"Es ist ja gar nicht einzusehen, dass die Stadt jetzt ein teures Sanierungskonzept erstellen lässt. Das ganze Problem ist doch nur entstanden, weil der Naturschutz jegliche Waldpflege über Jahrzehnte verhindert hat." Der Meinung von Stadtrat Bruno Wittig (CSU) schloss sich der Bauausschuss des Stadtrates Eltmann an. Thema war der Murenabgang am Rand der Graureiherkolonie bei Dippach.

Ein erstes Gutachten erkundete die Gründe für den Hangrutsch nach den dauerhaften Regenfällen im Mai und Juni. Demnach liegen an dem Hang viele Schichtquellen. Die Gutachter empfehlen, in Abstimmung mit den Fachbehörden diese Quellen zu fassen und drainagewirksame Gräben anzulegen. Bezüglich der weiteren Standsicherung des Hangwalds empfehlen sie ein ausführlicheres Gutachten mit Sanierungskonzept. Dafür brauche es kein teures Konzept, sondern gesunden Waldverstand, bekräftigte Zweiter Bürgermeistzer Hans-Georg Häfner (SPD). "Die eigentliche Gefahr sind die großen Bäume", stellte er fest.

Früher besser gepflegt

Dem schloss sich Bruno Wittig an. Als Dippacher weiß er, dass der Wald dort am Hang früher immer durchpflegt wurde, große Bäume wurden herausgeschnitten, damit sie nicht umstürzen und damit den Verkehr auf der B 26 - und mittlerweile auch auf dem Maintalradweg - gefährden. Nie habe es damals Hangrutsche gegeben.
Nachdem der Wald als Graureiherkolonie unter Naturschutz gestellt worden ist, waren jegliche Pflegemaßnahmen, teilweise sogar das Betreten, verboten. Nun stünden dort, so Wittig, Bäume in einer Größenordnung, wie sie in steiler Hanglage eben nur schwer stehen bleiben, wenn weitere widrige Verhältnisse dazu kommen.

Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) versuchte, die Verärgerung etwas zu dämpfen: "Der Schaden jetzt hat das Bewusstsein der Oberen Naturschutzbehörde geändert", erklärte er. Das habe sich schon bei den ersten Aufräumarbeiten gezeigt. Einige umsturzgefährdete Bäume wurden entfernt. Eine offene Frage sei, wie die abgerutschten Hangbereiche gesichert werden können.
Günther Hofmann (CSU) war da kategorisch: Das liege in der Verantwortung der Naturschutzbehörde als Verursacher. Peter Klein (ÜPL) fasste zusammen: "Wir haben wichtigere Maßnahmen zu finanzieren als ein solches Gutachten".

Die Stadt Eltmann hat massive Steuereinnahme-Verluste zu verkraften. Die Stadtkasse ist stark gebeutelt. Der Bürgermeister will jetzt mit den Fachbehörden wie Staatlichem Bauamt und Oberer Naturschutzbehörde klären, was zu tun ist und wer als Träger auftritt.

Riss in der Abwasserleitung

Vor Ort beschäftigte sich der Bauausschuss mit einem Schaden an der Abwasserdruckleitung vom Stadtteil Limbach nach Eltmann. Die Kamerabefahrung zeigte einen etwa drei Meter langen Längsriss. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass die Leitung schnellstmöglich erneuert werden soll. Welches Verfahren angewendet werden sollte, müsse man entscheiden, wenn die Leitung freigelegt ist, hieß es.
In den nächsten Wochen soll der Ausbau der Brückenstraße in Eltmann beginnen, die durch den Abbruch eines Hauses breiter werden kann. Es bleibt aber keine Baulücke.

Ferner lag dem Gremium der Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus an gleicher Stelle, aber zwei Meter zurückversetzt vor. Da das Haus direkt auf der Grundstücksgrenze entsteht, wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass am Eingang weder eine Treppenanlage noch ein Vordach entstehen darf.

Die Weidengasse und die Schlosssteige stehen als nächste Straßensanierungsprojekte in der Eltmanner Altstadt an. Die Entwurfsplanungen stellte Ingenieur Peter Ruck dem Ausschuss am Dienstag vor. 140 Meter lang ist die Weidengasse, 90 Meter die Schlosssteige. In beiden Straßen soll vor dem neuen Belag die Wasserleitung erneuert werden, ebenso die Kanal-Hausanschlüsse. Ob in der Schlosssteige der gesamte Gehsteig gepflastert oder wie bisher im oberen Bereich asphaltiert wird, das wollen die Stadträte noch beraten.

Eine schöne schnelle Verbindung

Auch die Entwurfsplanung für die Treppenanlage im Baugebiet "Hoffelder" im Stadtteil Dippach stellte Ruck vor. Er informierte den Bauausschuss, dass die Treppe auch vor der Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Baugebiets angelegt werden kann. Die 1,5 Meter breite Beton-Treppe würde den Fußweg für die Siedlungsbewohner in den Altort wesentlich verkürzen.
Mehrere Bauanträge lagen dem Eltmanner Bauausschuss außerdem vor, unter anderem erneut zwei Vorhaben für das neue Baugebiet in Limbach.