Verschlafen die Eberner einen Weltstar? Wie eine Bombe schlug vor genau einer Woche die Nachricht ein, wonach Rockröhre Anastacia den Konzertreigen beim Eyrichshof open air im Juli eröffnen wird. Während bei bundesweiten Ticketanbietern die Eintrittskarten weg gehen wie warme Semmel, blieb der Ansturm auf den FT-Servicepoint in der Ritter-von Schmitt-Straße überschaubar: 90 Karten hatte Bernd Ebert bis Freitagmittag ausgedruckt und verkauft.

Dabei gibt es die Karten für FT-Leser nirgendwo günstiger als in Ebern bzw. in einer der anderen FT-Vorverkaufsstellen, so auch im Servicepoint in Zeil. Der Weltstar Anastacia kostet in etwa gleich viel wie Reinhard Fendrich, dessen Gastspiel in Eyrichshof fast schon ausverkauft ist. Und noch besser läuft's bei der Altneihäuser Feierwehrkapelln. "Ich habe nur noch elf Plätze zur Verfügung", lautete Eberts Zwischenbilanz.


Interessantes Zusatzgeschäft

Rund 30 000 Euro hat er mittlerweile mit den Konzerten in Eyrichshof im Sommer 2017 schon umgesetzt. "Das ist ganz schön viel für so ein kleines Städtchen", meint Ebert, der auch Wirtschafts- und Tourismus-Referent im Stadtrat ist.

Dass sich dieses einträgliche Zusatzgeschäft in seinem Reisebüro noch erhöht, davon ist er fest überzeugt. "Im Vorjahr kam ich auf 50 000 Euro, wobei im Juli unmittelbar vor den Konzerten die Nachfrage nochmals sprunghaft ansteigt."

Diese Gewissheit zieht er nicht nur aus den Erfahrungen aus den Vorjahren mit Künstlern/Bands wie "Pur", "BAP", Ritchie Blackmore, Rea Garvey oder Mark Forster, sondern auch durch die Nachfrage, die derzeit die Sportfreunde Stiller und "Silbermond" induzieren, wobei die "Sportis" bislang die weitaus besser ankommen. Der Funke springt also über.

Und dann kam ja noch Anastacia hinzu. Von den knapp 2000 Sitzplätzen sind viele Tickets schon in "alle Welt hinaus verkauft", da bislang nur drei Sommer-Auftritte des US-Weltstars, der in einer Reihe mit Shakira, Madonna, Jennifer Lopez und Tina Turner steht, in Deutschland fixiert sind. In Bayern, Thüringen und Sachsen nur einer - der in Eyrichshof. Deswegen kommen an diesem Dienstag, der sich unmittelbar ans Altstadtfest anschließt, auch die (Groß-)Städter nach Ebern, was sich mit Sicherheit in den Übernachtungsbetrieben und Gaststätten bemerkbar machen wird.

Und in Zeil, dem zweiten Standort der Mediengruppe Oberfranken im Landkreis? "Es läuft sehr gut", meint Ute Holch, die Chefin im Servicepoint, über den Veranstaltungsreigen im Eyrichshöfer Schlosshof. Ihr persönlicher Favorit: Rainhard Fendrich. "Da muss ich hin, weil ich selber ein Herz hab' wie ein Bergwerk", kommt die Romantikerin durch. Anastacia hat sie "natürlich" auch auf dem Zettel, klingt Vorfreude der Musikliebhaberin durch. Es seien in Zeil schon etliche Karten gekauft worden, aber: "So richtig haben das noch nicht alle geschnallt, dass so eine Big-Nummer in unsere Gegend kommt."