Stammtischpolitik ist eher nicht sein Ding, Wirtshäuser auch nicht seine Heimat. Dennoch machte sich Thomas Limpert (Freie Wähler) in seinem Bericht zur Jahres-Schlusssitzung des Stadtrates als Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit genau für dieses Wirtschaftsthema stark. Im Rahmen der Baunach-Allianz solle nicht nur nach leer stehenden Wohnhäusern Ausschau gehalten, sondern auch etwas für den Erhalt bzw, die Wiederbelegung der Wirtshäuser getan werden.

"Gerade in den Dörfern" hat der Heubacher ein Wirtshaussterben beobachtet, das es zu stoppen gilt. "Sonst geht nicht nur ein Kulturgut verloren, sondern ein Stützpfeiler des zarten Pflänzchens Tourismus", hat er erkannt.
Hohe Erwartungen verbindet der gebürtige Reckendorfer mit der eben ins Leben gerufenen Baunach-Allianz.

Sie könnte auch als breitere Plattform für eine weitere Idee dienen, die Limpert ansprach und an der sein Stellvertreter Klaus Schineller (EAL) mit Ehrgeiz arbeitet: Ein Laden zur Vermarktung regionaler Produkte. "Leerstände für so einen Regionalladen als Aspekt gelebter Nachhaltigkeit gibt es bei uns ausreichend, auch am Marktplatz."


120 bei der Baunach-Allianz

Und noch eines seiner Themen stellte Limpert in Beziehung zur Baunach-Allianz. Die Zusammenarbeit in diesem Gremium, dessen Auftaktveranstaltung von 120 Leuten besucht gewesen war, werde durch den Verzicht auf den Bau der Bürgerwald-Windräder erleichtert. "Für die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit und das friedliche Miteinander von der Stadt, den Ortsteilen und den Nachbargemeinden ist der Ausgang positiv zu bewerten", findet Limpert als erklärter Windrad-Gegner.

Auch wenn er die Baunach flußaufwärts kam, den Vormarsch des Bibers setzte der Referent nicht in Verbindung mit der Baunach-Allianz. Galt das Nagetier ab 1867 als ausgerottet, kennt der Umweltreferent mittlerweile fünf Reviere im Stadtgebiet. Der jüngste Neubau im Albersdorfer Mühlbach werde vor allem in Neuses, wo seit Jahren Hochwasserschutzmaßnahmen in Planung stehen, aber nicht umgesetzt wurden, mit Argwohn beobachtet.

Wie Limperts Bericht lag auch der von Bernd Ebert als Fremdenverkehrsreferent mehr in Schriftform vor, denn er vorgetragen wurde. Ebert ging nochmals auf die vielfältigen Angebote zum Rückertjahr ein, sprach die neuen Ferienwohnungen an sowie ein Wanderwege-Konzept fürs einstige Bundeswehrgelände.

Aus der Statistik des Fremdenverkehrsbüros entnahm Ebert, dass die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist - von 21 783 auf 23 969 - und auch die Verweildauer. Besonders im Juli weist die Hotelbetten-Belegung einen sprunghaften Anstieg aus, was mit dem Altstadtfest, aber besonders dem Musikfestival in Schloss Eyrichshof zusammenhängen dürfte. Leicht angestiegen ist auch die Übernachtungszahl auf dem Wohnmobilstellplatz (jetzt: 7562).

Die Tourist-Info wird laut deren Statistik von 5,8 Menschen am Tag besucht (Vorjahr: 5,2). Wünschenswert wären dort ein Internet-Hotspot und eine Litfasssäule, so Ebert.

Weiter beklagten Ebert bzw. Fremdenverkehrsbüro-Leiterin Helen Zwinkmann, dass es wegen des vollen Terminkalenders zu Überschneidungen komme. Neue Ideen sollten daher mit vorhandenen Veranstaltungen, wie den Märkten, kombiniert werden, womit diese aufgewertet würden.

Die Bilanz zum Altstadtfest fiel rundum positiv aus. "Das Konzept passt und soll so bleiben", lautet die Ausgangsposition zu den anstehenden Vertragsverhandlungen nach 2017. Aktuell muss sich die Tourismus-Chefin nach einer neuen Zentrale umschauen, weil das Festbüro im alten Rathaus nicht mehr zur Verfügung steht.

Die stattliche Zahl der Veranstaltungen - 350 gemeldete - hob Rainer Kaffer (JL) als Vereinsbeauftragter heraus, wobei er allen besonders dankte, die sich am Ferienprogramm beteiligt hatten.

Für den Kulturring als Dachverband der Vereine sprach er die personellen Wechsel im Vorstand an und versprach dem bisherigen Macher Eberhard Wohl eine entsprechende Würdigung bei den nächsten bunten Abenden. Für die neue Führungsmannschaft fand Kaffer: "Die Stimmung ist gut." Was sich auch beim Auftakt am 11.11. gezeigt habe, der "mit Bravour" gemeistert wurde. Deswegen schaut Kaffer zuversichtlich auf die bunten Abend am 17. und 18. Februar in der Frauengrundhalle sowie den Faschingsumzug ("Die Vorbereitungen laufen, die ersten Gruppen haben sich formiert") und den Tag der Vereine am 10. September.