Der Ausdruck "armes Schwein" bekommt eine ganz andere, viel konkretere Bedeutung, wenn es Claudia Dünninger sagt. Sie betreibt mit ihrem Mann Hans seit 1989 einen Bauernhof bei Hofheim mit 80 Hektar Land und 70 Mastschweinen.

"Wenn ich in der Werbung Schweinekoteletts für 69 Cent sehe, denke ich nur: ,Was ein armes Schwein‘", sagt die überzeugte Biolandwirtin. Für sie steht fest: Billige Lebensmittel gibt es nur auf Kosten der Tiere und der Natur.


Biologisch-dynamischer Hof

Um dagegen etwas zu tun und hochwertige Lebensmittel aus der Region bekannter zu machen, nehmen die Dünningers bereits zum zweiten Mal an der Kulinea teil. Damit passen sie genau in das Konzept der Kulinea. "Kulinea steht für die regionalen Bauern und Direktvermarkter aus der Region, die von den Verbrauchern aus ihrer Umgebung abhängig sind", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung zur Kulinea.


Demeter-Richtlinien erfüllen

Die Dünningers gehören zu eben diesen Direktvermarktern. Sie betreiben seit über 25 Jahren ihren Hof nach den Richtlinien des Demeter-Verbandes.

Demeter ist ein geschütztes Markenzeichen, unter dem nach anthroposophischen Prinzipien biologisch-dynamisch erzeugte Produkte verkauft werden. "Die Auflagen sind sehr streng", erklärt Dünninger.

So erfüllen die Demter-Richtlinien die Auflagen jährlich stattfindenden EG-Bio-Kontrolle nach der EG-Öko-Verordnung. Und gehen darüber sogar noch hinaus. "Ein Demeter-Betrieb muss zum Beispiel verpflichtend Tiere halten, um Mist zum Düngen zu haben", sagt Dünninger. Denn die Landwirtschaft werde bei Demeter als Kreislauf wahrgenommen.


Kreative und zeitgemäße Ideen

Neben dem Landwirtschaftsbetrieb, den das Ehepaar alleine schmeißt, vermieten sie Ferienwohnungen und betreiben einen Hofladen. Doch das ist noch längst nicht alles, was sich die findige Sozialpädagogin ausgedacht hat. Bereits seit 1999 betreiben die Dünningers einen Lieferservice. "Wir beliefern derzeit rund 200 Kunden im ganzen Landkreis mit unserer Abokiste", erklärt Claudia Dünninger. Verbraucher können auf einer Internetseite Abokisten, gefüllt mit saisonalen Bio-Produkten bestellen und sich diese nach Hause oder den Arbeitsplatz liefern lassen.


Woher kommt das Gemüse?

"Inzwischen kann man bei uns auch Kosmetik und Waschmittel kaufen", beschreibt Dünninger ihr Sortiment. Ganz neu ist die Smoothie-Kiste.

Anfangs hatten die Dünningers noch eigenes Gemüse. "Doch zu zweit ist das nicht mehr zu schaffen." Nun verkaufen sie Fleisch von den eignen Schweinen und ihr eigenes Getreide oder Brot. "Alles andere beziehen wir von Händlern aus der Region." Woher die Tomaten , Gurken und Karotten kommen, darüber können sich die Besucher der Kulinea bei den Dünningers direkt informieren.


Probieren und informieren

Regionalmanagerin des Landkreises Haßberge, Jennifer Knipping: "Wir möchten den Besuchern die Gelegenheit geben, unsere Heimat einmal anders kennenzulernen, nämlich über den Geschmackssinn." Die Besucher können die Produzenten kennenlernen und Produkte kosten.

Auch am Stand der Dünningers darf genascht werden: "Wir bringen Käse, selbstgebackenes Brot und andere Leckereien mit", verrät Dünninger.


Genussmesse Kulinea - Marktplatz regionales Köstlichkeiten

Wann Die Genussmesse Kulinea findet am Freitag, 26. Februar, von 13 bis 18 Uhr, am Samstag, 27. Februar und Sonntag, 28. Februar, jeweils von 10 bis 18 Uhr statt.

Wo Veranstaltungsort ist die Mehrzweckhalle am Tuchanger.

Eintritt Erwachsene zahlen 4 Euro Eintritt.

Aussteller Rund 30 Aussteller aus ganz Franken, die meisten direkt aus dem Kreis Haßberge, haben sich angekündigt. Sie verkaufen ihre Produkte vor Ort - von Wein über Käse bis zu Honig ist für jeden etwas dabei. Auch eine Koch-Show wird zu sehen sein.

Parken Der Parkplatz beim Tuchanger ist wegen der Messe von Donnerstag bis bis einschließlich Montag gesperrt. Besucher werden gebeten, den Parkplatz von allmilmö zu nutzen. Am Sonntag stehen zusätzlich auch die Parkplätze von Norma, Edeka sowie Lidl zur Verfügung. Am Samstag und Sonntag gibt es von den Parkplätzen zur Kulinea einen kostenfreien.

Verkehrsregelung Am Sonntag, 28. Februar, wird wegen des Oculi-Marktes in der Zeit von zirka 5 bis 19 Uhr die Ortsdurchfahrt in Zeil vom Zeiler Kreisel/Haßfurter Straße bis zur Sparkasse, einschließlich Marktplatz und Seitenstraßen für Fahrzeuge aller Art gesperrt.
Auf der innerörtlichen Umleitungsstrecke Tuchanger/Oskar-Winkler-Straße ist für Samstag und Sonntag ein Halteverbot eingerichtet.