"Durch die Rekordtemperaturen wurden uns Rekordzahlen an Badegästen beschert". Dieses Resümee zog Olaf Betz, Vorsitzender des Schwimmbadvereins Kraisdorf, bei einem Pressegespräch mit unserem Portal.

Die Stöpsel sind herausgezogen aus dem Schwimmbecken, das Areal ist winterfest gemacht. Drei Monate lang, von Anfang Juni bis Ende August, war Hochbetrieb im kleinen Schwimmbad der Gemeinde Pfarrweisach. 3200 Badegäste hat Bademeister Christoph Göttel in dem Zeitraum gezählt; vergangenes Jahr waren es trotz ebenfalls großer Hitze mit 2700 in den drei Monaten 500 Badegäste weniger. Allein im Juni 2019 waren 1865 Gäste gekommen. Dabei habe es am Mittwoch, 26. Juni, mit 205 Badegästen den absoluten Tagesrekord gegeben, so Betz.

Als die Gemeinde Pfarrweisach im Jahr 2005 das in die Jahre gekommene Bad schließen wollte, hat sich der Schwimmbadverein Kraisdorf gegründet und mit einem neuen Konzept dafür gesorgt, dass die Türen offen blieben. Und das mit Erfolg, wie man heute sieht. Eigentümer ist weiterhin die Gemeinde Pfarrweisach, für einen reibungslosen Betrieb sorgen seit dieser Zeit viele ehrenamtliche Helfer. Das Schwimmbad Kraisdorf ist das einzige Bad im Landkreis Haßberge, das von einem Verein betrieben wird. 104 Mitglieder hat der Verein zurzeit, wie Vorsitzender Betz mit Stolz berichtet.

Vor Beginn der diesjährigen Badesaison seien kleinere Veränderungen vorgenommen worden, um das Bad für die Gäste noch attraktiver zu machen, schildert er. So sind die alten Pflastersteine, die teilweise Stolperfallen waren, durch neue Betonplatten ersetzt worden. Um Stromkosten einzusparen, informiert Betz, seien die Eistruhe und der Kühlschrank durch neue Geräte ersetzt worden. Für 2050 Euro ist im Planschbecken ein Durchlauferhitzer angeschafft worden, um die Wassertemperatur für die kleinen Badegäste anzuheben. Eine weitere Investitionist ein neuer Sauger für das Schwimmbecken gewesen, der 3600 Euro gekostet hat. Im Küchenbereich hat man sich gemeinsam mit den Kraisdorfer Vereinen dazu entschlossen, eine professionelle Spülmaschine anzuschaffen, an der sich der Schwimmbadverein mit der Hälfte der Kosten in Höhe von 1500 Euro beteiligt hat. Die Hälfte deshalb, weil der Verein den meisten Nutzen der Maschine habe, sagt Betz.

Ganz besonders dankt der Vorsitzende den beiden Technikern Herbert Schönmann und Dieter Müller. Der eine ist für Heizung und Sanitär zuständig, der andere für die Schwimmbadtechnik. Beide sind von Anfang an dabei. "Ohne die beiden wäre der laufende Betrieb mit den ganzen technischen Problemen und den Reparaturen nicht möglich", lobt Betz und orakelt: "Wahrscheinlich würden immense Summen an Personalkosten für Fachpersonal anfallen."

Unter Anleitung von Bademeister Christoph Göttel sei im vergangenen Winter der Raum der Badeaufsicht "in einem wunderschönen Blau gestrichen" worden, blickt Betz zurück. Heuer sollen in dem Raum neue Regale angebracht werden.

Überhaupt sei Badewärter Göttel ein Segen für das Kraisdorfer Schwimmbad, lobt der Vorsitzende. Dadurch, dass er im vergangenen Jahr den Rettungsschwimmerschein absolviert und sich bereiterklärt habe, die Badeaufsicht zu übernehmen, habe des Freibad 2018 und heuer geöffnet werden können. "Man sieht also, wie das Ganze immer an einem seidenen Faden hängt - auch wenn eine große Helfermannschaft dahinter steckt." Ein weiteres Lob teilte er an Göttel dafür aus, dass er es mit einer Spende von 2500 Euro ermöglicht habe, den oben genannten Sauger für das Becken anzuschaffen.

Nun tut sich ein Politikum auf: Bekanntlich will Göttel für das Amt des Ersten Bürgermeisters der Gemeinde Pfarrweisach kandidieren. Leidet etwa dann das Schwimmbad Kraisdorf darunter, wenn Göttel Bürgermeister wird? Betz dazu: "Wir haben das untereinander abgestimmt. Christoph hat versichert, es werde sich daran für ihn und für das Schwimmbad Kraisdorf nichts ändern."

"Ein ganz besonderer Höhepunkt in diesem Jahr", so der Vorsitzende weiter, sei die Aktion "72 Stunden" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gewesen. Unter der Leitung von Julia und Carolin Dinkel aus Lohr sei mit dem örtlichen Team in mühevoller Arbeit eine "wunderschöne Chill-Ecke für unsere Badegäste geschaffen worden". Daneben sei das Mitmachfest zusammen mit dem Kolumbienkreis Pfarrweisach ein großer Erfolg gewesen. Den angebotenen freien Eintritt für Feuerwehrleute hätten sehr wenig genutzt, bedauert Betz, meint aber andererseits: Viele hätten schon Jahreskarten und wollten diese auch weiter kaufen, weil sie das Bad unterstützen wollen.

Für nächstes Jahr kündigte der Vorsitzende an, den Liegebereich im oberen Areal des Schwimmbads neu zu gestalten und einen weiteren Baum zu pflanzen. "Denn bei den heißen Temperaturen ist jeder Schattenspender wichtig."