• Maroldsweisach: Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erntet Shitstorm nach Teilnahme an Frühschoppen
  • Auf Bildern ist der Politiker ohne Maske zu sehen - trotz Ankündigung, diese weiter tragen zu wollen
  • "Doppelmoral": Maßnahmen-Gegner bezichtigen 57-Jährigen der Lüge
  • "Wortklauberei": Vorstandsmitglied des CSU-Ortsverbands verteidigt Holetschek

Es sind nur drei Bilder, die der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach dem Besuch eines Frühschoppens des Ortsverbandes Maroldsweisach (Landkreis Haßberge) bei Facebook online gestellt hat. Doch unter dem Post mit den Fotos hagelt es wütende Hasskommentare gegen den 57-Jährigen. Der Grund: Holetschek trägt keine Corona-Maske, während er einen Geschenkkorb erhält, sich in ein Gästebuch einträgt oder eine Rede hält. Zahlreiche Gegner und Gegnerinnen der Pandemie-Maßnahmen bezeichnen Holetschek daher als "Lügner" und werfen ihm vor, sich nicht an eigene Aussagen zu halten. 

"Werde Maske in Innenräumen tragen": Holetschek-Aussage führt nach Franken-Besuch zu Aufregung

Der Hintergrund: Holetschek hatte am 2. April bei Twitter ein Bild von sich mit FFP2-Maske geteilt, das von seinem Ministerium veröffentlicht wurde und dazu geschrieben: "Impfen, Maske tragen, Hygieneregeln beachten. Ich werde die Maske im Innenraum tragen." Die Pandemie sei "leider noch nicht vorbei". Bei Facebook sorgte der Auftritt in Kombination mit der Aussage jetzt für heftige Beschimpfungen von Menschen, die die Pandemie-Maßnahmen mehrheitlich offenbar für sinnlos erachten.

So heißt es etwa, Holetschek biete "eine wunderbare Vorlage eines abgehobenen und auch offensichtlich lügenden Politikers, der für andere Dinge fordert, die für ihn selber nicht gelten". Wahlweise wird dem 57-Jährigen auch vorgeworfen, "Heuchelei" zu betreiben, andere sprechen davon, Holetschek "verarsche" die Bevölkerung. 

Das kann und will Ludwig Biener vom Vorstand des CSU-Ortsverbandes Maroldsweisach keineswegs so stehen lassen. Auf Facebook verteidigt er den bayerischen Gesundheitsminister in einem Post. "Da ich den Minister persönlich empfangen habe, konnte ich leider keine Bilder davon machen. Aber ich kann allen versichern, dass er vom Aussteigen aus seinem Auto bis in die Räumlichkeiten die Maske getragen hat. Ich habe ihm noch gesagt, welch schöne Masken (schwarz mit bayerischem Wappen) Sie haben", schreibt Biener. 

"Wortklauberei": CSU-Mitglied aus dem Kreis Haßberge hat Holetschek anders verstanden

Gegenüber inFranken.de äußert sich das CSU-Mitglied aus dem Kreis Haßberge detaillierter zu dem besagten Frühschoppen und der Frage um Holetscheks Maske. "Meiner Meinung nach war das eine etwas unglückliche Äußerung des Gesundheitsministers mit den Innenräumen", erklärt Biener. "Seine Aussage, dass er weiterhin Maske tragen wird, bezog sich nach meiner Interpretation etwa auf Situationen wie das Einkaufen oder dort, wo viele Menschen eng zusammenkommen", so der Unterfranke.

"In der Gastronomie musste man ja bis zum 2. April auch Masken nur bis zum Platz tragen und das hat der Klaus Holetschek getan", sagt er. Die Anschuldigungen gegenüber Holetschek - aus Bieners Sicht sind sie "Wortklauberei von Leuten, die bewusst etwas umdrehen wollen". Das sehe man "auch an den Kommentaren, die sich alle auf Innenräume beziehen". 

"Man muss ja nicht päpstlicher sein als der Papst, wenn es darum geht, sich etwa ins Goldene Buch einzutragen oder ein Geschenk entgegenzunehmen", findet das CSU-Vorstandsmitglied der Gemeinde. "Denn hätte der Gesundheitsminister einfach gesagt, er trägt Masken wie bisher, dann wäre ja auch alles klar gewesen." Auch Biener selbst trage beim Einkaufen weiterhin Maske. "Beim Frühschoppen haben das einige getan, andere nicht. Es wurde ja auch gesagt, dass die Entscheidung jedem frei steht, Masken sind nicht mehr vorgeschrieben und damit ist das völlig in Ordnung", findet er.  

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