Anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St.Johannes kam Bischof Franz Jung am Sonntag nach Hofheim, um mit den katholischen Gläubigen zum Auftakt der Adveniat Spendenaktion am ersten Advent einen Festgottesdienst zu feiern.

Großes Medieninteresse

Das Medieninteresse war groß. Auch ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunk nahm den Gottesdienst auf. Zentrales Thema des Gottesdiensts war der Überlebenskampf der Landbevölkerung in Brasilien und Lateinamerika. Ivana, eine 20-jährige Brasilianerin, und der 19-jährige Maximilian Ebert aus Stammheim zeigten die Probleme des Landlebens in Brasilien und Deutschland auf.

Bischof Franz Jung predigte über die Endzeitrede von Jesus, wie sie der Evangelist Markus beschreibt. Die Hoffnungsbotschaft darin sei, dass sich die Ordnung der Welt verändert, wenn Jesus wiederkommt, sagte Jung. Der wiederkommende Herr sei auf unserer Seite und an der Seite der Ausgebeuteten. "Vergesst nicht, dass ihr einander Brüder und Schwestern seid über alle Landesgrenzen hinweg", betonte der Bischof.

Übertragung aus Brasilien

Ein Dank- und Sendungswort von Bischof Johannes Bahlmann aus Obidos in Brasilien wurde per Großbildschirm in der Kirche übertragen. In Obidos am Amazonas, am "Ende der Welt", habe man lange gedacht, das Virus sei weit weg, sagte Bahlmann. Doch das sei eine Fehleinschätzung gewesen. In den Krankenhäusern und auf dem Hospitalschiff, das die Kirche in dem Bistum auf dem Amazonas unterhält, meldeten sich immer mehr Menschen, die sich angesteckt haben.

Die Amazonas-Region sei längst zum Corona-Hotspot geworden.

Und das in einer Situation, in der es schon genug Sorgen gebe. Die Waldbrände, die im vergangenen Jahr tausende Quadratkilometer Regenwald vernichtet hatten, seien wieder aufgeflammt. Die Konflikte mit Holzfällern, Großgrundbesitzern und Viehzüchtern gingen weiter.

Einkaufsmöglichkeiten 120 Kilometer entfernt

Die brasilianische Regierung betrachte den Amazonasraum als Wirtschaftsraum, nicht als schützenswertes Gut. Die Amazonassynode habe im vergangenen Jahr in Rom intensiv über die Situation der Menschen, insbesondere der indigenen Bevölkerung, gesprochen und habe sich deutlich zur Bedrohung des Amazonasraums geäußert. Es gehe um das Überleben der Indigenen, aber letztlich auch um das Überleben des Amazonas. Auch die einfachen Landarbeiter und Fischer am Fluss sorgten sich um ihre Zukunft. Es fehle oftmals an dem, was man für das tägliche Leben braucht. Zum Einkaufen müsse man für bestimmte Dinge 120 Kilometer den Amazonas hinunterfahren.

Die Infrastruktur funktioniere nicht gut, der Strom falle oft aus, das staatliche Gesundheitswesen sei nahezu nicht existent und die Schulen müssten besser sein. Die Kirche tue viel, um die Situation der Menschen zu verbessern, die oftmals das Gefühl haben, dass die Regierung im fernen Brasilia sie vergessen habe. Es gehe um das Überleben aller Menschen hier, im Einklang mit der Schöpfung. "Nur wenn das gelingt, bauen wir mit am Reich Gottes, um das wir im Vaterunser immer wieder bitten: Dein Reich komme, adveniat regnum tuum", sagte der Bischof aus Obidos, das mit einer Partnerschaft mit dem Bistum Würzburg verbunden ist.

Die Kirche hilft so gut sie kann

Er bedankte sich bei allen Schwestern und Brüdern, die die Arbeit der Kirche in Lateinamerika immer wieder unterstützen. "Die Kirche in Lateinamerika verdankt Euch viel. Muito obrigado, vergelt´s Gott", schloss Bahlmann. Wer spenden möchte, kann sich über die Internetseite von Adveniat informieren.