Der trockene Sommer 2015 trieb manchem Bürgermeister die Sorgenfalten auf die Stirn. Wenn's nicht bald regnet, könnte es eng werden mit dem Trinkwasser, hieß es in einigen Gemeinden im Landkreis damals. Mitte August setzten beispielsweise Rauhenebrach und Riedbach erste Anordnungen in Kraft, um Wasser zu sparen. Autobesitzer durften ihre Fahrzeuge nicht mehr mit dem Wasser aus den öffentlichen Versorgungsanlagen waschen.

Bevor es richtig kritisch wurde, kamen die Niederschläge und das Thema Wasserknappheit war kein Thema mehr. Und jetzt? In den Wintermonaten wird das Grundwasser für die folgenden Monate und Jahre gebildet. Wird genügend Grundwasser "eingelagert", damit das Wasser im Sommer 2016 reicht, auch wenn's wieder heiß wird?

Am leichtesten tun sich die Städte und Gemeinden im Maintal. Hier wird das Trinkwasser vor allem aus dem Uferfiltrat des Mains gewonnen. Es gibt genügend Wasser. Den Versorgern dort machte selbst der heiße Sommer nichts aus. "Wir hatten überhaupt kein Problem", sagt Günter Bier, der Leiter der Stadtwerke Zeil. Hier sitzt die Geschäftsführung des Zweckverbandes der Zeil-Ebelsbach-Gruppe, die über fünf Brunnen im Maintal und mehrere Quellen bei Neubrunn die Haushalte in den beiden Kommunen mit Wasser versorgt. Bier: "Wir waren jederzeit bereit, Wasser zu liefern." Rund 500 000 Kubikmeter Wasser fördert der Zweckverband und leitet es weiter an die Haushalte.


Was bringt der Frühling?

Wesentlich mehr Trinkwasser, nämlich 1,2 bis 1,3 Millionen Kubikmeter, speist der Zweckverband der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe ein. Der Wassermeister und Betriebsleiter der Anlagen, Wolfgang Thein, bestätigt, dass sich dank der zurückliegenden Niederschläge die Grundwasserpegel wieder erholen. Aber den Stand von früher haben sie nach seiner Erkenntnis noch nicht erreicht. Man müsse noch die Frühjahrsfeuchtigkeit abwarten, also die Niederschläge bis Ende März, um ein endgültiges Urteil fällen zu können. Nach Theins Einschätzung dauert es ohnehin in der Regel meist zwei Jahre, bis sich das Grundwasser nach einem solchen Sommer wie 2015 wieder erholt hat. Aber er ist zuversichtlich, dass sich alles wieder einpendelt. Ein totales Trockenlaufen sei jedenfalls nicht zu befürchten, versichert er.


Ringverbund

Auch in Rauhenebrach hat sich "alles wieder normalisiert". Die aktuellen Niederschläge "helfen uns schon", sagt Günther Brandt von der Gemeindeverwaltung in Untersteinbach. Sorgenkind in Rauhenebrach ist die Trinkwasseranlage in Geusfeld. Dort wird das Wasser aus Quellen gewonnen, und die sind weitaus mehr als Brunnen von Oberflächenwasser abhängig. Aber sollte es in Geusfeld eng werden, besteht die Möglichkeit, aus anderen Versorgungsanlagen Wasser in das betroffene Dorf zu pumpen. Die Gemeinde im Steigerwald hat vor Jahren die verschiedenen Trinkwasseranlagen über Ringschlüsse miteinander verbunden.


Qualität hat nicht gelitten

Der heiße Sommer 2015 hatte zwar in manchen Kommunen Auswirkungen auf die Menge, aber nicht auf die Qualität des Wassers. "Wir hatten keine größeren Probleme", erinnert sich Jürgen Reimann, der Leiter des Gesundheitsamtes in Haßfurt, an die damalige "Trockenzeit". Das Gesundheitsamt, eine Teilbehörde des Landratsamts Haßberge, kontrolliert regelmäßig die Wasserqualität in den Versorgungsanlagen. Probleme mit der Qualität gibt es nach den Angaben Jürgen Reimanns eher dann, wenn zu viel Wasser kommt. Bei heftigen und langanhaltenden Regenfällen besteht die Gefahr, dass Schmutzstoffe in das Trinkwasser gelangen.