Die Südwerk-Projektgesellschaft Burgkunstadt beabsichtigt, einen Solarpark südlich der A 70 im Bereich des Knetzgauer Gemeindeteils Zell zu errichten. Der Knetzgauer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dieses Projekt mit elf zu zehn Stimmen abgelehnt. Für ein Bauleitverfahren für eine westliche Teilfläche mit einer Größe von 1,7 Hektar neben der Autobahnbrücke, von Knetzgau kommend in Richtung Westheim, stimmten zwölf Gemeinderäte und neun lehnten es ab.
Der Geltungsbereich eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes war für eine 50 Hektar umfassende Fläche anberaumt. Für 28 Hektar lagen dem Anlagenbetreiber nach eigenen Angaben Pachtzusagen von Grundstückseigentümern vor, wie Bürgermeister Stefan Paulus eingangs sagte. Der Bürgermeister gab gleichfalls zu bedenken, dass bei einer Zustimmung in vollem Umfang die Ausweisung eines künftigen Industrie- und Gewerbegebietes am Autobahnzubringer deutlich eingeschränkt wäre. Die Bürger waren in einer Bürgerversammlung im Oktober bereits über das Vorhaben informiert worden.
Im Meinungsaustausch unter den Gemeinderäten wurde das Projekt kritisch hinterfragt. Philipp Schierling (CSU), der selbst Landwirtschaft betreibt, sah im geplanten Solarpark keinen Nutzen für die Gemeinde. Den Flächenbedarf, selbst wenn er auf knapp 30 Hektar reduziert würde, sah Schierling bedenklich. Ähnlich sah es Mark Zehe (CSU), der die Abwägung als sorgsamen Umgang mit den Flächen für die Belange der Gemeinde vorbrachte. Bernhard Jilke (FDP/FB) stellte die Frage in den Raum: "Wollen wir an der Energiewende teilnehmen?" Peter Werner (Grüne) sprach von "Land verbraten" und verwies auf Bürgermodelle.
Die Stimmen, die sich dafür und dagegen aussprachen, hielten sich in etwa die Waage, wobei man sich dann knapp gegen das angedachte Projekt entschied. Für einen Solarpark auf einem kleinen überschaubaren Bereich entlang der Autobahn im Bereich von Westheim ließ sich das Gremium überzeugen.


Aufwertung der Wanderwege

Die Wanderwege im Bereich der Fünf-Sterne-Gemeinden sollen neu konzeptioniert und an die wandertouristische Entwicklung angepasst werden. Die Kosten für das Konzept und dessen Umsetzung hat die federführende Gemeinde Rauhenebrach durch die ILE-Managerin Ulla Schmitt mit 300 000 Euro ermittelt. Aus Naturparkmitteln soll eine Förderung von 50 Prozent beantragt werden. Den verbleibenden Betrag sollen die fünf Kommunen finanzieren. Dabei würden auf jede Gemeinde Kosten von 30 000 Euro entfallen.
Udo Rhein aus Sand, Sprecher der Wanderwarte, stellte das Konzept während der Sitzung ausführlich vor. Ziel der Maßnahme ist es, die Wanderregion aufzuwerten. Dabei sollen unter anderem der veraltete Schilderwald und verwitterte Infotafeln erneuert und ausreichend Ruheplätze bereitgestellt werden.
Die Gemeinde Knetzgau trägt die kostenmäßige Gesamtverantwortung für den Landkreis und alle 25 Kommunen, die am Laufparadies beteiligt sind. Zu diesem Thema äußerte sich Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) im Anschluss an die Ausführungen für das neue Konzept mit kritischen Worten. Der mit den Vorwürfen an die Wanderwarte konfrontierte Udo Rhein, bewusst Schilder des Laufparadieses zu zerstören, bestätigte die Aussagen. Er führte dies aber darauf zurück, dass er über das Projekt "Laufparadies" nicht informiert worden sei. Nach einem Vermittlungsgespräch unter anderem mit Landrat Wilhelm Schneider im Jahr 2014 erfolgten laut Rhein keine Beschädigungen mehr. Marco Depner widersprach dem und stellte fest, dass auch in diesem Jahr Schilder des Laufparadieses bewusst unkenntlich gemacht worden seien.
Bürgermeister Paulus gab zu bedenken, dass derartige Aktionen in erster Linie die Region schwächen: "Wir kämpfen um jeden Besucher, und dann zerstören gerade solche Personen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Region zu stärken, mutwillig ein Projekt, das bundesweit Beachtung und Aufmerksamkeit erfährt".
Udo Vogt (FDP/FB) stellte infrage, ob er einer fünfstelligen Eurosumme für die Sanierung der Wegebeschilderung zustimmen könne, wenn gleichzeitig ein bundesweit hervorragendes Laufprojekt bewusst zerstört werde. Vogt und Bürgermeister Paulus lobten ausdrücklich den Oberschwappacher Wanderwart Klaus Riegler, der seit zwei Jahren hervorragende Arbeit in der Gemeinde leiste.
Gemeinderätin Barbara Hein (CSU) lobte generell die Arbeit der Wanderwarte, appellierte aber an die Vernunft, gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die auch Platz für das Laufparadies zulassen.
Bernhard Jilke (FDP/FB), der sich als Fan der Fünf-Sterne-Wanderung outete, betonte, dass mit solchen Aktionen ein Stück Gemeinschaftsgefühl verlorengehe. Immerhin hätten es sich die Fünf-Sterne-Gemeinden zum Ziel gesetzt, die Region zu stärken, und nicht, sie kaputt zu machen.
Das Gremium folgte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, zunächst lediglich für die Erstellung des Konzeptes Gelder zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich zeigte sich der Gemeinderat mit der Neukonzeption der Wanderwege einverstanden, allerdings ist die Gemeinde Knetzgau als Projektträger für das Laufparadies eng einzubinden.


Antrag auf Glyphosat-Verbot

Der Gemeinderat lehnte den Antrag der Grünen- und SPD-Fraktion auf ein Verbot von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen mit 14 zu sieben Stimmen ab. Die Gemeinde hat 105 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 90 Hektar. Diese Flächen verteilen sich auf 40 Wiesen und 65 Ackergrundstücke. Auf Wiesen werde Glyphosat nicht verwendet, wie Bürgermeister Stefan Paulus dem Gemeinderat und interessierten Zuhörern erklärte. Auf den Ackergrundstücken sei den Landwirten eine übliche landwirtschaftliche Nutzung erlaubt. Nach den gesetzlichen Vorgaben dürften diese Flächen auch mit zugelassenen Pestiziden und Herbiziden bei der Fruchterziehung behandelt werden.
Umstritten sind seit Jahren Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat. Der Wirkstoff steht in Verdacht, die biologische Vielfalt zu stören und das Krebsrisiko zu erhöhen. Nach Auffassung der Verwaltung hätte man nach Zustimmung zu dem Antrag der Grünen- und SPD-Fraktion auf ein Verbot des Herbizidwirkstoffs Glyphosat jährlich zehn der ältesten Pachtverträge gekündigt und mit einer Klausel "Verbot der Anwendung von Glyphosat" neu ausgeschrieben. Auch hier schloss sich ein reger Meinungsaustausch an. Letztlich sprach sich der Gemeinderat gegen ein Verbot aus.


Erhöhung der Wasser- und Kanalgebühren

Die Wassergebühr wird zum 1. Januar 2018 von 99 Cent auf 1,07 Euro (brutto) angehoben. Für die Abwasserbeseitigung liegt der neue kostendeckende Gebührensatz bei 2,73 Euro (vorher bei 2,57 Euro). Einer Anpassung der Gebühren stimmte der Gemeinderat einmütig zu.