Am Mittwoch und Donnerstag waren sogenannte Enkeltrickbetrüger mit ihrer bekannten Masche in ganz Unterfranken aktiv. In vielen Fällen hatten sie sich bei älteren Leuten gemeldet, um dort an größere Bargeldsummen zu kommen. Dabei waren die Gauner, wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Freitag berichtete, in Haßfurt bei einer 76-jährigen Frau erfolgreich.
Bei ihrem Anruf bei der 76-Jährigen aus Haßfurt sind die Täter laut Polizeiangaben "äußerst geschickt vorgegangen". Die Rentnerin hatte um 14.30 Uhr einen ersten Anruf erhalten. Dabei hatte sich der Anrufer lediglich mit der Frage "Wie geht's dir?" gemeldet. Die Seniorin vermutete den Sohn einer bekannten Familie und nannte dessen Namen, den der Anrufer dann auch sofort bestätigte.

Die dreiste Geschichte

Er gab an, eine größere Anschaffung getätigt zu haben und nun für
die Geschäftsabwicklung dringend etwa 15 000 Euro zu benötigen. Die Rentnerin bot daraufhin an, einen Teil des geforderten Betrags von ihrem Sparbuch abzuheben, was sie dann auch tat.
In der Folge meldete sich der Unbekannte erneut am Telefon und erklärte, er könne nicht selbst zur Abholung des Geldes vorbeikommen, weil er im Stau feststecke. Er kündigte deshalb einen Bekannten an, der gegen 16.30 Uhr bei der Seniorin auftauchte. Diesem Unbekannten übergab die Frau schließlich ein Kuvert mit mehreren tausend Euro. Erst gegen 18 Uhr schöpfte die 76-Jährige Verdacht und meldete sich bei der Polizei.
Den Geldabholer konnte die Frau wie folgt beschreiben: etwa 16 bis 20 Jahre alt, etwa 160 Zentimeter groß und dunkler Teint. Hinsichtlich der Bekleidung ist nur die Baseballmütze mit grauem Schild bekannt. Der Anrufer sprach akzentfreies Deutsch.

Die Polizei warnt

Die neuerlichen Fälle zeigen laut Polizei, dass Enkeltrickbetrüger mit ihrer bereits seit Jahren bekannten und noch immer erfolgreichen Masche weiterhin aktiv sind. Das Polizeipräsidium Unterfranken wiederholt deshalb erneut seine Warnungen vor der dreisten Betrugsmasche. Auf finanzielle Forderungen am Telefon sollte grundsätzlich nie eingegangen werden. Für Klarheit sorgt in solchen Fällen ein Rückruf bei den Verwandten, für die sich die Unbekannten am Telefon ausgeben. Wichtig ist es, bei Eingang solcher Telefonate die Polizei sofort zu verständigen, rät das Präsidium.