Wer sich ans Familienzentrum wenden will, der sollte welche Voraussetzungen erfüllen? Keine Einschränkungen, erklärt Anne Hülß. "Jeder kann zu uns kommen." Soll heißen: Mütter, Väter, werdende Mütter, werdende Väter, Paare mit Kindern, Paare, die planen, Kinder zu bekommen undsoweiter. Weggeschickt wird keiner, der Hilfe braucht. Die Mitarbeiterinnen im Familienzentrum überlegen gemeinsam mit den Besuchern, wo Bedarf ist, beraten und unterstützen sie, so Hülß.

Seit dem 6. Oktober ist das neue Familienzentrum im Landratsamt Haßberge offiziell eröffnet, es befindet sich im Untergeschoss, wo früher die Führerschein- und Zulassungsstelle untergebracht war. Jetzt sind dort keine Schreibtische und Bürogeräte mehr aufgebaut, sondern Esstische, eine Küchenzeile, Spielsachen gibt es dort und viel Platz. Denn es dreht es sich in Sachen Familie freilich vorwiegend um: Kinder.


Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung läuft werktags von 8 bis 13 Uhr, wie Anne Hülß erklärte. Die Erzieherin stellte am Montagnachmittag gemeinsam mit der Leiterin Ursula Salberg das Familienzentrum dem Jugendhilfeausschuss vor, der an diesem Tag unter Vorsitz von Landrat Wilhelm Schneider (CSU) im Landratsamt tagte und vorab in die neue Einrichtung kam.


Kochen, spielen, sprechen

"Hier wird gekocht, hier wird gesprochen, hier wird gespielt", sagte Hülß. Denn die Ausrichtung des Familienzentrums ist klar definiert: Es soll Begegnungsstätte für Mütter, Väter und Kinder sein. Eltern können sich hier durch verschiedene Beratungs- und Kursangebote fit für den Familienalltag machen, während der Kurse werden ihre Kinder von den Fachkräften im Familienzentrum betreut.

Die Kurse gibt es in den Bereichen "Kindererziehung", "Haushalt", "Finanzen", "Kochen und gesunde Ernährung", "Bindungsaufbau" und "sinnvolle Freizeitbeschäftigung", außerdem gibt es offene Gruppen für Alleinerziehende, junge Eltern und Flüchtlingsfamilien. Zudem werden Sprechstunden mit der Familienhebamme sowie Kooperationspartnern (unter anderem die Caritas Erziehungsberatung, Gesundheitsamt Schwangerenberatung) angeboten. Ebenso gibt es eine enge Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus in Haßfurt.


Schwerpunkt junge Familie

Frühe Hilfen für Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren, "da setzt unser Schwerpunkt an", erklärte Hülß. Dabei geht es um Bildung und gesellschaftliche Teilhabe, fünf halbe Stellen hat das Landratsamt dem Familienzentrum hierfür zugewiesen: zwei Kinderpflegerinnen, eine Tagesmutter, eine Erzieherin und eine Sozialpädagogin. Das gesamte Projekt kommt nach Auskunft des Kreiskämmerers Marcus Fröhlich auf durchschnittlich rund 150 000 Euro jährliche Kosten, es wird zu 90 Prozent durch Bundesmittel unterstützt.