Die Jahresschlusssitzung des Gemeinderats Wonfurt am Dienstagabend im Rathaus nahm Bürgermeister Holger Baunacher (JL) zum Anlass, auf die vielen Aufgaben, Herausforderungen und neuen Fragestellungen in diesem Jahr, die teils fast unlösbar schienen, zurückzublicken. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass er als ehrenamtlicher Bürgermeister nicht nur viel Zeit für die Entwicklung der Gemeinde investiere, sondern in seiner Funktion auch an vielen überörtlichen Sitzungen von Verbänden und Besprechungen teilgenommen und "nebenbei" auch noch sein eigenes Unternehmen zu leiten habe.

"95 Prozent der Zeit macht mir das Amt Spaß, zumal es kein anderes Amt gibt, in dem man so viel bewegen kann", sagte er. "Für mich ist es wichtig, dass man sich nach vorne bewegt, Unterstützung hat und geschätzt wird", betonte er. Insofern dankte er seinen beiden Stellvertretern Isolde Schuck und Rudolf Weidenbacher, aber auch bei der Verwaltung, bei allen, die ihm zugearbeitet hatten, und bei den Gemeinderäten. Wobei er aber auch ansprach, dass es ab und zu geknistert habe. "Dass es mal Reibungspunkte gibt und man nicht immer der gleichen Meinung sein kann, gehört sowohl in der Politik als auch generell bei der Zusammenarbeit im Leben dazu. Es muss aber auch mal möglich sein, sich zu fetzen und danach a Schorle zusammen trinken zu können. Wir sollten nicht den Respekt voreinander verlieren, auch wenn dies meiner Meinung nach in diesem Jahr das eine oder andere Mal passiert ist", so Baunacher. "Könnte es denn vom Grunde der Sache etwas Besseres geben, als euren, unseren Einsatz für die Gemeinde mit Spaß und einem Lächeln auf dem Gesicht zu meistern?" Schließlich arbeite man auf das gemeinsame Ziel hin, die Gemeinde weiter zu entwickeln.

Das Jahr selbst war laut Baunacher gespickt mit Planungen und Baumaßnahmen, Vergaben und Ausschreibungen. Es ging um das neue Baugebiet in Dampfach, den Breitbandausbau, die Erweiterung und den Ausbau des Bauhofs, den Stein- und Wasserlehrpfad, die Planungen zur Kläranlage und zur Renovierung der Kirche in Steinsfeld, die Errichtung zweier Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Wonfurt, die Entwässerung des Kreisabfallzentrums oder Themen, die in der Allianz Main & Haßberge behandelt wurden. Gerade die Bauleitplanungen seien "kein Spaß", da viele Stellungnahmen einzuholen seien. "Von freier Entfaltung der Kommunen im ländlichen Bereich kann man nicht mehr sprechen. Man bekommt mehr Steine in den Weg gelegt, als dass man gut beraten oder unterstützt wird", klagte der Bürgermeister. Dabei müsse man sich Gedanken über weitere Bauplätze machen, da die Nachfrage sehr hoch sei.

Der Gemeinderat werde sich auch mit der Energiewende auseinandersetzen müssen. Der Teilenergienutzungsplan für ein Nahwärmenetz habe einige positive Rückmeldungen zu verzeichnen, auch wenn das Gebiet reduziert worden sei. Der ausbaubare Abschnitt werde im Januar vorgestellt, allerdings sei der Dreh- und Angelpunkt die Turnhalle in Wonfurt. An einem Raumkonzept und Plan für die Turnhalle habe man ja schon gearbeitet und die ersten Entwürfe gefertigt. "Es gibt eventuell ein neues Förderprogramm, für das wir im neuen Jahr einen Antrag stellen werden", informierte der Bürgermeister. "Die Aufgaben werden nicht weniger, eher mehr, und so gibt es für die Gemeinde jeden Tag etwas zu tun."

Die Zweite Bürgermeisterin Isolde Schuck dankte Baunacher für die gute Zusammenarbeit. "Wir wissen, dass du nicht nur ehrenamtlicher Bürgermeister und in vielen anderen Gremien agierst, sondern auch Unternehmer bist. Dafür, dass du dies alles meisterst, ziehen wir den Hut."

Zuvor war Baunacher auf das Neueste im Allianzgebiet eingegangen, insbesondere auf das Thema Mitfahrbänke. Gemeinderat Karl Hellwig wollte wissen, ob denn die Stadt Haßfurt über eine Buslinie innerhalb der Stadt nachdenke. Denn wenn man an einer Mitfahrbank nach Haßfurt mitgenommen werde, stelle sich die Frage, wie man beispielsweise in das Gewerbegebiet oder zum Krankenhaus komme. "Eine solche Buslinie sollte eingerichtet werden und kostenlos sein. Da uns Haßfurt die Geschäfte weggenommen hat, sollte sie dafür sorgen, dass man auch dorthin kommt. Eventuell könnten sich ja die Geschäfte an den Kosten beteiligen", so seine Aussage. Baunacher wies darauf hin, dass sich Haßfurt bereits Gedanken mache, aber auch einige Neuerungen im öffentlichen Personennahverkehr zu erwarten seien. Auch werde im Kreistag Haßberge ein "Bus on demand" (Rufbus) diskutiert.