Die Stadt Hofheim wird notgedrungen ihr Freibad umfassend sanieren müssen. Das war der Hauptpunkt in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in Hofheim.

Der Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) beschrieb anhand eines Zahlenspiegels die Investitionen, die in den vergangenen fünf Jahren für das vor 40 Jahren erbaute Freibad am Sportgelände erforderlich waren. Über eine Million Euro flossen in wiederkehrende Sanierungen, und trotzdem stehe Hofheim heute mit einem Bad da, das so nicht mehr betrieben werden kann, bedauerte Borst.

Vergangenes Jahr wurde eine riesige Fehlmenge an Wasser festgestellt. Sie war Anlass, der Ursache auf den Grund zu gehen. Der Schrecken war groß, wie Borst erinnerte, als die Stadt feststellte, dass das Rohrleitungssystem im Bad total marode ist und ausgewechselt werden muss. Was über der Erde so schön aussieht, ist darunter alles andere als perfekt.
Eine Kamerabefahrung brachte den Angaben zufolge jetzt ans Licht, dass sich Risse an den Leitungen in fast allen Ecken und Enden gebildet haben, wie es Borst ausdrückte. Für den Bürgermeister und Stadtrat eine niederschmetternde Bilanz.

Nun wurde Manfred Klaus vom Planungsbüro "plafog" aus Kulmbach beauftragt, ein Grobkonzept zur Sanierung zu erarbeiten, das er am Donnerstag in der Sitzung vorstellte. Von vier Möglichkeiten, die er erarbeitet hat, wurde die Variante II favorisiert. Diese Variante sieht vor, das Schwimmerbecken von 50 auf 25 Meter zu verkürzen. Es soll ein Edelstahlbecken bekommen. Es wird dann statt 825 Quadratmeter Fläche nur noch 480 Quadratmeter aufweisen. Der Vorteil liege darin, erklärte Klaus, dass die Unterhaltungskosten bedeutend sinken.

Behindertengerecht

Das Kinderschwimmbecken ist so marode, dass es abgerissen werden muss. Es soll an anderer Stelle neu errichtet und auch aus Edelstahl gefertigt werden. Zusätzlich sind ein Wasserspielplatz und ein Trockenspielplatz vorgesehen.

Das gesamte Freibad soll behindertengerecht saniert werden. Die Baukosten wurden mit gut 2,5 Millionen Euro beziffert. Über die Städtebauförderung möchte Hofheim für das GAHL-Schwimmbad (GAHL steht für die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land) 500 000 Euro an Förderung hereinholen.
Die jährlichen Betriebskosten gab der Planer mit 202 000 Euro an. Das wären immer noch weniger, als bisher jährlich im Schnitt für Sanierungen und Betriebskosten ausgegeben wurden. Die Einsparung läge bei rund
40 000 Euro.

Bürgermeister Borst machte deutlich, dass, wenn sich der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen für diese Variante entscheiden würde, dann die Stadt ihre freiwilligen Leistungen, eingeschlossen die Vereinsförderung und den Wegebau, zurückfahren müsste. Wenn alles gut läuft, könnte nach den Ferien mit den Arbeiten noch 2013 angefangen werden und das sanierte Bad dann zur Saison 2014 im Mai wieder öffnen. Man kam überein, die Variante II weiter zu verfolgen und parallel als Alternative Informationen über ein Naturbad einzuholen.