboom im Dorf hin, der zu einer verstärkten Bautätigkeit führte. Einen Namen hatten sie auch schon für die neue Siedlung parat: Erkel III, soll sie in Anlehnung an die Baugebiete in der Kerngemeinde heißen.

Als Piraten der Karibik kam die Jugend aus Memmelsdorf daher. Ein hübscher Fluch, der für einen Besuch in der Schule warb. Wer wollte sich beim Charme dieser Werbeträgerinnen da noch entziehen? Die Schule jedenfalls war proppenvoll.