Lernen mal anders, in freier Natur, im "Grünen Klassenzimmer." Dieser spezielle Unterrichtsraum befindet sich, etwas versteckt, im Wald nahe der Ortschaft Ibind, einem Ortsteil der Gemeinde Burgpreppach. Näherte man sich am Samstag diesem Ort, an dem eine Holzhütte steht und vor dem ein Biotop mit einem Steg angelegt ist, so hörte man Kinder diskutieren über all das Wissenswerte, das sie an diesem Tag im Unterricht lernten.

"Lehrerin" ist Katharina Schafhauser, Försterin und Waldpädagogin, bei der auch schon Lehramtsanwärterinnen auf der Schulbank im "Grünen Klassenzimmer" saßen. Diesmal geht es im Unterricht um Tiere des Waldes, um ihre Spuren, in der Waidmannsprache Fährten, die sie im Wald hinterlassen.


Welche Spuren sind zu finden?

Vor der Erkundung, einer Exkursion durch den Wald, stand die Theorie an. "Wir haben uns gemeinsam überlegt, welche Spurenarten wir im Wald finden könnten", sagt Katharina Schafhauser, deren Klasse an diesem Tag relativ klein ist, was an der Ferienzeit liegen dürfte. Hase, Reh, Fuchs oder Wildschwein, das sind wohl die geläufigsten Spuren von Tieren in hiesiger Region. Aber auch nach Fraßspuren wurde gesucht und die eines Bibers gefunden. "Um die Kinder an die Tierwelt in den Haßbergen heranzuführen, wurden verschiedene Spiele zur Lebensweise von Tieren gemacht", sagt die zertifizierte Waldpädagogin, die sich über das Engagement der Kinder und deren Wissbegierde freut. Spannend wurde es, als es in den Wald ging, um Tierspuren zu suchen. "Wir konnten eine frische Fuchsspur im Wald finden, die im feuchten Boden gut zu sehen war", sagte Schafhauser, die ihren "Schulkindern" die Spur genau erklärte und erläuterte, woran man erkennen kann, in welche Richtung "Meister Reineke" gelaufen ist.

Im Anschluss an die Exkursion wurden Spuren von Waldtieren, die auf einem Stempel vorhanden waren, in den Sand gedrückt und mit Gips ausgegossen, so dass die Kinder ihre Spuren mit nach Hause nehmen konnten.


Lieblingstiere

In der Hütte trifft der Reporter auf Sophia, Lena und Kira, die sich präparierte Waldtiere ansehen. Was sind ihre Lieblingstiere? Kira und Lena greifen nach dem Eichhörnchen, Sophia nach einer Eule. Die drei sind sich einig, dass der heutige Tag ein voller Erfolg ist. Sophia, die zum ersten Mal im "Grünen Klassenzimmer" ist, sagt: "Klar macht alles viel Spaß. Also, was ich mich zuerst nicht so getraut habe, war das mit dem Anfassen der Tiere, aber mit der Zeit ging das schon." Lena, die auch erstmals dabei ist, sagt: "Es ist schön, auch dass man Abdrücke von Spuren machen konnte von Tieren, über die wir vorher gesprochen haben, und dass die ausgestopften Tiere so echt aussehen." Kira, die schon zum dritten Mal im "Grünen Klassenzimmer" dabei ist, sagt: "Man lernt halt immer verschiedene Sachen, weil es immer andere Themen gibt. Heute fand ich cool, dass wir zusammen Tiere im Wald suchten, auch wenn es nur Bilder von Tieren waren." Denn die scheuen Tiere sind "in Aktion" nicht so leicht zu entdecken.
Bei einer vorausgegangenen Aktion hatte sich Katharina Schafhauser mit Bodentieren und dem Waldboden befasst. "Wir haben Boden ausgesiebt, um zu sehen, was so alles im Wald kreucht und fleucht, haben uns über Insekten Gedanken gemacht und überlegt, wie wir unsere Böden behandeln müssen", sagt die Waldpädagogin. Auch auf Schäden durch Rückfahrzeuge wegen der Bodenverdichtung wurde hingewiesen.
Auch die nächste "Schulstunde" im Rahmen einer Ferienaktion ist geplant. Das wird eine Schmetterlingswanderung und ein Basteltag im Wald sein. "Außerdem wird für die Schulen angeboten, dass sie für ihren Lehrplan passende Aktionen hier im Wald dazu buchen können", sagt Schafhauser. Denkbar sei auch ein Familientag oder explizit eine Schulstunde für Erwachsene im "Grünen Klassenzimmer." Angeboten werden die Veranstaltungen über das Umweltbildungszentrum in Oberschleichach (Ubiz), das "Grüne Klassenzimmer" stellt die Marktgemeinde Burgpreppach zur Verfügung