Die Parküberwachung im Stadtgebiet wird um mindestens ein Jahr verlängert, intensiviert und ausgeweitet. Dies beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag bei zwei Gegenstimmen (Thomas Limpert und Philipp Arnold, beide Freie Wähler).

Vorangegangen war eine Auswertung der Erfahrungen seit Beginn der Parküberwachung durch eine Privatfirma vor neun Monaten. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD): "Die Situation mit den Dauerparkern hat sich deutlich verbessert, aber an mehreren neuralgischen Punkten haben wir die Probleme noch nicht im Griff." Welche er damit meinte, wurde schnell klar: Überall dort wo "nur schnell mal angehalten wird, um ..." beispielsweise einen Döner mitzunehmen, wobei auch schon Stadtratsmitglieder ertappt wurden. Oder: Um Geld abzuheben, ein Eis zu kaufen oder "nur" ein Rezept einzulösen.

Ausgeweitet werden die Kontrollgänge auf Bereiche, die außerhalb des verkehrsberuhigten Bereiches rund um die Altstadt liegen: So entlang der Zufahrt zur Georg-Schäfer-Siedlung, wo sich FTE-Mitarbeiter nicht an die Parkfrist halten. Auch den Gehsteigparkern sagt Hennemann den Kampf an: "Autos gehören auf die Fahrbahn."

Er verwies auf die Empfehlung aus dem Bauausschuss, die wöchentlichen Überwachungsgänge von vier auf sechs Stunden aufzustocken. "Damit steigen zwar die Kosten, ob das auch für die Einnahmen gilt, wird sich zeigen", überlegte der Bürgermeister, angesichts der 347 Euro, die die Stadt in den ersten neun Monaten draufzahlte. Auf Nachfrage von Dieter Gerstenkorn (CSU) bezeichnete Hennemann die Zahlungsmoral als gut: "80 Prozent haben ihre Strafe anstandslos bezahlt. Manche sehe das als Parkgebühr."

Keinen Gefallen an mehr Knöllchenverteiler fand Philipp Arnold: "Die Situation an den Problemstellen hat sich nicht verbessert, warum sollen wir deswegen jetzt den Verwaltungsaufwand erhöhen?" Und sein Fraktionskollege Thomas Limpert fand die Zahlen der Verwaltung nicht plausibel, möglicherweise sogar geschönt.

Klaus Schineller (EAL) dagegen lobte, dass "man jetzt auf dem Marktplatz wieder einen Parkplatz findet". Deswegen sollte auch die Situation gegenüber der Eisdiele entschärft werden. "Die Leute kommen ja gar nicht mehr aus der Kirche. Und wenn man Parksünder zur Rede stellt, bekommt man als freche Antwort noch, dass einem das doch gar nichts angeht..."